Lichtschmiede e.V.

Lichtschmiede e.V. Herzlich Willkommen auf der Facebookseite von Lichtschmiede e.V.! Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, dort zu helfen, wo es nötig ist. V.

Egal, ob es um Obdachlosigkeit, einsame oder bedürftige Menschen geht - wir haben ein Herz dafür. Unser Ziel und unsere Vision ist es, Sensibilität für Einsamkeit, Hilfsbedürftigkeit und Obdachlosigkeit zu erwecken. Jeder kann helfen - in einem Verein wie Lichtschmiede e. können wir gemeinsam etwas bewegen. Hilfe, die ankommt - dies sind nicht nur leere Worte. Wir sind ehrenamtlich unterwegs und w

iederum auf Hilfe angewiesen, sei es finanzieller Art, sei es in Form einer aktiven Mitgliedschaft. Nur so können wir wachsen - und je mehr wir wachsen, desto mehr Hilfe können wir leisten.

17.06.2026 – ungewöhnliche Tour: Hagen-Wuppertal mit Frank und mir (Karin)Planänderung: Die Wuppertal-Tour ist an der Re...
19/06/2026

17.06.2026 – ungewöhnliche Tour: Hagen-Wuppertal mit Frank und mir (Karin)
Planänderung:

Die Wuppertal-Tour ist an der Reihe (wir wechseln EN-Kreis und Wuppertal ab), aber Andreas S. hat eine Meldung erhalten, die mich zunächst sprachlos macht. Eine Mutter mit 3 Kindern wurde heute von ihrem Freund aus der Wohnung geworfen, hat Unterschlupf in einer Kleingartenanlage gefunden und braucht – einfach alles. Hinzu kommt, dass ihre älteste Tochter mit einem Frühchen bei ihr Zuflucht gesucht hat, so dass jetzt 2 Erwachsene und 4 Kinder versorgt werden müssen. Wir erwarten eine Lieferung von Backwaren (und wieder ganz herzlichen Dank an die Foodsaver!), fahren also etwas später los. Neuer Plan: Andreas besorgt Nahrung, Babynahrung, Windeln, Getränke, Frank und ich holen alles auf dem Weg nach Hagen ab und bringen es dieser Familie, die sich wirklich so richtig und aktuell in Not befindet!

Wie abgesprochen wartet die Mutter am Tor zur Gartenanlage, ist völlig überwältigt, kann kaum begreifen, dass sie sich zumindest in den nächsten Tagen um die Versorgung ihrer Kinder und ihres Enkelkinds keine Gedanken machen muss. Andreas hat ganze Arbeit geleistet – die Versorgung ist gesichert. Ich frage vorsichtig nach: Ja, ihr – nun Ex – Freund hat sie heute raus geschmissen, sie war bereits beim Jobcenter und hat morgen einen Besichtigungstermin einer Wohnung. Sie ist noch sehr jung, hat mit Sicherheit einiges erlebt und ich bewundere ihre Tatkraft und Energie. Aber sie hat ja keine Wahl, muss so handeln, sie hat 4 Kinder und ein Enkelkind. Frank hilft ihr, die Taschen mit den Einkäufen sowie Flaschen mit Wasser und Saft zur Hütte zu tragen und ich rufe ihr nach: „Ich drück’ dir die Daumen!“Im Wagen sage ich zu Frank, dass mir dieser „Freund“ jetzt nicht begegnen dürfte…

Wir starten nun die geplante Tour nach Wuppertal. In Vohwinkel same procedure as every time: Getränke und Saures. Irgendwie tut diese Beständigkeit jetzt gut.
Auch der nächste Besuch ist erfolgreich, der „Bewohner“ ruft aus dem Gebüsch: „Ich komme, schneide mir gerade die Haare!“ Frank bereitet schon mal den Kaffee zu, als unser Bekannter sich durch den Busch kämpft. „Ui – das ist die Sommerfrisur!“ – Letztens hatte er die Haare noch zu einem Zöpfchen gebunden, jetzt sind sie millimeterkurz. Er hat gerne ein neues T-Shirt und ich halte eins hoch: „Ich mag’s nicht, wenn‘s unter den Armen kneift – aber so ‘n Kleid brauche ich auch nicht!“ Stimmt – XXL ist eindeutig zu groß.

Fußgängerzone – wir treffen auf einen guten Bekannten mit seinem Hund und Frank und ich sind wieder völlig begeistert. Hundefans halt. Unser Bekannter wird mit Essen und Trinken versorgt, der Hund mit Streicheleinheiten. Wir bedauern, dass wir kein Hundefutter dabei haben, aber er winkt ab – offenbar erhält er mehr Futter für den Hund als für sich 😊!

