06/03/2025
Blumen und Pralinen reichen nicht aus!
Für eine gerechte Zukunft: Lohngleichheit und Gleichstellung jetzt!
Am 7. März 2025 begehen wir den Equal Pay Day in Deutschland - ein Tag, der symbolisiert, wie weit Frauen im Jahr arbeiten müssen, um das Vorjahresgehalt ihrer männlichen Kollegen zu erreichen. Ein Tag später, am 8. März, folgt der Weltfrauentag, ein globaler Aktionstag für die Rechte von Frauen. Diese beiden Daten sind untrennbar miteinander verbunden, denn gleiche Bezahlung ist ein wesentlicher Bestandteil der Gleichstellungspolitik.
Als Katholische Arbeitnehmer-Bewegung setzen wir uns für eine gerechte Gesellschaft ein, in der gleiche Arbeit gleich entlohnt wird - unabhängig vom Geschlecht. Doch die Realität sieht anders aus: Frauen verdienen in Deutschland im Durchschnitt noch immer rund 16 Prozent weniger als Männer. Besonders betroffen sind Mütter, Frauen in sozialen Berufen oder Teilzeitbeschäftigte. Diese Lohnlücke führt nicht nur zu finanziellen Einbußen während des Erwerbslebens, sondern auch zu einer geringeren Rente im Alter.
Lohngerechtigkeit ist nicht nur eine Frage der Fairness, sondern auch der sozialen Gerechtigkeit. Unsere Wirtschaft und Gesellschaft können es sich nicht leisten, auf das wertvolle Potenzial von Frauen zu verzichten. Deshalb fordern wir:
- Transparente Lohnstrukturen in Unternehmen, um ungerechte Gehaltsunterschiede aufzudecken und zu beseitigen.
- Die hundertprozentige Geleichstellung und Geleichbehandlung von Teilzeit- und Vollzeitkräften.
- Aufwertung sozialer und pflegerischer Berufe, in denen vor allem Frauen arbeiten, aber die oft schlechter bezahlt werden.
- Bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, durch flexible Arbeitsmodelle und eine gerechte Verteilung von Sorgearbeit zwischen Männern und Frauen.
- Stärkere gesetzliche Maßnahmen zur Durchsetzung von Entgeltgleichheit.
Ein gesellschaftlicher Gewinn könnte in der Triade der Arbeit sein. Hier werden alle Formen der Arbeit, die Erwerbsarbeit, die Familien- und Carearbeit und die gemeinwesenbezogene Arbeit als gleichwertig gesehen und fair und gerecht zwischen Frauen und Männern verteilt.
Die katholische Soziallehre mahnt uns, für eine Gesellschaft einzutreten, in der jeder Mensch in Würde leben und arbeiten kann. Lohngleichheit ist ein wesentlicher Baustein dieser Würde. Wir als KAB fordern Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf, den Equal Pay Day und den Weltfrauentag nicht nur als symbolische Aktionstage zu betrachten, sondern endlich entschlossen zu handeln.
Die KAB Deutschland ruft dazu auf, sich an Aktionen, Kundgebungen und Bildungsveranstaltungen, die im Rahmen der beiden Aktionstage stattfinden, zu beteiligen und die Stimme für die Gleichstellung der Geschlechter zu erheben. Die bisherigen Fortschritte in der Gleichberechtigung von Frau und Mann müssen verstetigt und weiterentwickelt werden. „Gerade in Zeiten der erstarkten politischen Rechten, die ein „traditionelles“ Frauenbild propagieren, die Gleichstellungspolitik ablehnen und Frauen aus der Arbeitswelt zurückdrängen wollen, ist der solidarische Einsatz für die Gleichberechtigung von Frau und Mann in allen Belangen notwendig“, so Stefan- Bernhard Eirich, Bundespräses der KAB.
Denn Gleichberechtigung darf kein Privileg sein - sie ist ein Grundrecht!
Andrea Grabherr
Referentin für Frauen und Gesundheit
Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Diözese Rottenburg-Stuttgart
Die Katholische Arbeitnehmer- Bewegung ist ein katholischer Berufs- und Sozialverband, der sich seit 175 Jahren für eine lebenswerte Arbeits- und Berufswelt einsetzt. Als Bewegung für soziale Gerechtigkeit positioniert sie sich politisch, beteiligt sich an öffentlichen Debatten und setzt Impulse zur aktiven Gestaltung der Zukunft.