DHV- Die Berufsgewerkschaft e.V.

DHV- Die Berufsgewerkschaft e.V. DHV – Die Berufsgewerkschaft e.V. vertritt die Interessen von etwa 73.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Weiteres unter www.dhv-cgb.de

09/06/2026

CGB-Zweifel an amtlichen Statistiken
„Trau keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast.“ An diesem dem ehemaligen britischen Premier
minister Sir Winston Churchill zugeschrieben Ausspruch fühlt man sich nach einer Meldung im Newsletter
„Berlin.Table“ der Table Media GmbH erinnert. Das Medium verweist darin auf stark auseinanderklaffende
Bevölkerungsprognosen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) und der Kultus-Minister-Konferenz (KMK).
Während Destatis in einer Bevölkerungsvorausberechnung bis 2035 einen Rückgang der Kinder im schul
pflichtigen Alter um rund 800.000 prognostiziert, geht die KMK in einer eigenen Vorausberechnung von einem
Zuwachs um etwa 260.000 Schülerinnen und Schüler aus.
Wer liegt richtig mit seiner Prognose? Dies ist keine belanglose Frage, sondern hat Konsequenzen für die
Schulplanung. Brauchen wir bis 2035 zusätzliche Schulgebäude oder müssen wir uns auf Schulschließungen
einstellen? Wird sich der vielerorts bestehende Lehrkräftemangel in den nächsten Jahren weiter verschärfen
oder ist Entspannung angesagt? Regierungs- und Oppositionsparteien werden die Fragen sicherlich unter
schiedlich beantworten und sich dabei auf die für sie passende Statistik stützen. So sieht die Stadtgemeinde
Bremen aktuell keinen Lehrkräftemangel. Sie hat verkündet, dass alle Planstellen besetzt sind. Die Konse
quenz: bereits im April wurden Referendarinnen und Referendaren im bremischen Schuldienst signalisiert, dass
nicht alle mit einer Anstellung als Lehrkraft rechnen können. Die rechnerische Besetzung aller Planstel-len gibt
allerdings die Realität nur unvollkommen wieder. Tatsächlich gibt es Schulen mit Lehrkräfteüberhang, während
beispielweise das Technische Bildungszentrum Mitte (TBZ) als eine der größten Bremer Berufs-schulen
aufgrund von Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung im kommenden Schuljahr voraussichtlich nicht den im
Lehrplan vorgesehen Unterricht vollumfänglich erteilen kann.
Für den CGB ist unverständlich, wie es angesichts der finanzpolitischen Bedeutung verlässlicher statistischer
Grundlagen für einen überschaubaren Prognosezeitraum von fünf bis sechs Jahren zu solch unterschiedli-chen
Prognoseergebnissen kommen kann wie zwischen Destatis und der KMK. Leider beschränken sich die CGB
Zweifel an der Verlässlichkeit amtlicher Prognosen nicht auf den Bildungsbereich. Auch die Notwendig-keit der
Reformen von Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung wird im wesentlichen mit demografischen
Vorausberechnungen begründet. Dies gilt insbesondere für die Rentenversicherung, bei der gerne mit dem
sogenannten Rentenquotient argumentiert wird, dem Verhältnis von Beitragszahlenden zu Rentenempfän-gern.
Wenn das Institut der Wirtschaft (IW) prognostiziert, dass bereits im Jahr 2030 auf einen Rentenbezie-her nur
noch 1,5 Beitragszahler kommen, sind Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der gesetzlichen Rentenver-sicherung
verständlich. Das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentenbeziehern ist jedoch nicht nur von der
demografischen, sondern auch von der Entwicklung der Erwerbstätigkeit abhängig und damit politisch beein
flussbar. Im letztjährigen OECD-Beschäftigungsausblick für Deutschland wird darauf verwiesen, dass durch
eine Steigerung des Produktivitätswachstums und die Mobilisierung ungenutzten Arbeitskräftepotenzials –
z.B. durch eine Verringerung der Geschlechterdifferenzen in der Beschäftigung und vor allem durch die
Aktivierung älterer Arbeitskräfte in guter Gesundheit sowie eine Erhöhung der regulären Migration - die
Bremswirkung, die der demografische Wandel auf das Wachstum ausübt, teilweise – oder sogar vollständig –
kompensiert werden könnte. Der CGB sieht dies ähnlich und hofft, dass die von der Bundesregierung einge
setzte Reformkommission ihre Arbeitsergebnisse und Empfehlungen nicht ausschließlich auf demografische
Prognosen stützt.
Dass politische Rahmenbedingungen immer wieder den sich verändernden gesellschaftlichen und wirtschaft
lichen Verhältnissen angepasst werden müssen, ist unstrittig. Die Entscheidungsgrundlagen müssen aber
verlässlich und nachvollziehbar sein.
Christlicher Gewerkschaftsbund Deutschlands (CGB)
Regionalsekretariat Nordwest
Mittelwendung 24, 28844 Weyhe
Telefon 04203-707 1976
Landesvertretung Bremen
Wachmannstr.74, 28209 Bremen
Telefon 0421-22 37 93 13
E-Mail [email protected]
Vorsitzender
Peter Rudolph (V.i.S.d.P.)
Mobil +178-71 95 570
Cgb Christlicher Gewerkschaftsbund Deutschlands

