03/03/2026
Mein Leserinnenbrief zu „Große Pläne für Lidl-Markt“ PK 1.2.2026; heute im PK erschienen am 03.03.2026, hier wg. Relevanz für die Kommunalwahlen nochmal online:
Statt Flächenfraß: Nachverdichtung und blau-grüne Infrastruktur
Die Verkaufsfläche des Lidl-Marktes in Geisenfeld soll sich fast verdoppeln. Der Kundenparkplatz würde mitwachsen, zulasten des öffentlichen P&R Platzes am Busbahnhof. Wie soll auf diesem Wege die Mobilitätswende gelingen? Außerdem hat sich die Stelle jetzt schon zum Hotspot entwickelt, siehe Satellitenbild. Während die Folgen des Neubaus noch unklar sind, greift der Discounter schon nach dem nächsten unbebauten Grundstück.
Fortschrittlich erscheint die geplante PV auf dem Dach. Doch zukunftsfähiges Bauen ist mehr! Anstatt weitere Fläche zu versiegeln, könnte der wertvolle Boden intelligenter genutzt werden: Tiefgarage? Begrüntes Parkhaus? Anhebung der Verkaufsfläche ins Obergeschoss? Auch zusätzliche Etagen für Praxen, Dienstleistungen oder Wohnen wären denkbar. Photovoltaik über dem Parkplatz könnte Energie und Schatten zugleich liefern, als Mindest- Mehrfachnutzung.
Und soll für den Neubau wieder alles Grün weg, obwohl wir für künftige Hitzesommer dringend große, leistungsfähige Baumkronen und Vegetation auf allen Ebenen zur Kühlung, Befeuchtung und Luftfilterung bräuchten, als grüne Infrastruktur? Erhaltenswerte Bäume gilt es zu schützen, damit sie die Baustelle überleben.
Die ARGE für Hochwasserschutz will ein Frühwarnsystem einrichten. Doch was tut sie zur Vorbeugung? Sensibilisiert sie die Kommunen dafür, mit ihren Bauprojekten die Lage nicht weiter zu verschlimmern? Wo bleibt das Wassermanagement, die blaue Infrastruktur? Wer 10.700 m² Boden versiegelt, schafft neue Überflutungen.
Dass der Stadtrat die erste Planungsstufe einstimmig durchwinkte, zeigt, dass die derzeit dort vertretenen Parteien die Zeichen der Zeit nicht erkannt haben. Das kommt davon, wenn jeder nur den wählt, den er vom Verein kennt anstatt die fähigsten Köpfe. In diesem Gremium braucht es dringend Menschen, die sich für Zukunftsthemen interessieren und den Mut haben, unseren heimischen Boden gegenüber mächtigen Investoren wie der Schwarz-Gruppe zu verteidigen. Wer wagt innovative Nachverdichtung bei Wohnraum, Gewerbe und Stadtgrün?