Am Bahnhof sind sie alle wieder da: Die Wiedersehensfreude ist auf beiden Seiten groß! Es ist viel los, alle sind friedlich, kein Gedränge, sehr entspannte Stimmung. Die Wärme tut offensichtlich gut – aber die Angst vor der angekündigten (eher angedrohten) Hitzewelle ist ebenso spürbar. Minusgrade und Hitze > 30 °C sind Feinde der Obdachlosen. Ein junger, uns lange bekannter Herr hat Redebedarf. Das Gehörte lässt mich nicht los und wird weiterhin ein Thema bleiben. Allmählich löst sich die Gruppe um unseren Wagen auf, Heckklappe zu und weiter.
Nicht Richtung Lager, noch einen Abstecher. Einem Herrn, der tief und fest schläft, hinterlassen wir eine Flasche Wasser, mit einem anderen, der nie Wünsche hat, sich jedoch über eine Unterhaltung freut, reden wir u.a. auch über das Wetter. Für ihn ist klar: Der Kälte hat er eher etwas entgegenzusetzen als der Hitze.

Die Wärme und die noch immer etwas drückende Luft machen auch uns zu schaffen und so fahren wir – beide immer wieder gähnend – zum Lager. Müde – aber zufrieden. Wir haben eine junge Familie versorgt, unsere Bekannten, einige Neue – und alle waren wieder begeistert über frische Backwaren, eine immer wieder schöne und willkommene Variante in unserem Angebot!

Passt gut auf euch auf, trinkt ausreichend, achtet bitte auch auf andere

Frank und Karin von der Lichtschmiede e. V.

14.06.2026 – Witten-Herdecke-Hagen-Tour, heute Andreas S. und ich (Karin)Andreas ist bereits am Lager und die Wasserkoch...
16/06/2026

14.06.2026 – Witten-Herdecke-Hagen-Tour, heute Andreas S. und ich (Karin)

Andreas ist bereits am Lager und die Wasserkocher kochen. Auffüllen müssen wir so ziemlich alles: Terrinen, Wasser, Süßes, Hygieneartikel, Isomatten, Schlafsäcke, T-Shirt, Schuhe. Kontrolliert wird eh alles, kurz noch mal checken, ob wir was vergessen haben und dann los.

In Witten suchen wir den „Herrn der Einkaufswagen“ vergeblich – wirklich weit weg kann er eher nicht sein, hoffentlich geht es ihm gut. Wir finden jedoch einen Bekannten an seinem angestammten Platz, dem wir helfen dürfen. Er ist immer ausgesprochen höflich, bescheiden, zurückhaltend. Andreas kennt ihn schon länger, sagt, dass er sehr abgebaut hat. Auch das gehört dazu: So sehr wir uns freuen, wenn wir Bekannte nach langer Zeit wiedersehen – oft ist aber auch deutlich erkennbar, dass das Leben auf der Straße seinen Tribut fordert. Das ist schwer auszuhalten, aber es gibt immer mal wieder Fälle, dass Menschen mit Hilfe der Lichtschmiede e. V. eine Wohnung finden und wir die Rückmeldung erhalten, dass sie offenbar dauerhaft den Absprung von der Straße geschafft haben.

In Herdecke suchen wir die „neue alte Bekannte“ leider vergeblich. In Hagen sind wir mit einem Bekannten verabredet, der immer mit zwei Kumpel auftaucht. Auch diese Drei sind immer sehr höflich, dankbar – und unser Bekannter ist jedes Mal felsenfest davon überzeugt, dass wir Engel sind, davon ist er absolut nicht abzubringen 😉.

Wir fahren noch einige bekannte Stellen ab, treffen jedoch niemanden an. Vorletzter Halt: Fußgängerzone. Schon von Weitem sehen wir drei Bekannte, die öfter zu dritt unterwegs sind. Freudige Begrüßung und Äußerung von Wünschen, die Andreas freundlich, jedoch klar und deutlich kommentiert. Wir wissen, dass sie schon öfter Schlafsäcke und Isomatten erhalten haben und Andreas fragt danach. Die Antworten kennen wir: „Geklaut.“ Andreas erklärt, warum wir nicht immer wieder erneut Schlafsäcke und Isomatten herausgeben können, dass wir auf Spendengelder angewiesen sind und dass sie bitte auf ihre Sachen aufpassen sollen. Die Antwort kennen wir auch: „Mal eben kurz weg… geklaut… können nicht immer alles mitnehmen…“ Es gibt jedoch auch einige obdachlose Menschen, die entweder Trolleys oder große Rucksäcke haben, die sie tatsächlich mit sich führen, auch mal in einem Schließfach am Bahnhof aufbewahren oder verstecken. Andreas gibt noch mal das Gewünschte aus, wir erhalten das Versprechen, aufzupassen… aber ob das klappt?