05/06/2026

Vielfalt für die Gesellschaft – Einheitsgewerkschaft für die Arbeitnehmer?

Manchmal fragt man sich, ob manche politische Debatten überhaupt noch nach logischen Maßstäben geführt werden.
Bundesarbeitsministerin und SPD-Chefin Bärbel Bas beklagt eine angebliche gesellschaftliche „Einheitsfarbe“ und wirbt für mehr Vielfalt durch Migration. Nach ihren Aussagen soll Zuwanderung nicht nur wirtschaftliche Probleme lösen, sondern auch die gesellschaftliche Vielfalt fördern.

Über die Bewertung dieser Aussagen kann man unterschiedlicher Meinung sein. Was jedoch auffällt, ist ein grundlegender Widerspruch, der gerade aus gewerkschaftlicher Sicht schwer nachvollziehbar ist.

Denn dieselben politischen und gewerkschaftlichen Kreise, die ständig von Vielfalt, Diversität und Pluralismus sprechen, verteidigen gleichzeitig das Modell der gewerkschaftlichen Einheitsorganisation. Während kulturelle, gesellschaftliche und politische Vielfalt als erstrebenswert gilt, wird gewerkschaftliche Vielfalt häufig kritisch betrachtet oder sogar aktiv bekämpft.
Hinzu kommt ein weiterer Aspekt, der in der Debatte häufig ausgeblendet wird. Gewerkschaftliche Vielfalt ist nicht nur Ausdruck der Koalitionsfreiheit, sondern auch ein Kennzeichen einer freien Gesellschaft.

Historisch betrachtet finden sich Einheitsgewerkschaften vor allem in autoritären und totalitären Systemen. Ob im Nationalsozialismus mit der Deutschen Arbeitsfront (DAF), in den kommunistischen Staaten des Ostblocks oder in anderen staatsnahen Organisationsmodellen: Unabhängige Arbeitnehmervertretungen wurden dort häufig durch eine einzige, politisch kontrollierte Organisation ersetzt. Gewerkschaften dienten nicht mehr als unabhängige Interessenvertreter der Beschäftigten, sondern wurden Teil des jeweiligen Herrschaftssystems.

Demgegenüber lebt die freiheitliche Demokratie vom Wettbewerb der Ideen und Organisationen. Das gilt für Parteien, Medien, Verbände und eben auch für Gewerkschaften. Unterschiedliche Gewerkschaften mit unterschiedlichen weltanschaulichen, sozialen oder tarifpolitischen Ansätzen sind kein Zeichen von Schwäche, sondern Ausdruck von Freiheit.

Umso erstaunlicher ist es, wenn ausgerechnet jene politischen Kräfte, die gesellschaftliche Vielfalt, Diversität und Pluralismus als unverzichtbare Werte beschwören, bei der gewerkschaftlichen Interessenvertretung oft an der Vorstellung einer dominierenden Einheitsgewerkschaft festhalten. Wer Vielfalt ernst meint, sollte sie nicht nur in kulturellen oder gesellschaftlichen Fragen fordern, sondern auch dort akzeptieren, wo Arbeitnehmer von ihrem Grundrecht Gebrauch machen und sich bewusst für unterschiedliche Gewerkschaften entscheiden.

Eine demokratische Gesellschaft braucht keine Einheitsmeinungen und keine Einheitsorganisationen. Sie braucht Freiheit, Wettbewerb der Ideen und die Anerkennung unterschiedlicher Wege zum gleichen Ziel: der bestmöglichen Vertretung der Arbeitnehmerinteressen.

