27/05/2026
🤦 Arbeiten bis zum Umfallen – oder sogar darüber hinaus?
Mit ihrem Kurs gegenüber den Beschäftigten ist die Bundesregierung auf einem gefährlichen Holzweg. Wenn das Arbeitszeitgesetz aufgeweicht wird, können 13-Stunden-Tage für viele Menschen Realität werden. Gleichzeitig wird über eine Rente mit 70 gesprochen, obwohl schon heute viele Kolleginnen und Kollegen wegen körperlicher und psychischer Belastungen kaum gesund bis zum regulären Renteneintritt durchhalten.
Statt die wirklichen Probleme anzugehen, werden Beschäftigte pauschal unter Druck gesetzt: zu faul, zu oft krank, zu unproduktiv. Diese Schuldzuweisungen helfen niemandem. Sie lenken davon ab, dass wir ein Nachfrage- und Investitionsproblem haben, dass in vielen Betrieben eher um Auslastung und Beschäftigungssicherung gekämpft wird als um Mehrarbeit – und dass wir endlich ernsthaft darüber reden müssen, warum Arbeit Menschen krank macht.
So nimmt man die Menschen im Land nicht mit. Wir brauchen keine neuen Zumutungen aus der Mottenkiste, sondern eine ehrliche Debatte darüber, wie wir unser Land nach vorne bringen: mit guter Arbeit, echten Entlastungen für Menschen mit normalen Einkommen, sicheren Renten und einem fairen Beitrag von Superreichen zum Gemeinwohl. Fortschritt entsteht nicht durch mehr Druck auf Beschäftigte, sondern durch Respekt, Sicherheit und bessere Arbeitsbedingungen.