Jahrhunderts zurückverfolgen: 62 Bürger mussten sich 1751 an einer Umlage beteiligen, mit der 100 Taler für eine erste Löschspritze gesammelt wurden.
1766 wurde angeordnet, dass sich Männer zu organisieren hatten, die bei Feuer ausrücken. Von der Zeit der Napoleonischen Kriege bis nach dem ersten Weltkrieg fehlen jegliche Unterlagen. Bekannt ist lediglich, dass die o.g. Pflichtfeuerwehr bestand un
d diese mit zwei Handdruckspritzen ausgerüstet war. Sie unterstand der Führung des Ortsbrandmeisters Heinrich Sprenger. Organisatorisch bestand die Wehr aus zwei Löschzügen und einem Steigerzug. Dies war die damalige Gliederung. Die am 20.11.1934 unter Georg Vollmer neugegründete Freiwillige Feuerwehr wurde auf Befehl der Reichsregierung am 30.03.1939 offiziell zur Feuerlöschpolizei gemacht, ohne dass diese sich in der damaligen Diktatur dagegen wehren konnte.
Äusserlich dokumentierte sich dieser Zwang darin, dass bei Übungen praktisch hundertprozentige Anwesenheit zu verzeichnen war.
1944 wurde dann mit der Motorisierung begonnen und zwar mit einer „TS B“. Dieses Gerät wurde erst nach 40 Dienstjahren ausgemustert. In den schweren Jahren nach 1945 wurde die Wehr von Heinrich Brunnet weitergeführt. Als Brunnet 1952 durch einen Berufsunfall dienstunfähig wurde, übernahm Konrad Löber die Wehr als Ortsbrandmeister. Kurz zuvor war das neue Gerätehaus in der „Langen Gasse“ fertig geworden, welches jedoch weiterhin zum Teil bewohnt war. Erst nach und nach wurden die Wohnräume in Eigenleistung zu Umkleide und Unterrichtsraum umgebaut.
1972 wurde durch die Gemeinde ein neues „LF8“ (Löschgruppenfahrzeug) auf Basis Opel „Blitz“ angeschafft. Am 01.07.1974 verlor Großseelheim durch die Gebietsreform seine Eigenständigkeit und wurde Stadtteil der Stadt Kirchhain. Da die Wehr nach Hessischem Brandschutzgesetz eine Zweiteilung hat, besteht die „Freiwillige Feuerwehr Großseelheim“ aus der Einsatzabteilung (welche sich wiederum in Einsatzabteilung, Ehren- und Altersabteilung und Jugendfeuerwehr untergliedert) und dem „Verein der Freiwilligen Feuerwehr Großseelheim e.V.“
1994 wurde das alte „LF8“ als gebrauchsunfähig deklariert und durch ein zeitgemäßes „LF 8/6“ (Löschgruppenfahrzeug mit eigebauter Feuerlöschkreiselpumpe 800l/min und eingebautem Löschwassertank mit einem Fassungsvermögen von 600 Litern) auf Basis Mercedes Benz mit Finanzmitteln aus Land, Kreis und der Stadt Kirchhain ersetzt. Der Verein der Freiwilligen Feuerwehr wurde bis 1999 von Konrad Löber geführt; danach übernahm Hans Heinrich Richter den Vorsitz. Auf Ihn folgte Jürgen Vollmer als erster Vorsitzender, welcher das Amt im Jahre 2015 zur Verfügung stellte. Die Einsatzabteilung wurde bis 1985 von Konrad Löber geführt. Er wurde von Heinrich Richter abgelöst, welcher bis 2000 im Amt war und von Klaus Schröder als Wehrführer abgelöst wurde.
2005 übernahm Henning Block das Amt des Wehrführers, welches er bis 2010 innehatte und von Michael Ludwig abgelöst wurde, der bis heute als Wehrführer aktiv ist. Neben der Einsatzabteilung existiert seit 1976 auch eine Jugendfeuerwehr. Die Jugendfeuerwehr trifft sich Donnerstags um 18.00 Uhr im Gerätehaus. Neben Feuerwehrtechnischen Übungen und Aktivitäten, erwarten die Jugendlichen auch diverse Ausflüge, Teilnahme an Wettkämpfen und sonstige Freizeit-Aktivitäten. Die Einsatzabteilung besteht aus 30 Mitgliedern, fünf davon sind Frauen (stand: Januar 2015)
Das geschichtsträchtige Wappen, der Freiwilligen Feuerwehr Großseelheim, welches auch als Ärmelabzeichen Verwendung findet, zeigt rechts im roten Feld ein weißes Einhorn, links ein schwarzes Kreuz im weißen Feld. Letzteres ist das Wappen des deutschen Ritterordens, welcher einst in Großseelheim ansässig war. Das weiße Einhornist das Zeichen der „Hobeherren“ die in Seelheim regierten.