Aufandhalt Gera e.V.

Aufandhalt Gera e.V. Netz von Betroffenen rechtsextremer Gewalt und rassistischer Diskriminierung. Opferberatung. Aufklärung.

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28/12/2025

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Vergessen: Wir gedenken des 17-jährigen Nihad Yusufoğlu, der heute vor 35 Jahren am 28. Dezember 1990 in der Kleinstadt Hachenburg (Rheinland-Pfalz) von einem jungen Ne***zi-Skinhead durch einen Messerstich ins Herz ermordet wurde.
Bereits im Vorfeld der Tat wurde die Familie Yusufoğlu über Wochen hinweg immer wieder von Ne***zis schikaniert und körperlich angegriffen.

Am Tag des tödlichen Angriffs eskaliert die rechtsextreme Gewalt. Eine sechsköpfige Gruppe junger Skinheads greift Nihad Yusufoğlu an. Ein 18-jähriger Ne***zi sticht Nihad Yusufoğlu ein Messer so tief in den Rücken, dass die Herzwand verletzt wird. Nihad Yusufoğlu schleppt sich noch fast hundert Meter in Richtung seines Elternhauses und bricht dann auf der Straße zusammen. Er stirbt auf dem Weg ins Krankenhaus.

Nach der Tat verlässt die Familie Yusufoğlu Hachenburg. Man haben ihnen „durch die Blume gesagt (...), dass man sie hier nicht länger haben will“, erzählen später Freunde der Familie. Die sechs an der Tat beteiligten Jugendlichen werden noch in der Tatnacht gefasst und verhört.

Nur der 18-Jährige Haupttäter wird vom Landgericht Koblenz wegen Totschlags zu einer milden Jugendstrafe von sechs Jahren verurteilt. Nach Ansicht der Strafkammer ist „ein gewisser ausländerfeindlicher und rassistischer, möglicherweise auch rechtsextremistischer Hintergrund“ zu erkennen, jedoch sei dem Täter nicht nachzuweisen, dass er zum Tatzeitpunkt „rassistische Motive verinnerlicht“ hatte. Die Polizei spricht von „Spannungen“ und „Reibereien“ zwischen den rechtsextremen Jugendlichen und den „Gebrüdern” Yusufoğlu, die in der Schule begonnen haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gehörten die Täter zum Umfeld der rechtsextremen Gruppierung „Taunusfront“. Die jungen Ne***zis haben sich laut Polizeiangaben allerdings lediglich zum „Saufen und Rumhängen“ getroffen. Während der U-Haft prahlte der Täter mit seiner Mitgliedschaft und gab an, selbst der „Rädelsführer“ zu sein.

Der Mord an Nihad Yusufoğlu wird vor Gericht entpolitisiert, eine staatliche Anerkennung bleibt aus. Angesichts des alltäglichen rechtsextremen Terrors gegen die Familie des Opfers ist das Urteil bis heute schwer nachvollziehbar.

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Gera
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