Letzter Halt: Hauptbahnhof. Bereits auf dem Weg dorthin sehen wir ein großes Aufgebot von Polizei und Einsatzwagen, hupende PKW, Fahnen werden geschwenkt und lautes, begeistertes Johlen: Deutschland hat 7:1 gegen Curaçao gewonnen. Die Stimmung ist ausgelassen, in keiner Weise bedrohlich.

Offenbar werden wir am Bahnhof bereits erwartet, schnell ist der Vereinswagen umringt und unaufhörlich kommen Neue hinzu, von allen Seiten werden Wünsche geäußert, manches Mal klingt es eher nach einer Forderung. Andreas spricht ein Machtwort: Alle auf eine Seite und in halbwegs geregelter Reihenfolge, anders ist der Andrang nicht zu meistern. Funktioniert. Wieder fallen zwei Herren angenehm auf: Beide sehr höflich, unterstützen uns, wenn jemand zu nervig wird – ich habe jedes Mal Probleme damit: Warum sind sie auf der Straße? Eine junge Frau, die wir länger kennen, ist ebenfalls immer sehr höflich, zurückhaltend, verlegen fragt sie mich nach einigen Hygieneartikel und Unterwäsche. Es gibt ein nettes Missverständnis mit einer Dame, obwohl sie sehr gut Deutsch spricht. Sie fragt nach „3 in 1“ und da wir gerade bei der Ausgabe von Kaffee sind, sagt Andreas: „Wir haben nur noch 2 in 1 – aber extra Zucker.“ Verwirrter Blick. Ich erkläre, dass sie extra Zucker zum Kaffee mit Milchpulver bekommen kann. Wieder verwirrter Blick. Plötzlich erhellt sich ihr Gesicht: „Nein! Dusche!“ Alles klar: Shampoo, Duschcreme, Pflege => 3 in 1… 😄

Das heiße Wasser reicht nicht, ich besorge eine Kanne voll im Kiosk. Viel können wir eh nicht mehr ausgeben, noch ca. 3 Terrinen sind übrig, die Süßigkeitenbox ist ebenfalls so gut wie leer. Zeit, die Heckklappe zu schließen und die Tour zu beenden.

Passt gut auf euch auf!
Andreas und Karin von der Lichtschmiede e. V.

Unsere Wuppertal-Tour am 12.06.26Unsere Tour an der Wupper startete in Vohwinkel, wo wir zwei alte Bekannte versorgen ko...
15/06/2026

Unsere Wuppertal-Tour am 12.06.26

Unsere Tour an der Wupper startete in Vohwinkel, wo wir zwei alte Bekannte versorgen konnten. "Wie immer?", war dann auch unsere Frage, als wir den Kofferraum unseres gut gefüllten Vereinswagens öffneten. Terrine, Kaffee, Wasser, Haribos...immer die gleiche Auswahl und immer ein herzliches "Dankeschön". Nie fragen sie nach anderen Dingen.

Bei unseren Touren erleben wir, im Hinblick auf die Bedürfnisse, ganz unterschiedliche Momente: Da sind z.B. die Obdachlosen, die einfach nur da sitzen, sich freuen, wenn wir kommen und nur reden wollen. Es gibt die, die schon friedlich schlafen, satt sind, vielleicht schon Hilfe von anderen bekommen haben. Und dann gibt es die, die freundlich nach Unterstützung fragen, die wirklich etwas brauchen und die sich nebenbei über ein Gespräch freuen. Das ist die größte Gruppe. Und es gibt auch die wenigen, die sehr fordernd sind. Dieser Gegensatz prägt unsere Touren und zeigt, wie vielschichtig die Lebensrealitäten sind.

Wir fuhren gezielt die Schlafstelle eines Strassenmenschen an, der bis vor kurzem noch mit Partnerin in der Fußgängerzone gesessen hat. Jetzt gehen sie getrennte Wege. Auf Zuruf kam nur ein "Nein, ich brauche nichts", und dann drehte er sich um und schlief weiter. Es scheint ihm nicht gutzugehen, denn wir kennen ihn als sehr gesprächigen Zeitgenossen. Ok, manchmal will man eben nur alleine sein.

Am Bahnhof, wo sich unsere Kannen mit heißem Wasser wieder schnell leerten, gab uns eine Frau den Tipp, einen Ort anzufahren, an dem eine ältere Frau sitzen würde, neu auf der Strasse und offensichtlich sehr bedürftig. Sie tat ihr leid. Als wir die Dame trafen, hatte sie aber schon eine Matte und einen Schlafsack bekommen. Wir konnten ihr dann noch mit Essen, Trinken, Socken und Feuchttüchern helfen, sodass die neue Situation nun hoffentlich etwas erträglicher ist.