Dabei ist die Gewerkschaftsfreiheit im Grundgesetz ausdrücklich verankert. Arbeitnehmer sollen selbst entscheiden können, welcher Gewerkschaft sie sich anschließen möchten.

Genau das ist gelebter Pluralismus. Verschiedene Gewerkschaften vertreten unterschiedliche Traditionen, Wertvorstellungen und Konzepte. Das ist kein Problem, sondern Ausdruck demokratischer Freiheit.

Aus christlich-gewerkschaftlicher Sicht ist deshalb die Frage berechtigt: Warum soll Vielfalt in nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen ein Wert an sich sein, nicht aber bei der Interessenvertretung der Arbeitnehmer?

Wer Vielfalt ernst meint, muss auch akzeptieren, dass Arbeitnehmer unterschiedliche Vorstellungen davon haben, wie ihre Interessen vertreten werden sollen. Der eine fühlt sich in einer DGB-Gewerkschaft zuhause, der andere in einer christlichen Gewerkschaft. Wieder andere suchen bewusst nach alternativen Organisationsformen.

Gerade die christliche Gewerkschaftsbewegung steht seit Jahrzehnten für Sozialpartnerschaft statt Klassenkampf, für die Würde des Menschen in der Arbeitswelt und für eine Interessenvertretung, die sich nicht an parteipolitischen Leitbildern orientiert. Diese Vielfalt bereichert die gewerkschaftliche Landschaft.

Deshalb bleibt ein Widerspruch bestehen: Wer gesellschaftliche Vielfalt als politisches Leitbild propagiert, sollte nicht gleichzeitig an der Vorstellung festhalten, dass es bei der Vertretung von Arbeitnehmern möglichst nur eine „richtige“ gewerkschaftliche Stimme als Einheitsbrei geben darf.

Vielfalt ist entweder ein Prinzip – oder sie ist ein politisches Instrument. Wer sie glaubwürdig vertreten will, muss sie auch dort akzeptieren, wo andere Meinungen und andere Organisationen entstehen.

Cgb Christlicher Gewerkschaftsbund Deutschlands
https://dhv-cgb.de/2026/06/05/vielfalt-fuer-die-gesellschaft-einheitsgewerkschaft-fuer-die-arbeitnehmer/
Harm M. Wellmann

