06/05/2026
🔵 Risiken künstlicher Intelligenz für digitale Barrierefreiheit
Die Forschung rund um KI und digitale Barrierefreiheit ist in vollem Gange.
Dazu hier ein kurzer Stand der Dinge, aktuelle Probleme und Lösungsansätze.
Zentrale Probleme:
- fehleranfälliger oder nicht normkonformer Code (z. B. bezüglich WCAG),
- Trainingsdaten, die überwiegend nicht barrierefreie Inhalte enthalten und Defizite reproduzieren,
- Halluzinationen bei Zusammenfassungen und Vereinfachungen,
- Bias gegenüber Menschen mit Behinderung,
unzureichend barrierefreie KI-Tools selbst,
- qualitativ mangelhafte automatische Bildbeschreibungen, Untertitel oder Gebärdensprach-Avatare.
Einige mögliche Lösungsansätze:
– KI als Assistenz mit mehrstufiger Qualitätssicherung statt Vollautomatisierung,
– kuratierte und qualitätsgesicherte Trainingsdaten,
– klar definierte barrierefreie Code-Patterns,
– regulatorische Rahmen wie der EU AI Act,
– vor allem aber die systematische, frühzeitige und vergütete Einbindung von Menschen mit Behinderung in Entwicklung und Qualitätssicherung.
Kernaussage: KI kann Inklusion fördern, erzeugt aber ohne gezielte Qualitätssicherung und echte Partizipation neue Exklusionsrisiken. Barrierefreiheit ist kein Zusatzfeature, sondern Grundvoraussetzung.