20/01/2026
DAS NEUE UN-HOCHSEESCHUTZABKOMMEN: Rund 64 Prozent der weltweiten Meeresfläche werden nicht von einzelnen Staaten verwaltet, sondern liegen fernab der Küsten im Bereich der Hohen See. In diesen internationalen Gewässern waren menschliche Eingriffe bislang vielerorts weitgehend ungeregelt, was zur Folge hatte, dass Vorgaben zum Meeresschutz nur ungenügend umgesetzt wurden. Das Hochseeschutz-Rahmenabkommen der Vereinten Nationen (Langtitel: Abkommen zum Erhalt und zur nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt in internationalen Gewässern), angenommen im Juni 2023, soll das ändern.
Es trat am 17. Januar 2026 in Kraft und erlaubt den Vertragsstaaten Meeresschutzgebiete auf Hoher See einzurichten. Zudem sieht es Regelungen vor, wie Gebiete im Streitfall unter Schutz gestellt werden können – durch eine Abstimmung der UN-Mitgliedsstaaten. Auf diese Weise soll es doch noch gelingen, bis zum Jahr 2030 mindestens 30 Prozent der Meeresfläche durch Schutzgebiete und andere Maßnahmen zu schützen und nachhaltig zu nutzen.
Um das Abkommen umzusetzen, bedarf es jedoch noch sehr vieler Detailabsprachen, insbesondere mit den Regionalen Fischereiorganisationen und Vertretern der regionalen Meeresabkommen. Sollte ein neu geplantes Schutzgebiet in einem Bereich der Hohen See liegen, für den es regionale Fischerei- und Meeresschutzabkommen gibt, so müssen beide Institutionen dem neuen Schutzgebiet zustimmen. Es wird außerdem viel Geld benötigt: Einer Schätzung zufolge wird die fachgerechte Planung, Umsetzung und Überwachung von Meeresschutzgebieten auf 30 Prozent der Hohen See etwa sieben Milliarden US-Dollar kosten – hinzu kommt eine weitere Milliarde US-Dollar Betriebskosten pro Jahr. AKTUELL STEHEN WENIGER ALS EIN PROZENT DER HOHEN SEE UNTER SCHUTZ.
Noch viel mehr Infos gibt es (gratis zum downloaden oder bestellen) im World Ocean Review #9 unter worldoceanreview.com