18/08/2026
Zukunft des Vogelparks Groß-Rohrheim: Vorstand schließt Fraktionsgespräche ab
Der Vogelpark Groß-Rohrheim schafft erheblichen Mehrwert für die Naherholung, Bildung und das soziale Miteinander im Ort. Ohne eine verlässliche finanzielle Unterstützung bei den Personalkosten droht dem behördlich beaufsichtigten Betrieb jedoch das Aus. Der Verein setzt nun auf die konstruktive Zusammenarbeit mit der Kommunalpolitik, um eine tragfähige Lösung für die Gemeinde zu erarbeiten.
Groß-Rohrheim, 18. August 2026 – Nach intensiven Gesprächen mit dem Gemeindevorstand und den Fraktionen der CDU und der LiGr fand die Präsentationsreihe des Vogelschutz- und Zuchtvereins e.V. Groß-Rohrheim gestern Abend bei der SPD ihren Abschluss. Der Vorstand bedankt sich bei allen politischen Vertretern für das große Interesse an der aktuellen Lage und den Herausforderungen bezüglich des Fortbestandes der Einrichtung.
In den Terminen verdeutlichte der Vorsitzende Lukas Diehl, dass der Verein unter den derzeitigen Rahmenbedingungen nicht mehr in der Lage ist, den Vogelpark eigenständig weiterzubetreiben.
Vogelpark ist behördlich überwachter Zoobetrieb
Was in der Öffentlichkeit oft als reine Freizeitgestaltung wahrgenommen wird, ist rechtlich ein streng überwachter Zoobetrieb gemäß § 11 Tierschutzgesetz. Neben der Betreuung von 300 bis 350 Tieren in 34 Volieren und 6 Gehegen sowie umfangreichen Naturschutzaufgaben in der Gemeinde (u. a. Pflege von 150 Nistkästen und 8 Amphibienteichen) unterliegt der Park strengen staatlichen Auflagen:
• Gesetzliche Vorgaben: Verbindliche Auflagen durch das Bundesnaturschutzgesetz, die Zooverordnung und Biosicherheitsverordnungen zur Seuchenprävention.
• Tägliche Pflichten: Tägliche Gesundheitsprüfungen jedes einzelnen Tieres, Futter- und Hygiene-Standards, lückenlose Dokumentationspflichten sowie vertraglich fixierte tierärztliche Betreuung.
• Steigender Kostendruck: Massive Preissteigerungen bei Spezialfutter und Energie, hohe Honorare für Fachtierärzte sowie bauliche Anpassungen durch neue Gutachten des Bundesministeriums (BMEL) belasten das Budget extrem.
Ehrenamt stößt an Belastungsgrenzen
Allein die gesetzlich vorgeschriebene Tierpflege erfordert wöchentlich 28 Stunden fachkundigen Einsatz. Hinzu kommen jährlich rund 1.400 Stunden ehrenamtlicher Arbeit für Instandhaltung, Parkpflege und Vereinsleben.
Trotz dieses enormen bürgerschaftlichen Engagements – das der Gemeinde ein kostenfreies Ausflugsziel, einen Lernort für Kitas und Schulen sowie einen zentralen sozialen Treffpunkt sichert – kann die Last nicht mehr rein ehrenamtlich gestemmt werden.
Lösungskonzept: Drei Säulen für die Zukunft
Um den Erhalt des Vogelparks langfristig zu gewährleisten, stellt der Vorstand ein Drei-Säulen-Modell vor:
1. Ehrenamt im Vogelschutz- und Zuchtverein: Weiterführung von mindestens 2.000 Ehrenamtsstunden pro Jahr durch den Verein.
2. Finanzierung der Betriebsausgaben, insbesondere Futter- und Tierarztkosten durch den Vogelschutz- und Zuchtverein: Mitgliederbeiträge, Patenschaften, Parkfest und Bewirtschaftung und Einwerbung von Spenden und Fördergeldern für dringende Investitionen.
3. Kooperation mit der Gemeinde: Abschluss einer langfristigen Kooperationsvereinbarung zur Übernahme der Kosten für mindestens zwei Minijobs. Nur so kann die Erfüllung der strengen rechtlichen Auflagen dauerhaft garantiert werden.
Pressekontakt:
Vogelschutz- und Zuchtverein e.V. Groß-Rohrheim
Der Vorstand
Vorsitzender: Lukas Diehl