15/10/2026
Übung
Technische Hilfe - Verkehrsunfall Person eingeklemmt.
Gemeinsame Feuerwehrübung der
Feuerwehren Gornhausen und
Mülheim
Am Montag, den 12. Oktober 2026, stand für die
Feuerwehr Gornhausen eine besondere Übung auf dem Übungsplan – eine Gemeinschaftsübung.
Gemeinsam mit der Feuerwehr Mülheim
wurde der Einsatz von hydraulischen Rettungsgeräten bei einem Verkehrsunfall mit
insgesamt 15 Feuerwehrleuten geübt.
Wehrführer Pascal Dörr hatte die gemeinsame Übung
angesetzt, um die Zusammenarbeit der beiden Feuerwehren weiter zu stärken und
den Umgang mit Rettungsschere und Spreizer zu vertiefen.
Das Übungsszenario: Menschenrettung nach einem
Verkehrsunfall, Eintreffen und vorbereitende Maßnahmen
Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Übung war das
Zusammenspiel der beiden Feuerwehren hinsichtlich Anfahrt und
Einsatzvorbereitung.
Um 20 Uhr begann die Übung - die Feuerwehr Gornhausen
fuhr zu einer angenommenen Unfallstelle am Bürgerhaus. Als Übungsobjekt diente
ein altes, abgemeldetes Schrottfahrzeug, an dem die verschiedenen
Arbeitsschritte realitätsnah trainiert werden konnten.
Dort galt es, sich zunächst einen Überblick über die
Lage zu verschaffen, die Unfallstelle abzusichern und die Erstversorgung der
verletzten Person einzuleiten. Gleichzeitig wurden die notwendigen
Vorbereitungen für die technische Rettung getroffen, sodass nach dem Eintreffen
der Feuerwehr Mülheim zügig mit den weiteren Maßnahmen begonnen werden konnte.
Nun stand die Rettung einer im Fahrzeug
eingeschlossenen Person im Mittelpunkt. Die Kameradinnen und Kameraden aus
Mülheim erläuterten den Umgang mit den hydraulischen Rettungsgeräten,
insbesondere mit Rettungsschere und Spreizer. Anschließend konnten die Einsatzkräfte
aus Gornhausen die Geräte direkt am Übungsfahrzeug einsetzen und die einzelnen
Arbeitsschritte praktisch erproben.
Durch das gemeinsame Üben konnten die Feuerwehren ihre
Abläufe abstimmen und wichtige Erkenntnisse für zukünftige Einsätze gewinnen.
Denn gerade bei Verkehrsunfällen mit eingeklemmten Personen sind eine schnelle
Alarmierung, ein koordiniertes Vorgehen und gut vorbereitete Einsatzkräfte
entscheidend.
Zusammenarbeit und Erfahrungsaustausch
Im Anschluss an die Übung fand direkt vor Ort eine
gemeinsame Nachbesprechung statt. Dabei wurden die Abläufe besprochen und
Erfahrungen ausgetauscht.
Die gemeinsame Übung war eine wertvolle Gelegenheit,
die Zusammenarbeit zwischen den Feuerwehren Gornhausen und Mülheim weiter zu
festigen, die Handhabung der technischen Rettungsgeräte zu trainieren und die
Abläufe bei einem Verkehrsunfall aufeinander abzustimmen.
Ein herzlicher Dank gilt der
Feuerwehr Mülheim für die Unterstützung und den gemeinsamen Übungsabend. Die
überörtliche Zusammenarbeit ist ein wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen
Gefahrenabwehr und trägt dazu bei, im Ernstfall schnell und professionell
helfen zu können.
Informationen
zu den Rettungsgeräten
Die Rettungsschere – Metall gezielt durchtrennen
Die hydraulische Rettungsschere ist ein
leistungsstarkes Schneidgerät, mit dem Einsatzkräfte auch stabile Fahrzeugteile
durchtrennen können. Dazu gehören beispielsweise bestimmte Bereiche der
Karosserie, Türholme oder andere verstärkte Bauteile. So können Öffnungen
geschaffen und Zugangswege zu eingeschlossenen Personen ermöglicht werden.
Der Spreizer – Platz schaffen und Bauteile bewegen
Der hydraulische Spreizer besitzt zwei kräftige
Spreizarme, die mit großer Kraft auseinanderbewegt werden können. Damit lassen
sich beispielsweise Fahrzeugtüren aufdrücken, verformte Karosserieteile
auseinanderdrücken oder Bauteile gezielt bewegen. Je nach Situation kann der
Spreizer auch zum Ziehen oder Anheben geeigneter Fahrzeugteile eingesetzt
werden.
Die
Rettungsschere erreicht eine Schneidkraft von bis zu 107 Tonnen. Der Spreizer
eine Spreizkraft von bis zu 42
Tonnen,
Zum
Vergleich: 42 Tonnen entsprechen ungefähr dem Gewicht von 28 durchschnittlichen Pkw mit jeweils
1,5 Tonnen. Die Schneidkraft von 107 Tonnen entspricht
rechnerisch dem Gewicht von rund 71
solcher Pkw.
Warum werden diese Geräte benötigt?
Nach einem Verkehrsunfall zählt jede Minute.
Gleichzeitig muss die Rettung möglichst schonend und sicher erfolgen. Die
Einsatzkräfte müssen die Lage beurteilen, das Fahrzeug sichern und die
verletzte Person betreuen. Anschließend wird entschieden, wie ein möglichst
sicherer Zugang geschaffen und die Person aus dem Fahrzeug gerettet werden
kann.
Rettungsschere und Spreizer ermöglichen es der
Feuerwehr, auch bei stark beschädigten Fahrzeugen kontrolliert Öffnungen zu
schaffen und notwendige Rettungsmaßnahmen durchzuführen. Dabei achten die
Einsatzkräfte darauf, zusätzliche Gefahren für die verletzte Person zu
vermeiden.
Üben für den Ernstfall
Der Umgang mit hydraulischen Rettungsgeräten erfordert
regelmäßige Ausbildung und praktische Übung. Bei der gemeinsamen Übung der
Feuerwehren Gornhausen und Mülheim konnten die Einsatzkräfte die Geräte an
einem ausgedienten Fahrzeug kennenlernen und ihren Einsatz trainieren.
Solche Übungen helfen dabei, die Handgriffe zu
festigen, die Zusammenarbeit zwischen den Feuerwehren zu verbessern und im
Ernstfall schnell, sicher und professionell handeln zu können.
Die folgenden Bilder
zeigen die Feuerwehrleute aus Gornhausen und Mülheim bei der gemeinsamen Übung
im praktischen Einsatz.
Fotos:
Feuerwehr Gornhausen
Text:
Stefan Wagner, Ortsbürgermeister und Oberfeuerwehrmann