24/02/2026
Heute Friedensgebet am Schloss Friedenstein Gotha
Hier die Botschaft dazu von Igor Shlonchak, dem Leiter unserer Partnerorganisation in der Ukraine:
Liebe Ukrainefreunde, verehrte Teilnehmerinnen und Teilnehmer am heutigen Friedensgebet in Gotha,
seit vier Jahren (1461 Tagen) in Folge hat die Ukraine dem brutalen, massiven Druck des
völkerrechtswidrigen russischen Angriffs widerstanden. Russlands ständiger Beschuss von Zivilisten
und der Energieinfrastruktur hat eine große Zahl von Toten und Verletzten unter völlig unschuldigen Menschen gefordert.
In der Zentralukraine, wo wir leben, gibt es in der Regel 18 Stunden am Tag keinen Strom. In Kiew hingegen können Stromausfälle auch schon einmal bis zu 36 Stunden dauern. Das ist furchtbar, besonders wenn Neugeborene in der Familie sind.
Unsere Kinder können nicht zur Schule gehen, weil es keinen Strom gibt und die Klassenzimmer deshalb nicht beheizt werden können. Die Temperatur im Klassenzimmer liegt zwischen 10 und 13 Grad Celsius. Aufgrund des Beschusses aus Russland befinden sich Kinder oft in Schutzräumen.
Täglich hören wir Kampfjets, Raketen und Drohnen über uns kreisen. Ständig hören wir Explosionen von Raketen- oder Drohnenstarts. Im Osten und Süden der Ukraine und in Kyiv ist die Situation mit Drohnen und Raketen natürlich viel schlimmer. Raketen und Drohnen fliegen über uns in Richtung Kiew. Das macht unseren Kindern große Angst.
Die Ukrainer leben in Ungewissheit. Wir hoffen nur, dass Gott und eine mitfühlende
Weltgemeinschaft uns beistehen und unser Land überleben wird. Wir wollen in einem
demokratischen, freien Land leben, nicht in einem despotischen, tyrannischen Staat, der von einem Ungeheuer regiert wird. Wir beten dafür, in einem Land zu leben, in dem gesunder Menschenverstand, gegenseitiges Verständnis und Nächstenliebe herrschen, nicht die Angst vor der Obrigkeit. Wir wollen einfach nur normal leben. Doch der Aggressor raubt uns ein friedliches, menschenwürdiges Leben. Russland tötet unerbittlich die Eltern eines ukrainischen Kindes. Russland tötet den einzigen Sohn einer Mutter. Und es istentsetzlich. Es ist erschreckend zu sehen, dass solcheine Barbarei im 21. Jahrhundert noch möglich ist.
Dank der Freunde der Ukraine aus Gotha, Lemgo und allen, denen etwas an uns Ukrainern liegt, erhielten während der vier Kriegsjahre Hunderte von Ukrainern aus der Zentral-, Ost- und Südukraine humanitäre Hilfe in Form von Lebensmitteln, Hygieneartikeln, warmer Kleidung, finanzieller Zuwendung und vielem mehr. Wir danken Ihnen herzlich für Ihre anhaltende Unterstützung. Das ist eine außerordentlich großartige Hilfe für unser tägliches Leben in unserem schwer geprüften
Heimatland.
Wir halten - so gut es geht - durch.
Aber wir brauchen dringend auch weiterhin die Hilfe der Weltgemeinschaft. Wir hoffen auf Gott und auf euch, unsere Freunde in Gotha.
Gott stehe uns allen bei.
Herzliche Grüße!
Igor Shloncha