22/03/2026
Der Videomitschnitt des Bildvortrags „Annäherungen. Antisemitische Bilder und der 7. Oktober 2023“ von Till Gathmann jetzt online:
Einleitung: www.youtube.com/watch?v=PAGub3Wsdi0
Vortrag & Diskussion: www.youtube.com/watch?v=gaSx-yBOQsE
Mit engl. Untertiteln: www.youtube.com/watch?v=bf13COWIFYI
Veranstaltung vom 14. November 2026 (Westwerk Hamburg)
Der Überfall auf Israel vom 7. Oktober 2023 war von Beginn an nicht von den Bildern zu trennen, die die Täter produziert und medial vor allem über das Internet verbreitet haben. In ihnen wird die äußerste Gewalt gegen Menschen gefeiert und lustvoll zur Schau gestellt. Sie wurden weltweit millionenfach geteilt und angeschaut und fungierten nicht nur als islamistische Propaganda. Dabei unterscheiden sie sich von älteren Formen antisemitischer Bildsprache und stehen zugleich in Kontinuität zu ihnen. Die enorme Erregung, mit der die Bilder produziert, rezipiert, reproduziert, dann verleugnet und bekämpft wurden, förderte auf diese Weise Aspekte von Aggression und Lust, von Sexuellem und Moralischem zu Tage, die sich nicht von selbst verstehen. Diese Aspekte spielen eine wesentliche Rolle auch für die Rezeption der Bilder des auf den 7. Oktober folgenden Kriegs im Gazastreifen.
Können die Bilder des 7. Oktobers als antisemitische im Sinne einer ikonografischen Tradition verstanden werden? Oder sind sie lediglich Ausdruck der allgemeinen technischen Entwicklung der Bildproduktion und -zirkulation durch Internet und Smartphone? Was verraten die Bilder als Selbstzeugnisse über die Täter, ihre Vorstellungen und Phantasien?
Im Versuch, diese Bilder des 7. Oktober und ihr sehr unmittelbares Nachleben zu verstehen, kollidieren die sehr grundsätzlichen Fragen, was ein Bild und was Antisemitismus ist. Anhand eines Bildervortrags geht Till Gathmann der These nach, dass das antisemitische Bild psychisch konstitutiv für das gewaltsame Ausagieren des Antisemitismus in der Tat ist – aber spätestens mit dem 7. Oktober eine neue Funktion angenommen hat, indem es als dokumentarisches selbst Teil der Tat wird.
Hinweis: Im Vortrag werden keine Darstellungen expliziter Gewalt gezeigt oder Täterperspektiven ungebrochen reproduziert.