02/03/2026
Ein geplanter Anschlag. Eine mutige Frau. Ein Fest voller Lebensfreude.
So beginnt die Geschichte von Purim, einem der fröhlichsten Feste im Judentum. Heute Abend hat Purim begonnen und dauert bis zum Abend des 3. März.
Die Erzählung steht im Buch Ester im Alten Testament. Sie handelt im antiken Persien. Der einflussreiche Minister Haman plant dort die Vernichtung der jüdischen Bevölkerung. Das Los, mit dem er das Datum für seinen Plan bestimmt, heißt auf Persisch „Pur“. Der Name des Festes, Purim, bedeutet daher „Lose“.
Doch das Blatt wendet sich. Ester, eine junge Jüdin, die zur persischen Königin geworden ist, offenbart ihre Herkunft und riskiert ihr Leben. Gemeinsam mit ihrem Cousin Mordechai setzt sie sich beim König für ihr Volk ein. Hamans Plan wird verhindert. Aus einem Tag der Bedrohung wird ein Tag der Rettung.
Bis heute wird Purim jedes Jahr gefeiert. In Synagogen wird die „Megillat Ester“, die Esterrolle, also die biblische Erzählung, öffentlich vorgelesen. Wenn der Name Haman fällt, übertönt man ihn mit Ratschen und Lärm. Viele Menschen verkleiden sich, denn das Motiv des Verbergens und Sichtbarwerdens zieht sich durch die gesamte Geschichte.
Zum Fest gehören außerdem „Mischloach Manot“, das Verschenken von Speisen an Freunde, sowie „Zedaka“, die religiöse Pflicht, Bedürftige zu unterstützen. Traditionell werden dreieckige „Hamantaschen“ gegessen, ein Gebäck, das symbolisch an den besiegten Gegner erinnert.
Purim verbindet ernste Erinnerung mit ausgelassener Freude. Es erzählt von Bedrohung, Mut und Solidarität und davon, wie Identität auch in schwierigen Zeiten bewahrt wird.
Das Bild zeigt Görlitzer Kinder bei der Purim-Feier im Jahr 1925 im Haus der Familie Loewy.
Foto: Familienarchiv der Familie Loewy, Recherche und Archivierung: Lauren Leiderman