In der Fußgängerzone saßen ein Mann und eine Frau nicht weit voneinander entfernt in Hauseingängen. Während er sich, wie immer, über etwas Warmes zu essen freute, wollte die Dame gar nichts. Sie wirkte psychisch stark verwirrt, redete ununterbrochen auf uns ein, doch wir konnten inhaltlich nichts von dem verstehen, was sie sagte...gar nichts. Sie wirkte dabei sehr fröhlich und winkte äußerst lebhaft, als wir uns verabschiedeten. Irgendwie in einer eigenen Welt, aber glücklich über jede Ansprache von außen. Es ist offensichtlich, dass ihr psychischer Zustand eine große Rolle dabei spielt, warum sie auf der Straße lebt.

Nach Mitternacht fuhren wir zufrieden zum Lager zurück. " Hilfe, die ankommt", bei den unterschiedlichsten Menschen auf der Straße, in unterschiedlichen Lebensrealitäten.

Passt gut auf euch auf.

Sabine und Monika vom Team Lichtschmiede e.V.

Heute, am 09.06.2026, begleitete ich Olaf mal wieder auf eine Tour. Da ich kein Mitglied des Straßenteams bin, springe i...
11/06/2026

Heute, am 09.06.2026, begleitete ich Olaf mal wieder auf eine Tour. Da ich kein Mitglied des Straßenteams bin, springe ich immer nur dann ein, wenn es nötig ist. So war das heute also meine dritte Tour und ich war sehr gespannt, was uns alles erwartete.

Es fing damit an, dass uns eine Meldung über eine vermutlich obdachlose Person in Herdecke erreichte und so war klar, wo unsere Fahrt beginnen würde. Doch zunächst hieß es, Auto packen, bis der Engel, der uns wieder Gebäck brachte, erschien.

Mit gut bestücktem Wagen ging es dann los, natürlich erst nach Herdecke. Wir mussten auch gar nicht lange suchen: auf einer regennassen Bank trafen wir auf eine einzelne Frau mit ihrem Gepäck, die uns zunächst misstrauisch entgegensah. Olaf erkannte die Dame sofort wieder, sie war eine Zeit lang auch in Gevelsberg unterwegs gewesen. Mit den Worten "Wir kennen uns doch" begrüßt, änderte sich der Gesichtsausdruck der Dame schlagartig und nach kurzem Gespräch wurde ich zum Auto geschickt, um das Wenige, das sie sich wünschte, zu holen, damit sie in Ruhe mit einem bekannten, wohlwollenden Menschen sprechen konnte. Da merkte ich, nicht zum ersten Mal, dass ein neues Gesicht nicht immer nur hilfreich ist, sondern dass es bei einigen Personen durchaus Hemmungen, sich frei zu äußern, hervorruft. Ist auch verständlich, schließlich konnte ich ihnen noch nicht beweisen, dass ich ebenfalls vertrauenswürdig bin.

Als wir sicher waren, dass wir alles uns Mögliche für sie getan hatten, fuhren wir weiter. Einige Abstecher zu versteckten Plätzen führten uns zu einer Gruppe aus gleich drei Personen, die sich gut versteckt zurückgezogen hatten. Wir sprachen sie an und sofort kam einer von ihnen zu uns. Wir erklärten, wer wir waren, und fragten, ob wir irgendwie helfen könnten. Olaf zeigte die Box mit dem Gebäck und da strahlte sein Gesicht von einem Ohr zum anderen. Mit Wasser, einigen Terrinen und Zimtschnecken beladen zog er zufrieden davon.

Schließlich erreichten wir Hagen, wo wir auf ein paar wenige Hilfsbedürfte am HBF trafen. Auch hier waren die Wünsche eher bescheiden und da es wirklich nur eine Handvoll Personen waren, hatten wir sie auch schnell versorgt. Wir drehten eine kurze Runde über den Bahnhofsvorplatz und den Busbahnhof, fanden aber weiter niemanden. Also ging die Fahrt weiter. An einer Bushaltestelle wurden wir wieder fündig. Wie schon zuvor waren die Menschen hier rasch versorgt, nur einer benötigte ein paar Schuhe und ein T-Shirt, was wir glücklicherweise in passender Größe dabeihatten. Weiter ging es, doch obwohl wir unsere Blicke in jeden Winkel wandern ließen, wir fanden niemanden weiter.

