25/05/2026
Es hat länger gedauert als erwartet, aber hier mein Reisebericht über meinen Aufenthalt vom 11. bis 17.05.2026 in Rumänien.....
Eine Woche Rumänien liegt hinter mir.
Von Montag bis Sonntag durfte ich gemeinsam mit den Tierschützern von Safe A Life und Metanoia Tiernothilfe vor Ort unterwegs sein, um dort zu helfen, wo das Leid der Straßenhunde jeden einzelnen Tag sichtbar ist.
Ich wusste, dass diese Reise emotional schwer werden würde. Aber nichts – wirklich nichts – kann einen darauf vorbereiten, diese Realität mit eigenen Augen zu sehen.
Die Bilder, die Gerüche, die Geräusche… sie verfolgen mich bis heute.
Schon kurz nach unserer Ankunft lagen die ersten toten Tiere am Straßenrand. Wenig später sahen wir die ersten streunenden Hunde. Verängstigte Welpen ohne Schutz. Hunde, die hungrig zwischen Müll und Verkehr umherirrten. Hunde, die gelernt haben, dass Menschen oft keine Hilfe bedeuten.
Wir sahen Hunde, die in winzigen Zwingern leben müssen. Ohne Bewegung. Ohne medizinische Versorgung. Ohne genug Futter oder Wasser. Manche leben in ihren eigenen Ausscheidungen. Viele von ihnen kennen weder Zuneigung noch Sicherheit. Kein weiches Körbchen. Keine streichelnde Hand. Kein Gefühl von Zuhause.
Vor allem die Besuche im öffentlichen Shelter Ecosal haben mich emotional vollkommen an meine Grenzen gebracht. Rund 1000 Hunde leben dort auf engstem Raum. Überall bellen Hunde gleichzeitig. Angst liegt in der Luft. Stress, Verzweiflung und Kämpfe gehören dort zum Alltag.
Und der schlimmste Gedanke daran ist: Viele dieser Hunde werden diesen Ort vermutlich niemals wieder verlassen.
Dieses Wissen zerreißt einem das Herz.
Einen Moment werde ich niemals vergessen.
Ich wurde Zeugin einer heftigen Beißerei unter den Hunden. Panik. Schreie. Pure Überforderung.
Nur weil ich sofort reagiert und die Mitarbeiter aufmerksam gemacht habe, konnten die Hunde rechtzeitig getrennt werden. Noch immer bekomme ich Gänsehaut, wenn ich daran denke. Dieser Augenblick hat mir auf brutale Weise gezeigt, wie schlimm die Zustände dort wirklich sind – und wie schnell aus Angst und Stress lebensgefährliche Situationen entstehen.
Auch in Sendreni wurde mir erneut bewusst, wie unfassbar groß das Leid ist. Dort leben aktuell 174 Hunde in den Zwingern und etwa 10 weitere frei auf dem Gelände. Und trotzdem kämpfen die Helfer dort jeden einzelnen Tag weiter. Für Sicherheit. Für Liebe. Für eine zweite Chance.
Mit einer Kraft, die mich tief berührt hat.
Besonders wertvoll war für mich die Zeit, die ich direkt mit den Hunden verbringen durfte.
Ich konnte viele von ihnen persönlich kennenlernen. Ihre Blicke sehen. Ihre Ängste spüren. Vertrauen aufbauen. Manche Hunde kamen vorsichtig auf mich zu, obwohl sie wahrscheinlich mehr schlechte als gute Erfahrungen mit Menschen gemacht haben. Und genau diese kleinen Momente gehen direkt ins Herz.
Denn genau das ist unglaublich wichtig: Nur wenn wir die Hunde wirklich kennenlernen, können wir entscheiden, welche von ihnen die Chance auf ein Ticket in die Freiheit bekommen dürfen. Welche Hunde bald ihre Reise in ein neues Leben antreten können. 🐾❤️
In den nächsten Wochen werden einige Hunde ausreisen dürfen und auf unseren Pflegestellen ankommen. Dort dürfen sie zum ersten Mal ankommen. Zur Ruhe kommen. Lernen, wie sich Sicherheit anfühlt.
Zwischen all den traurigen Bildern gab es aber auch Hoffnung.
Im Ecosal fand ich einen kleinen Hundebuben in einem Wassereimer.
Völlig unterkühlt. Ausgemergelt. Kraftlos. Sein kleiner Körper war bereits ganz weiß vor Kälte.
Ich nannte ihn Splash. 💔
Ich werde niemals vergessen, wie zerbrechlich er in diesem Moment wirkte. Als hätte er längst aufgegeben.
Doch dank schneller Hilfe durfte er leben.
Für seine Erstversorgung konnte ich 200 € einsetzen, die an die Villa Hundebunt gespendet wurden. Heute befindet sich Splash auf einer liebevollen Pflegestelle, wo er sich erholen darf, bis er fertig geimpft ist und ausreisen kann.
Dieser kleine Kämpfer erinnert mich daran, warum wir niemals aufgeben dürfen. Weil manchmal genau eine einzige Hilfe über Leben und Tod entscheidet.
Neben all den emotionalen Momenten konnten wir auch helfen:
Während unserer Reise wurden insgesamt 116 Hunde und 55 Katzen kastriert – ein unglaublich wichtiger Schritt, um langfristig weiteres Leid zu verhindern. Besonders dankbar bin ich, dass meinem Verein, der Villa Hundebunt, zusätzlich 500 € direkt vor Ort für die Kastrationskampagnen gespendet wurden.
Jede einzelne Kastration verhindert weiteres Tierleid. Jedes einzelne gerettete Leben zählt.
Und trotzdem fährt man am Ende mit gemischten Gefühlen nach Hause.
Einerseits ist man dankbar, wieder zurück in die eigene Normalität zu können. In ein warmes Bett. In Sicherheit.
Andererseits bleibt dieses schwere Gefühl zurück. Das Gefühl, nicht genug getan zu haben.
Denn egal wie viel man hilft – dort warten immer noch unzählige Tiere auf Rettung.
Was ich aus dieser Reise erneut mitnehme:
Wir können nur helfen, wenn Hunde adoptiert werden. Wenn Menschen Pflegestellen anbieten. Wenn Vereine und Helfer finanziell unterstützt werden.
Tierschutz funktioniert nur gemeinsam.
Bitte schaut nicht weg.
Gebt Hunden aus dem Tierschutz eine Chance.
Adoptiert, statt zu kaufen.
Für die Hunde. Für die, die keine Stimme haben. 🐾❤️
Wer Interesse an einem Hund aus dem Tierschutz hat, darf sich gerne schon vorab melden. Gemeinsam können wir schauen, welcher Hund am besten zu den jeweiligen Lebensumständen passt. Denn jede gelungene Vermittlung bedeutet nicht nur ein Zuhause für einen Hund – sondern gleichzeitig auch die Chance, wieder einem weiteren Hund helfen zu können.