09/04/2026
"Mein Erfahrungsbericht zum Coimbra Protokoll beginnt mit dem Verdacht auf Multiple Sklerose im Jahr 2007. Damals hatte ich eine Sehnerventzündung, die mich stark beunruhigte. Nach einer Nervenwasseruntersuchung konnten die Ärzte jedoch keinen eindeutigen Hinweis auf MS finden.
In den folgenden Jahren traten immer wieder wechselnde Symptome auf, denen ich zunächst wenig Beachtung schenkte oder die von verschiedenen Ärzten anders diagnostiziert wurden. So wurden beispielsweise meine Gleichgewichtsstörungen als „fehlende Kristalle“ im Ohr erklärt.
Mein Zustand verschlechterte sich über die Jarhe spürbar: Mein Bein knickte immer wieder weg und ich fühlte mich ständig müde. Da ich im Wechselschichtdienst tätig war, schob ich die Symptome zunächst auf die Belastung im Beruf. Erst nachdem etwa der vierte Orthopäde keine Ursache finden konnte, wurde ich schließlich zum Neurologen überwiesen. In dieser Zeit wurde ich unzählige Male ins MRT geschickt, ohne dass mir jemand erklärte, wonach eigentlich gesucht wurde. Die Ungewissheit machte mich wahnsinnig, und ich begann, mir Sorgen zu machen, dass vielleicht ein Hirntumor dahinterstecken könnte. Sogar über verschiedene Operationsmöglichkeiten informierte ich mich bereits in meiner Angst.
Nach etwa der vierten MRT-Untersuchung fasste ich mir schließlich ein Herz und fragte die diensthabende Ärztin direkt, was denn überhaupt gesucht werde. Die Antwort, die ich darauf erhielt, ist für mich bis heute traumatisch: In einem extrem genervten und unfreundlichen Ton entgegnete sie nur knapp: „MS, sieht man doch.“ In diesem Moment zog es mir regelrecht den Boden unter den Füßen weg.
Nach der endgültigen Diagnose entschied ich mich, mit schulmedizinischen Basismedikamenten gegen Multiple Sklerose zu beginnen. Die Hoffnung, damit die Symptome unter Kontrolle zu bringen, war groß, doch die Nebenwirkungen stellten sich als belastend heraus: Ich hatte oft Übelkeit, fühlte mich abgeschlagen und hatte Angst vor den langfristigen Folgen wie Infektionen oder Hautreaktionen. Kurz darauf wurde ich schwanger und hoffte, dass sich meine MS-Symptome während der Schwangerschaft bessern würden – viele berichten ja von einer Verbesserung. Leider blieb diese Veränderung bei mir aus. Im Gegenteil: Im letzten Trimester konnte ich kaum noch laufen und war oft gezwungen, den ganzen Tag zu liegen. Die Kontrolle über meinen Körper schwand zusehends, was in mir große Angst auslöste – vor allem, wie ich später mein Baby betreuen sollte.
Mein Sohn wurde schließlich 2016 per Notkaiserschnitt geboren. Die Sorgen um seine Versorgung und meine eigene Gesundheit waren allgegenwärtig. Nach der Geburt war ich zweimal in der Marianne Strauß Klinik, um gemeinsam mit den Fachärzten die bestmögliche Therapie zu finden. Dort wurde festgestellt, dass mein Vitamin-D-Spiegel extrem niedrig war. Trotzdem empfahlen die Ärzte verschiedene immunsuppressive Standardmedikamente, die ich kritisch hinterfragte, weil die Nebenwirkungen weiterhin ein großes Thema für mich waren.
Diese Phase war geprägt von Unsicherheit, Angst und der Suche nach einer Therapie, die nicht nur die Krankheit, sondern auch mein Wohlbefinden berücksichtigt.
Die Entscheidung, wie es weitergehen sollte, fiel mir schwer – aber sie war der erste Schritt auf meinem Weg hin zu alternativen Ansätzen wie dem Coimbra Protokoll. Über Facebook und verschiedene Multiple Sklerose-Gruppen wurde ich schließlich auf Christina Kiening und ihre Initiative zum Coimbra Protokoll aufmerksam. Besonders die Vorträge von Professor Amon und Professor Spitz haben mich beeindruckt – plötzlich ergab alles für mich Sinn, und ich hatte einen echten Aha-Effekt. Die Zusammenhänge waren klar und logisch, und genau diese Klarheit hatte mir in der schulmedizinischen Behandlung bisher gefehlt. Da ich schon immer offen für alternative Wege war, fiel mir die Entscheidung für das Coimbra Protokoll nicht schwer.
Am 01.01.2019 begann ich schließlich meinen persönlichen Weg der Genesung und setzte auf diesen neuen Ansatz. Es war erstaunlich, wie sich mein Zustand über die folgenden Jahre immer weiter verbesserte. Nach und nach konnte ich wieder Dinge tun, die für mich lange undenkbar waren. Dabei spreche ich gar nicht nur vom Gehen oder Laufen – viel grundlegender war für mich das Wiedererlangen der Kontrolle über Blase und Darm, das aufrechte Sitzen und Stehen. Auch meine Sprache wurde wieder klarer, und die allgegenwärtige Fatigue ließ spürbar nach. Selbst Aufenthalte in der Sonne waren kein Problem mehr – ich musste mich nicht mehr im Dunkeln verkriechen. Ich konnte mir meine Kleidung wieder selbst anziehen und, was für mich das Wichtigste ist: Ich konnte gemeinsam mit meinem Kind die Welt entdecken, Ausflüge und Reisen unternehmen und mich auf kleine und große Abenteuer freuen.
Der Rollstuhl blieb zwar Teil meines Alltags, war aber nicht mehr der große Schrecken, sondern nur noch ein hilfreiches Werkzeug.
Heute kann ich voller Stolz sagen, dass ich wieder lebe. Den Rollator brauche ich noch – zur Stabilisierung oder um mich auszuruhen, wenn der Weg doch einmal weiter ist als gedacht. Ich weiß, dass die MS mich mein Leben lang begleiten wird, aber dank Christina und dem Coimbra Protokoll ist sie nur noch ein leises Nebengeräusch und nicht mehr das Hauptaugenmerk meines Lebens. Diese neue Lebensqualität darf ich jetzt gemeinsam mit meiner Familie genießen.
Ein herzliches DANKE an dich, liebe Christina, und dein engagiertes Team, dass ihr euch weiterhin für uns einsetzt und scheinbar Unmögliches möglich macht!"