Einerseits war es gut zu wissen, dass es nicht mehr Menschen gab, die uns brauchten, andererseits fragten wir uns einigermaßen beunruhigt, wo denn alle Bedürftigen, die uns sonst so sehnsüchtig erwarteten, geblieben waren. Jede Person, die sich an einer Hauswand hingehockt hatte, löste sofort unsere Reflexe aus, anzuhalten, auszusteigen und nachzufragen. Und es passierte mehr als nur einmal, dass wir im letzten Moment erkannten, dass das junge Leute waren, die mit ihrem Handy beschäftigt waren und nur versucht hatten, eine bequeme Position einzunehmen, während sie auf Busse warteten oder ähnliches.

Gegen Mitternacht zurück am Lager teilten wir die Hoffnung, dass alle, die wir heute vermisst hatten, vielleicht in einer Notunterkunft oder bei Bekannten untergekommen waren. Das Erlebnis mit der Dame in Herdecke brachte es auf den Punkt: man ist immer hin- und her gerissen zwischen "Schön zu sehen, dass es dir gut geht" und "Wir hatten die Hoffnung, du hast den Absprung von der Straße geschafft". Den Gedanken, dass es manche eben auch einfach nicht schaffen, versucht man zu verdrängen.

In diesem Sinne passt gut auf euch auf.

Olaf und Katja von Lichtschmiede e. V. - Hilfe die ankommt.

07.06.2026 – Witten-Hagen-Tour mit Gudrun und mir (Karin)Am Lager wieder die Standardfrage: Wie viele Kannen heißes Wass...
10/06/2026

07.06.2026 – Witten-Hagen-Tour mit Gudrun und mir (Karin)

Am Lager wieder die Standardfrage: Wie viele Kannen heißes Wasser nehmen wir mit? Wir sind uns schnell einig: 4 sollten reichen, Probleme, unterwegs Nachschub zu erhalten, gab’s noch nie. Egal ob Kioske an Hauptbahnhöfen, Tankstellen oder sogar in der Fußgängerzone in Wuppertal in einem Hotel: Kannen werden immer bereitwillig aufgefüllt – ein Zeichen der Wertschätzung unseres Engagements.

In Witten treffen wir wieder den Hüter der Einkaufswagen – er kommt uns bereits auf Socken entgegen. Der große Zeh lugt aus einem Loch hervor und auf meine Frage, ob er nicht vielleicht neue Socken brauche, antwortet er, nö – morgen holt er sich neue. Auf Gudruns Frage: „Nudeln oder Kartoffelpüree?“ erhält sie, mit einem verschmitzten Grinsen, seine Standardantwort: „Wieso ‘oder‘?“ Er deponiert das, was er von uns erhalten hat, an seinem Schlafplatz. Als wir weiterfahren, sehen wir ihn - immer noch auf Socken - über die Straße gehen. Wo will er hin? Das weiß nur er…

Ein weiterer Bekannter, der nie etwas möchte, überrascht uns mit seinem Wunsch nach Getränken. Es gibt einige wenige obdachlose Menschen, die nie Wünsche äußern – wir fragen trotzdem nach und manchmal benötigen sie halt doch etwas! Dann sind wir froh, dass wir helfen dürfen.

In Hagen sind wir mit einem Bekannten verabredet, der sich telefonisch gemeldet und um Unterstützung gebeten hatte. Er wird versorgt und wir machen noch einen Abstecher zu der schweigsamen Dame auf ihrer Bank. Sie ist tatsächlich da, die üblichen Bierflaschen neben sich, im üblichen Schneidersitz auf der Bank sitzend. Ich begrüße sie und sage, dass sie uns ja kennt. Da schaut sie zum ersten Mal auf und sieht mich direkt an – um sofort wieder ins Leere zu blicken. Ich biete ihr wie immer etwas zu essen und zu trinken an, dass sie gerne sagen kann, wenn sie etwas möchte. Aber wie immer keine Reaktion. Wir verabschieden uns und fahren weiter.

Auf der Weiterfahrt sprechen wir über ein wichtiges Thema in unserem Ehrenamt: Mitleid, aber nicht mitleiden, professionelle Distanz, Selbstschutz. Für mich ein Thema, mit dem ich mich immer wieder aufs Neue auseinandersetzen muss.

In der Fußgängerzone sehen wir zwei Bekannte. Große Freude über unser Auftauchen und sofort werden Wünsche geäußert. In einem Gefühl überbordender Dankbarkeit möchte mich der eine Herr umarmen – trockener Kommentar des anderen: „Das machen die nicht.“ – Nee, das machen wir auch nicht. Getto-Faust ist ok und obdachlose Menschen sind für uns ganz bestimmt keine Menschen 2. Klasse, dass wissen sie und das schätzen sie auch – aber eine gewisse körperliche Distanz ist uns wichtig.

