21/05/2026
🐾 💞Tiertafelausgabe – ein Stück Nähe für die, die kämpfen 💞🐾
Manchmal fühlt sich der Donnerstag an wie ein schmaler Grat zwischen Stärke und Zerbrechlichkeit.
Wenn ich Donnerstag die Tiertafel übernehme, weiß ich nie, welche Geschichten mich erwarten – nur, dass sie schwer sein werden. Schwer für die Menschen, die sie tragen. Und manchmal auch schwer für mich.
Ich bin kein Trauerbegleiter, kein Seelsorger, kein Profi für seelische Wunden.
Und trotzdem versuche ich, nicht nur dem Tier zu helfen, sondern auch dem Menschen dahinter.
Es sind Gespräche, in denen Menschen ihre Seele öffnen, weil sie sonst niemanden haben.
Gespräche, in denen Tränen fallen, weil sie zu lange zurückgehalten wurden.
Gespräche, die mich später noch begleiten, wenn die Ausgabe längst vorbei ist.
Doch es gibt Tage, an denen ich selbst an meine Grenzen komme.
Tage, an denen die Geschichten, die ich höre – vertraulich, schwer, oft erschütternd – noch lange nachhallen.
Diese Ausgabetage gehören zu den belastendsten und kräftezehrendsten Momenten meiner ehrenamtlichen Arbeit.
Ich werde oft gefragt:
„Wie schaffst du das? Vollzeit arbeiten, Ehrenamt, dein eigenes Leben…?“
Manchmal weiß ich es selbst nicht.
Es wird schwieriger, weil sich das Leben für uns alle verändert.
Ich sehe, wie viele Menschen mehr Unterstützung brauchen.
Wie viele kurz davor sind, aufzugeben.
In meinen Gesprächen versuche ich Mut zu schenken.
Zu sagen: Gib nicht auf. Schau nach vorn. Du bist nicht allein.
Ich sehe, wie Tiere oft der letzte Halt sind – der Grund, morgens aufzustehen.
Und gleichzeitig sehe ich, wie diese Tiere krank werden, weil sie die seelische Not ihrer Menschen mittragen.
Am Ende eines solchen Tages bleibt oft ein stiller Moment zurück.
Ein Moment, in dem ich spüre, wie schwer viele Menschen wirklich tragen.
Wie viel Not unsichtbar bleibt, bis jemand endlich zuhört.
Ich kann nicht alles lösen.
Ich kann niemanden retten.
Aber ich kann da sein.
Für die Tiere.
Für die Menschen dahinter.
Für die, die kämpfen – leise, erschöpft, oft allein.
Und vielleicht ist genau dieses Stück Nähe manchmal das Einzige, was verhindert, dass jemand endgültig fällt.