05/06/2026

Regierung in der Kritik – doch auch der DGB sollte vor der eigenen Tür kehren

Mit deutlichen Worten hat DGB-Chefin Yasmin Fahimi die Bundesregierung kritisiert. Und tatsächlich: Viele Arbeitnehmer werden ihr in einem Punkt zustimmen. Die wirtschaftliche Lage ist angespannt, Unternehmen investieren zurückhaltend, Arbeitsplätze geraten unter Druck und die Verunsicherung in vielen Betrieben wächst. Gleichzeitig entsteht bei vielen Beschäftigten der Eindruck, dass die Politik häufig über Nebenschauplätze diskutiert, während die großen Herausforderungen ungelöst bleiben.
Die Bundesregierung muss sich deshalb fragen lassen, warum Deutschland als einstige Wirtschaftslokomotive Europas zunehmend an Dynamik verliert. Hohe Energiekosten, überbordende Bürokratie und eine oftmals widersprüchliche Wirtschaftspolitik belasten Unternehmen und Arbeitnehmer gleichermaßen. Wer den Wohlstand sichern will, muss zuerst dafür sorgen, dass Arbeitsplätze erhalten und neue geschaffen werden.
Doch so berechtigt die Kritik an der Regierung auch sein mag – sie entbindet den Deutschen Gewerkschaftsbund nicht von der Pflicht zur Selbstreflexion.
Denn viele Beschäftigte fragen sich inzwischen, ob der DGB noch die Sprache der Arbeitnehmer spricht oder zunehmend die Sprache der Politik. Zu oft hatten Arbeitnehmer in den vergangenen Jahren das Gefühl, dass ihre konkreten Sorgen um Arbeitsplatzsicherheit, Kaufkraft und Zukunftsperspektiven hinter gesellschaftspolitischen Debatten zurückstehen mussten.
Gerade bei Themen wie Energiepolitik oder industrieller Transformation haben viele Gewerkschaftsfunktionäre politische Entscheidungen unterstützt oder zumindest nicht mit der notwendigen Konsequenz hinterfragt. Heute zeigen sich die Folgen in Form von Produktionsverlagerungen, Werksschließungen und einem schleichenden Verlust industrieller Wertschöpfung.
Es wirkt daher wenig überzeugend, wenn man nun ausschließlich auf die Regierung zeigt.
Aus Sicht der christlichen Gewerkschaftsbewegung steht der Mensch mit seiner Arbeit im Mittelpunkt. Arbeit ist mehr als eine wirtschaftliche Kennziffer. Sie schafft Identität, ermöglicht Familien ein sicheres Leben und gibt Menschen gesellschaftliche Teilhabe. Deshalb muss Gewerkschaftspolitik vor allem den Beschäftigten verpflichtet sein – nicht politischen Moden oder ideologischen Debatten.
Die Arbeitnehmer erwarten zu Recht eine starke Interessenvertretung. Sie erwarten aber auch Ehrlichkeit. Dazu gehört, Fehler der Regierung klar anzusprechen.
Dazu gehört aber ebenso, eigene Versäumnisse einzugestehen.
Deutschland braucht eine Regierung, die wieder konsequent für Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und sichere Arbeitsplätze sorgt. Und Deutschland braucht Gewerkschaften, die sich wieder stärker auf ihren eigentlichen Kernauftrag konzentrieren: die Interessen der Arbeitnehmer unabhängig, glaubwürdig und ohne politische Scheuklappen zu vertreten.
Wer nur die Fehler anderer benennt, wird die Menschen auf Dauer nicht überzeugen. Das gilt für die Bundesregierung ebenso wie für den DGB.
Die Bundesregierung muss endlich eine Politik betreiben, die Wachstum, Investitionen und sichere Arbeitsplätze ermöglicht. Gleichzeitig muss sich aber auch der DGB die Frage gefallen lassen, warum er viele Fehlentwicklungen erst dann kritisiert, wenn ihre Folgen für die Beschäftigten nicht mehr zu übersehen sind.
Wer glaubwürdig alle Arbeitnehmer vertreten will, darf nicht nur gegen die Regierung protestieren. Er muss auch selbstkritisch Bilanz ziehen.
Die Beschäftigten in Deutschland brauchen keine politischen Erziehungsprogramme – sie brauchen sichere Arbeitsplätze, faire Löhne und eine Interessenvertretung, die sich wieder auf ihren eigentlichen Auftrag konzentriert.

Cgb Christlicher Gewerkschaftsbund Deutschlands
https://dhv-cgb.de/2026/06/05/regierung-in-der-kritik-doch-auch-der-dgb-sollte-vor-der-eigenen-tuer-kehren/
Harm M. Wellmann

29/05/2026

Selbstreflexion ist das Merkmal starker Führung. Erst die Arbeit an dir selbst macht die Arbeit mit anderen möglich und erfolgreich.

Internationaler Kindertag – Kinder stärken, Zukunft sichern Saarbrücken, 01.06.2026 Der Internationale Kindertag am 1. J...
27/05/2026

Internationaler Kindertag – Kinder stärken, Zukunft sichern
Saarbrücken, 01.06.2026
Der Internationale Kindertag am 1. Juni macht deutlich, wie wichtig gute
Lebensbedingungen, gerechte Chancen und echte Teilhabe für Kinder sind. Er
erinnert daran, dass Kinder nicht nur Schutz und Fürsorge brauchen, sondern auch
Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten in einer sich wandelnden Gesellschaft.
Der Bundesvorsitzende der CGBCE, René Dietz, unterstreicht:
„Kinder verdienen beste Startbedingungen – unabhängig von Herkunft oder
Einkommen der Eltern. Chancengleichheit darf kein Versprechen bleiben,
sondern muss Realität sein.“
Dabei spielt auch die Arbeitswelt eine zentrale Rolle. Denn stabile
Lebensverhältnisse für Familien wirken sich unmittelbar auf das Wohl von Kindern
aus. Dietz macht klar:
„Gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne und verlässliche Betreuung sind
entscheidende Bausteine für ein sicheres Aufwachsen von Kindern.“
Trotz vieler Fortschritte bleiben Herausforderungen wie Kinderarmut,
Bildungsungleichheit und soziale Unsicherheit bestehen. Der Internationale
Kindertag ist daher nicht nur ein Anlass zum Feiern, sondern auch ein Appell an
Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, Verantwortung zu übernehmen und nachhaltige
Verbesserungen zu schaffen.
Abschließend bringt es Dietz auf den Punkt:
„Wer in Kinder investiert, investiert in die Zukunft unseres Landes. Es liegt an
uns allen, diese Zukunft gerecht und solidarisch zu gestalten.“