Am Hbf warten bereits etliche unserer Bekannten auf uns, schnell kommen weitere und auch für uns neue Obdachlose hinzu. Eine Terrine nach der anderen wird weiter gereicht, sowie Getränke, Süßes, Hygieneartikel, Socken und T-Shirts. Auch mit einem Paar Schuhe können wir einem Herrn helfen, Schlafsäcke und Isomatten werden ebenfalls benötigt. Wieder erfahren wir Geschichten, die betroffen machen und die zeigen, dass unsere Möglichkeiten zu helfen beschränkt sind. Das ist es wieder, dieses Mantra: Wir können die Welt nicht retten.
Jeder kann ein wenig dazu betragen, das Leben der obdachlosen Menschen etwas erträglicher zu machen. Oft halten sie sich tagsüber an Lebensmittelläden oder Bäckereien auf. Wer kein Geld geben möchte, kann fragen, ob sie etwas aus dem Geschäft benötigen. Lieber fragen, als ungefragt das 5. belegte Brötchen anzubieten.

Gudrun fragt mich, ob ich nach einer Tour sofort einschlafen kann. Nein. Zuhause gehe ich die Nacht noch mal durch. Für mich war heute das Bemerkenswerteste, dass die schweigsame Dame mich zum 1. Mal eine Sekunde lang bewusst angesehen hat.

Passt gut auf euch auf sagen
Gudrun und Karin von der Lichtschmiede e. V.

Unsere Wuppertal-Tour am 05.06.2026Seit einiger Zeit arbeiten wir mit ehrenamtlichen Foodsavern zusammen, die uns gerett...
08/06/2026

Unsere Wuppertal-Tour am 05.06.2026

Seit einiger Zeit arbeiten wir mit ehrenamtlichen Foodsavern zusammen, die uns gerettete Backwaren vorbeibringen. Was sonst möglicherweise im Müll landen würde, wird so zu einer wichtigen Hilfe für Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind.
Die Freude über die mitgebrachten Butterknoten, Croissants und andere Backwaren ist jedes Mal deutlich zu spüren. Die obdachlosen Menschen nehmen sie dankbar entgegen und genießen diese kleine, aber besondere Aufmerksamkeit. Für uns ist diese Kooperation ein wunderbares Beispiel gelebter Solidarität und Menschlichkeit.

Auch vor dieser Tour wurden wir wieder zuverlässig beliefert. Und es ging alles weg: Die Backwaren, die Teŕrinen, Unmengen an Kaffee und Wasser, die Haribos und vieles andere. Obwohl wir den ein oder anderen nicht antrafen, drubbelte es sich dann an einigen Orten so, dass wir am Ende leergeräumt waren.

Manchmal bleibt dann wenig Zeit, sich mit Einzelschicksalen zu beschäftigen.

Ein Strassenmensch kam humpelnd zu unserem Wagen. Er war vor Kurzem mit seinem Fahrrad angefahren worden, litt noch immer unter Schmerzen. Sein Bein musste mit 27 Stichen genäht werden. Man konnte ihm die Belastung deutlich ansehen.
In dieser Situation war es uns wichtig, nicht nur praktische Hilfe anzubieten, sondern vor allem Zeit zu schenken. Wir hörten ihm zu, ließen ihn von seinen Erlebnissen erzählen und schenkten ihm die Aufmerksamkeit, die im Alltag vieler obdachloser Menschen oft fehlt. Manchmal sind ein offenes Ohr, ein Gespräch und das Gefühl, ernst genommen zu werden, genauso wertvoll wie Essen oder andere Hilfen.

Passt gut auf euch auf sagen

Sabine und Monika vom Team Lichtschmiede e.V.

Unser Kluti überrascht uns immer wieder 😄Nachdem uns Kluti, alias Kluti Thorsten Machelett  uns schon letztes Jahr mit e...
06/06/2026

Unser Kluti überrascht uns immer wieder 😄

Nachdem uns Kluti, alias Kluti Thorsten Machelett uns schon letztes Jahr mit einer größeren Wasserspende überrascht hatte, folgte er auch dieses Jahr unserem Aufruf nach einem Wasserpaten und brachte uns spontan eine erste Lieferung an Wasser vorbei 👍.

Dafür sagen wir wieder einmal herzlichen Dank an Kluti 👍.

Du möchtest auch Wasserpate werden oder uns in anderer Form unterstützen? Dann melde dich doch einfach kurz bei uns ❤️.

Euer Team der Lichtschmiede e.V.

