21/05/2026
Wir bleiben diese Woche in der Fahrradwerkstatt und plaudern ein bisschen aus dem Nähkästchen. Nach über zwei Jahren, die wir hier Räder aufbereiten und instand setzen - weit über 1000 Stück sind es inzwischen - , könnte man meinen, wir hätten schon alles gesehen, was einem Fahrrad so zustoßen kann. Doch weit gefehlt. Kürzlich bekamen wir ein hochwertiges Mountainbike einer bekannten Marke gespendet, bei dem mehrere Speichen kaputt waren. Nachdem wir zunächst vermutet hatten, dass jemand diese absichtlich durchtrennt hatte, vielleicht mit einer Kneifzange, stellten wir fest, das sie tatsächlich gebrochen waren. Also versuchte der Kollege, der sich um das Rad kümmerte, die kaputten Speichen zu ersetzen. Doch kaum war das geschehen, verabschiedete sich die nächste Speiche mit einem "Peng". Was war da los? Wir entschieden, die Räder komplett neu aufzubauen und verwendeten dafür Edelstahlspeichen aus unserem reichhaltigen Fundus. Den verdanken wir dem ehemaligen Hagener Zweiradhändler Udo Schiebel, der uns bei seiner Geschäftsauflösung jede Menge Teile vermacht hatte. Es erwies sich, dass alle Originalspeichen des Fahrrades hochgradig schadhaft waren. Manche ließen sich brechen wie Spaghetti. Über die Ursache können wir nur spekulieren - vermutlich handelt es sich um minderwertige Qualität oder eine fehlerhafte Charge des Herstellers. Auf jeden Fall aber bestand hier eine massive Unfallgefahr - hätte der Spender des Rades den Schaden nicht bemerkt, wäre ein Sturz mit ernsthaften Verletzungen die Folge gewesen. Nun aber können wir das Fahrrad - getestet, gewartet und geputzt - guten Gewissens an unsere Kolleginnen und Kollegen im Sozialverkauf übergeben.