Cgb Christlicher Gewerkschaftsbund Deutschlandscgb

22/05/2026

Vollversammlung der BGHW in Erfurt: Prävention, Digitalisierung und moderne Selbstverwaltung im Fokus
Die Vollversammlung der Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW) hat sich am 20. Mai 2026 in Erfurt mit einer Vielzahl zukunftsweisender Themen für den Arbeits- und Gesundheitsschutz im Handel und in der Warenlogistik befasst. Im Mittelpunkt standen die Weiterentwicklung der Prävention, die Digitalisierung der Unfallversicherung sowie aktuelle Herausforderungen für die Selbstverwaltung.
Der Vorstandsvorsitzende betonte in seinem Bericht die stabile Entwicklung der BGHW und hob insbesondere die Bedeutung einer praxisnahen Präventionsarbeit hervor. Die Geschäftsführung unterstrich anschließend die wirtschaftlich solide Lage der Berufsgenossenschaft sowie die zunehmenden Anforderungen durch Digitalisierung, Fachkräftemangel und veränderte Arbeitsbedingungen in Handel und Warenlogistik.
Ein besonderer Akzent wurde mit dem Vortrag „Gehörlos bei der BGHW“ gesetzt. Dabei wurde deutlich, wie wichtig Barrierefreiheit, Teilhabe und inklusive Arbeitsbedingungen auch innerhalb der gesetzlichen Unfallversicherung sind. Die Präsentation stieß auf große Aufmerksamkeit und verdeutlichte den Anspruch der BGHW, Vielfalt und Chancengleichheit aktiv zu fördern.
Breiten Raum nahmen die Präventionsthemen ein. Die Vertreterinnen und Vertreter befassten sich unter anderem mit der Fortführung der digitalen Kampagne „komm gut an.“, die künftig in den Regelbetrieb überführt werden soll. Ziel bleibt es, Beschäftigte insbesondere auf Arbeitswegen und im Straßenverkehr stärker für Unfallrisiken zu sensibilisieren. Diskutiert wurde außerdem der Einfluss von Cannabis auf Sicherheit und Konzentration in Intralogistik und Verkehr – ein Thema, das angesichts der gesellschaftlichen Entwicklungen zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Auch die Rolle künstlicher Intelligenz im Arbeitsschutz rückte stärker in den Fokus. Mit dem KI-Modul im „Kompendium Arbeitsschutz“ will die BGHW moderne Technologien künftig stärker für Prävention und Wissensvermittlung nutzen. Parallel dazu wurden die Überarbeitung der DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“ sowie weitere Anpassungen im Vorschriften- und Regelwerk beraten.
Darüber hinaus beschäftigte sich die Vollversammlung mit organisatorischen und sozialpolitischen Fragen. Im Zusammenhang mit der Sozialwahl 2023 wurde der Schlussbericht des Bundeswahlbeauftragten beraten und die Bedeutung der Selbstverwaltung innerhalb der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung hervorgehoben. Ebenso standen Änderungen der Dienstordnung, unter anderem zur Homeoffice-Pauschale, auf der Tagesordnung.
Zum Abschluss wurde unter dem Punkt „Joachimsthaler Erklärung“ die gemeinsame Verantwortung der Selbstverwaltung für einen modernen, praxisnahen und zukunftsfesten Arbeitsschutz betont. Die Vollversammlung machte damit deutlich: Die BGHW will den Wandel in Arbeitswelt und Gesellschaft aktiv gestalten – mit Prävention, Digitalisierung und sozialpartnerschaftlicher Selbstverwaltung als zentralen Leitlinien.

Harm M. Wellmann

22/05/2026

Die Arbeitgeber im Einzelhandel haben angekündigt, die Laufzeit des Tarifvertrags auf 36 Monate verlängern zu wollen, sollte bis zum September kein Abschluss erzielt werden. Das Postulat ist ein Novum – und ein Ausdruck von Verhandlungsstärke.