03.06.2026 – Witten/Hagen -Tour mit Susanne S. und mir (Karin)Susanne ist nicht „unsere“ Susanne von der Lichtschmiede e...
05/06/2026

03.06.2026 – Witten/Hagen -Tour mit Susanne S. und mir (Karin)

Susanne ist nicht „unsere“ Susanne von der Lichtschmiede e. V., sondern eine interessierte Gast-Mitfahrerin. Ich kenne sie schon lange und sie ist auch nicht „branchenfremd“ – wir sind früher viele Male gemeinsam auf Tour gefahren.

Ich hole sie ab und am Lager erkläre ich ihr, wie wir wo warum und wohin was packen. Heute erhalten wir wieder eine Lieferung Backwaren (vielen, vielen Dank an die Spender:innen 🙏🏼) – das ist wieder eine willkommene Abwechslung!

In Witten sind viele unserer Bekannten offenbar unterwegs, wir treffen jedoch den Hüter der Einkaufswagen an 😉. Er hat die Kolonne von 11 deutlich reduziert und freut sich über uns: „Es ist immer so schön, euch zu sehen!“ Er möchte wie immer auch etwas reden und erzählt wieder die Geschichte von früher im Münsterland und vom Wohnwagen. „Kennt ihr Burg Vischering?“ Klar - ich stamme ebenfalls aus dem Münsterland. Man weiß nie so genau, was es ist, was die Menschen, die wir versorgen, erzählen – ist es Wahrheit, Fantasie, eine Mischung aus Beidem? Die psychische Verfassung oder sogar Erkrankung spielt natürlich auch eine Rolle. Wir werten nicht, wir helfen.

Wir dürfen auf der Weiterfahrt noch einige Menschen mit Terrinen, Wasser, Hygieneartikel, Schlafsack und Isomatte versorgen und (ganz wichtig!) - Süßigkeiten. Manche verstehen den Begriff „Süßigkeiten“ aufgrund der Sprachbarriere nicht – aber bei „Haribo“ erhellen sich die Gesichter: „Ja!“

Wieder in Hagen fahren wir zu der Bank, auf dem die schweigsame Dame oft sitzt. Sie ist nicht da, vielleicht - und hoffentlich! - bereits sicher zuhause.

In der Fußgängerzone treffen wir auf einen Herrn im Rollstuhl und etwas entfernt auf zwei weitere, einer von ihnen ebenfalls im Rollstuhl. Ich parke so, dass wir beide Orte bequem erreichen können. Zunächst kümmern wir uns um den einzelnen Herrn im Rollstuhl. Er ist ein alter Bekannter – wir haben ihn beide nicht sofort erkannt. Ein Fuß ist dick verbunden, der Verband schmutzig. Er erzählt, dass er vor einiger Zeit im Krankenhaus war und dass mittlerweile Maden aus dem Verband kriechen. Susanne fragt nach, ob der Verband seitdem nicht erneuert worden sei. Ich frage, ob er unter diesen Umständen wieder ins Krankenhaus möchte. Klare Antwort: „Ja!“. Bevor wir den Rettungsdienst rufen, müssen wir sicherstellen, dass der oder die Betroffene auch bereit ist für einen Aufenthalt im Krankenhaus. Viele weigern sich aus unterschiedlichsten Gründen. Angst vor Diskriminierung; Misstrauen gegenüber Gesundheitseinrichtungen/Behörden; Depressionen, Angststörungen, Traumafolgestörungen; Angst vor Entzugserscheinungen; Angst, die wenige Habe zu verlieren, die sie an Schlafplätzen deponiert haben; Angst vor Regeln, die sie auf der Straße verlernt haben; Angst vor dem Verlust von Freiheit.

Kurze Rücksprache mit Olaf – dann rufe ich den Rettungsdienst. Der Herr ist auch bei ihnen seit Jahren bekannt und sie werden einen Wagen schicken. Die beiden anderen sind mittlerweile eingetroffen, plötzlich entbrennt zwischen ihnen ein lautstarker Streit. Alle drei werden versorgt, wir bitten darum, sich leise zu verhalten, da sonst die Polizei gerufen würde. Sie haben sich abgeregt, löffeln friedlich ihre Terrinen und versprechen es.

Halbwegs beruhigt steuern wir den letzten Halt an: Hauptbahnhof. Alte und neue Gesichter, große Freude und großer Andrang. Susanne und ich sind immer noch ein eingespieltes Team und so geht es zügig mit der Ausgabe, die Bötchen gehen weg „wie warme Semmeln“ 😉.

Auf der Rückfahrt reden wir über die Tour, wie froh Susanne ist, wieder mal rausgefahren zu sein, über dieses Ehrenamt. Wen es einmal gepackt hat, den lässt es meistens nie wieder wirklich los. Viele von der Lichtschmiede e. V. können das bestätigen.