19/05/2026

Tag des Grundgesetzes – Fundament unserer Arbeitswelt
Saarbrücken, 23.05.2026
Am 23. Mai begeht Deutschland den Tag des Grundgesetzes – ein Anlass, der weit über ein
historisches Datum hinausgeht. Für die CGBCE ist das Grundgesetz nicht nur das rechtliche
Fundament unseres Staates, sondern auch ein zentraler Garant für soziale Sicherheit,
Mitbestimmung und faire Arbeitsbedingungen in der Arbeitswelt.
Das Grundgesetz als Schutzschild für Arbeitnehmer
Das Grundgesetz sichert grundlegende Rechte, die gerade für Beschäftigte in den Branchen
Bergbau, Chemie und Energie von besonderer Bedeutung sind. Artikel wie die Würde des
Menschen (Art. 1), die Gleichheit vor dem Gesetz (Art. 3) und die Koalitionsfreiheit (Art. 9) bilden
die Basis für gewerkschaftliches Handeln.
Für die CGBCE bedeutet dies konkret:
• Mitbestimmung und Tarifautonomie sind keine Selbstverständlichkeiten, sondern durch
das Grundgesetz geschützte Rechte.
• Gleichbehandlung und Chancengleichheit sind zentrale Werte, für die wir tagtäglich
eintreten.
• Recht auf Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz ist Ausdruck der
staatlichen Verantwortung gegenüber den Menschen.
Soziale Marktwirtschaft und Verantwortung
Das Grundgesetz schafft die Grundlage für die soziale Marktwirtschaft – ein Modell, das
wirtschaftliche Leistungsfähigkeit mit sozialer Verantwortung verbindet. Gerade in Zeiten des
Wandels, etwa durch Digitalisierung, Transformation der Industrie oder Energiepolitik, zeigt sich
die Stärke dieser Ordnung.
Der CGBCE Bundesvorsitzende René Dietz sieht sich hier in einer besonderen Verantwortung:
Wir setzen uns dafür ein, dass Veränderungen in der Wirtschaft sozial gerecht gestaltet werden
und niemand zurückgelassen wird. Das Grundgesetz ist dabei unser Kompass.
Freiheit und Sicherheit in Balance
Das Grundgesetz garantiert Freiheit – auch in der Arbeitswelt. Doch Freiheit bedeutet für die
CGBCE immer auch Verantwortung. Unternehmen tragen Verantwortung für ihre Beschäftigten,
genauso wie der Staat für stabile Rahmenbedingungen sorgen muss.
Gerade in unseren Branchen, die oft mit hohen Anforderungen und Risiken verbunden sind, ist
diese Balance entscheidend:
• Sichere Arbeitsplätze
• Verlässliche soziale Absicherung
• Faire Entlohnung und Perspektiven
Diese Ziele lassen sich nur erreichen, wenn die Werte des Grundgesetzes gelebt werden.
Gemeinsam für Demokratie und Zusammenhalt
Der Tag des Grundgesetzes erinnert uns daran, dass Demokratie und soziale Gerechtigkeit kein
Selbstläufer sind. Sie müssen jeden Tag neu verteidigt und mit Leben gefüllt werden – auch im
Betrieb.
Die CGBCE steht für:
• Respekt und Zusammenhalt
• Teilhabe aller Beschäftigten
• Eine starke Stimme der Arbeitnehmer
Fazit
Das Grundgesetz ist mehr als ein juristisches Dokument – es ist das Fundament für ein
gerechtes und solidarisches Miteinander. Für die CGBCE ist der Tag des Grundgesetzes daher
ein wichtiger Anlass, die Bedeutung dieser Werte hervorzuheben und sich weiterhin aktiv für die
Rechte der Beschäftigten einzusetzen.
Denn: Gute Arbeit braucht starke Rechte – und diese beginnen mit unserem Grundgesetz.

Cgb Christlicher Gewerkschaftsbund Deutschlands

19/05/2026

Arbeitsministerin Bas will im Juni den Gesetzentwurf für flexiblere Arbeitszeiten vorlegen. Fachleute rechnen vor, was die Änderung bedeuten könnte.

Adresse

Droopweg 31
Hamburg
20503

Öffnungszeiten

Montag 09:00 - 17:00
Dienstag 09:00 - 17:00
Mittwoch 09:00 - 17:00
Donnerstag 09:00 - 17:00
Freitag 09:00 - 17:00

Telefon

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