Passt gut auf euch auf sagen

Gast-Mitfahrerin Susanne und Karin von der Lichtschmiede e. V.

02.06.2026  Heike und Frank mit Unterstützung von Emma in Wuppertal unterwegsDen ganzen Tag über schwankte die Wetterpro...
04/06/2026

02.06.2026 Heike und Frank mit Unterstützung von Emma in Wuppertal unterwegs

Den ganzen Tag über schwankte die Wetterprognose für die Tour zwischen „Kanu“ und „Taucheranzug“.

Ob wir wirklich jemanden antreffen?

So stellten wir uns die Frage beim Beladen des Vereinswagens.

Die nächste Frage war natürlich, wie viele Kannen mit heißem Wasser nehmen wir mit.
Wir entschieden uns für 5 Kannen á 1,7 Liter, was eine gute Entscheidung war.

Obwohl es mit Beginn der Tour aufgehört hat zu regnen, haben wir ab Vohwinkel fast alle Menschen in ihren Unterkunftsstellen angetroffen, fast alle hatten den Regen und die Gewitter aus dem sicheren Trocknen abgewartet.

Der eine oder andere hatte den Rückweg zu seinem Unterschlupf mit einem Schirm recht trocken zurückgelegt und ihn draußen zum Trocknen aufgestellt.

Die Freude über heiße Getränke und eine Terrine war bei den niedrigeren Temperaturen natürlich groß.

Auch die aggressive Dame war erstaunlich ruhig und nahm gerne Lebensmittel entgegen.
Neben unseren bekannten Obdachlosen konnten wir aber auch ein paar neue Menschen begrüßen, die erst seit kurzem auf der Straße leben und denen das nasskühle Wetter zusetzten, und ihnen neben Speisen und Getränken auch mit Ausrüstungsgegenständen helfen.

Fast alle wurden von Bekannten an uns herangeführt und vorgestellt.
Ein Beispiel für einen guten Zusammenhalt.

Es ist aber wie in jeder Bevölkerungsgruppe, es ist ein Geben und Nehmen, wer sich selbst in einer Gruppe vernünftig verhält, wird dort auch unterstützt.

Auch von den Neuen bekamen wir viel Dank und Zuspruch für unsere Arbeit.

Von den 5 Kannen waren zum Schluss 4 leer, trotz anfänglicher Zweifel hat sich diese Tour also gelohnt.

Den Kommentar „Wenn Engel reisen“ auf unsere Aussage, dass wir mit unserer Tour wettermäßig Glück gehabt haben, fanden wir dann doch ein kleines bisschen übertrieben, freuten uns aber darüber, dass die ehrenamtliche Arbeit der Straßenteams positiv angenommen wird.

Wir helfen gerne.

Passt gut auf euch auf sagen Heike und Frank vom Team Lichtschmiede e.V.

Hilfe, die ankommt!

Manchmal fängt eine Tour holprig an – und wird trotzdem zu einer, die zählt.Heute begann unsere Tour mit einer kleinen P...
31/05/2026

Manchmal fängt eine Tour holprig an – und wird trotzdem zu einer, die zählt.

Heute begann unsere Tour mit einer kleinen Panne – der Wagen sprang nicht an. Zum Glück war Olaf, unser 2. Vorsitzender schnell zur Stelle und half uns mit Starthilfe aus.
Mit rund einer Stunde Verspätung rollten wir dann doch noch los.

An unserem ersten Halt wurden wir herzlich empfangen. „Ihr seid immer so nett!" – solche Worte tun einfach gut. Die Herren sind meist sehr bescheiden und nehmen selten etwas an. Heute war es etwas anders: Einer von ihnen nahm eine Terrine. Im Wagen fragten wir uns hinterher: Hatte er wirklich Hunger – oder wollte er uns einfach nicht wieder mit leeren Händen davonfahren lassen? Eine Frage, die man nicht immer beantworten kann, die aber zeigt, wie viel Würde und Feingefühl in diesen Begegnungen steckt.

Weiter ging es zur Parkbank. Die junge Frau saß dort – ich sprach sie an, doch ihr Blick ging ins Leere, durch mich hindurch. Es ist nicht das erste Mal, und es wird wohl nicht das letzte sein. Trotzdem werden wir weiter nach ihr sehen. Immer wieder.

Am Hauptbahnhof trafen wir alte Bekannte und neue Gesichter – Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen auf der Straße gelandet sind. Alle freundlich, alle respektvoll. Als keine Wünsche mehr offen waren, packten wir zusammen und fuhren zurück zum Lager.

Passt gut auf euch auf –
Andreas und Susanne vom Lichtschmiede-Team

Adresse

Lichtschmiede E. V. , Hagener Str. 150
Gevelsberg
58285

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