Kreishandwerkerschaft Görlitz

Kreishandwerkerschaft Görlitz Melanchthonstrasse 19
02826 Görlitz

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Obermeistertag 2026
18/06/2026

Obermeistertag 2026

05/06/2026
01/06/2026

Junge Menschen verdienen Perspektiven, Wertschätzung und die Möglichkeit, ihre Talente zu entdecken.
Das Fleischerhandwerk bietet genau das: Verantwortung, Teamgeist, Kreativität und eine Ausbildung mit Zukunft.

Denn aus Interesse und Begeisterung entstehen die Fachkräfte von morgen.

30/05/2026

Handwerk unter Druck: Nicht der Fachkräftemangel wird zum größten Risiko – sondern fehlender Vertrieb

Wenn über die Herausforderungen des Handwerks gesprochen wird, fällt meist zuerst das Stichwort Fachkräftemangel. Tatsächlich kämpfen viele Betriebe seit Jahren damit, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Doch zunehmend zeichnet sich ein weiteres Problem ab, das für zahlreiche Unternehmen mindestens ebenso gefährlich werden könnte: fehlende planbare Neukundengewinnung.

Über viele Jahre hinweg war Vertrieb für zahlreiche Handwerksbetriebe kein entscheidender Erfolgsfaktor. Die Auftragsbücher waren gut gefüllt, Empfehlungen kamen regelmäßig von selbst, Bestandskunden sorgten für Folgeaufträge und das Telefon klingelte oft ohne aktives Zutun. Viele Unternehmen konnten sich ihre Kunden sogar aussuchen.

Unter diesen Bedingungen bestand kaum Druck, sich intensiv mit Themen wie Positionierung, Marketing, digitaler Sichtbarkeit oder strukturierten Vertriebsprozessen auseinanderzusetzen. Eine moderne Website, professionelle Außendarstellung oder systematische Kundengewinnung galten häufig als verzichtbarer Luxus. Der wirtschaftliche Erfolg schien auch ohne diese Maßnahmen gesichert.

Doch die Marktbedingungen haben sich verändert.

In vielen Regionen berichten Handwerksbetriebe von rückläufigen Anfragen. Kunden vergleichen Angebote deutlich intensiver, Preisentscheidungen gewinnen an Bedeutung und die Vorlaufzeiten bei Aufträgen werden kürzer. Gleichzeitig steigen Personal-, Material- und Energiekosten weiter an. Die Folge: Der wirtschaftliche Druck nimmt spürbar zu.

Viele Betriebe stellen nun fest, dass sie nie gelernt haben, aktiv und planbar neue Kunden zu gewinnen – nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil es lange Zeit schlicht nicht erforderlich war. Was früher funktionierte, reicht heute jedoch vielerorts nicht mehr aus.

Wer keinen verlässlichen Weg besitzt, regelmäßig qualifizierte Anfragen zu generieren, macht sich abhängig von Empfehlungen und Zufällen. In einem zunehmend wettbewerbsintensiven Markt wird diese Abhängigkeit zum Risiko. Besonders kritisch wird die Situation, wenn sinkende Auftragseingänge auf schwindende Margen treffen. Branchenkenner berichten bereits von zahlreichen Betrieben, deren Gewinnmargen unter die Zehn-Prozent-Marke gefallen sind.

Die wirtschaftlichen Folgen zeigen sich oft schleichend. Rechnungen werden später bezahlt, während Lieferanten auf pünktliche Begleichung bestehen. Die Liquidität gerät unter Druck, laufende Personalkosten belasten die finanzielle Stabilität und aus einem schwachen Quartal kann innerhalb weniger Monate eine ernsthafte Schieflage entstehen.

Unternehmensinsolvenzen entstehen selten über Nacht. Häufig sind sie das Ergebnis struktureller Probleme, die über Jahre hinweg nicht erkannt oder nicht konsequent angegangen wurden. Dazu zählen insbesondere fehlende Vertriebssysteme, mangelnde Transparenz bei betriebswirtschaftlichen Kennzahlen und eine zu starke Abhängigkeit von einzelnen Auftragsquellen.

Die Anforderungen an moderne Handwerksbetriebe haben sich deshalb verändert. Fachliche Qualität bleibt die Grundlage des Erfolgs, reicht allein jedoch oft nicht mehr aus. Ebenso wichtig werden eine klare Positionierung am Markt, eine vertrauenswürdige Online-Präsenz, Sichtbarkeit bei den richtigen Zielgruppen sowie ein professioneller Prozess zur Bearbeitung und Nachverfolgung von Anfragen.

Vertrieb ist damit nicht länger ein optionales Zusatzthema, sondern ein zentraler Bestandteil erfolgreicher Unternehmensführung. Betriebe, die diesen Wandel frühzeitig erkennen und entsprechende Strukturen aufbauen, sichern sich entscheidende Wettbewerbsvorteile.

Die größte Gefahr für die kommenden Jahre besteht daher nicht zwangsläufig darin, dass gute Handwerker keine Mitarbeiter finden. Sie könnte vielmehr darin liegen, dass fachlich hervorragende Betriebe Marktanteile verlieren, weil sie ihre Leistungen nicht sichtbar genug machen. Während jüngere Unternehmen oftmals offensiver in Marketing und Vertrieb investieren, verlassen sich viele etablierte Betriebe noch immer auf Methoden, die in einem veränderten Marktumfeld zunehmend an Wirkung verlieren.

Das Handwerk steht damit vor einem grundlegenden Wandel: Künftig werden nicht allein die besten Fachbetriebe erfolgreich sein, sondern jene Unternehmen, die handwerkliche Qualität mit professioneller Kundengewinnung und unternehmerischem Denken verbinden.

30/05/2026

Die aktuelle Wirtschaftsflaute ist nicht allein ein Problem von Großindustrie und Mittelstand. Auch zahlreiche Handwerksbetriebe im Landkreis Görlitz stehen unter erheblichem Druck. Sinkende Aufträge, hohe Kosten, Fachkräftemangel und zunehmende Bürokratie gefährden die wirtschaftliche Stabilität vieler kleiner Unternehmen. Da das Handwerk eine tragende Säule der regionalen Wirtschaft und Ausbildung darstellt, müssen seine Sorgen stärker in den Mittelpunkt der politischen und öffentlichen Debatte rücken. Ohne ein leistungsfähiges Handwerk sind weder wirtschaftliche Entwicklung noch die erfolgreiche Gestaltung des Strukturwandels in der Region Görlitz möglich.

29/05/2026

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29/05/2026

Das Tempo im KI-Zeitalter, die richtige Positionierung sowie ein Tipp fürs Chef-Mindset – die Themen von Sven Schöpker auf der HeroCon 2026.

29/05/2026

Pressemitteilung

Kreishandwerkerschaft Görlitz

Handwerk weist CDU-Vorstoß zur Pflegefinanzierung entschieden zurück

Die Kreishandwerkerschaft Görlitz lehnt die Forderung des CDU-Bundestagsabgeordneten Albert Stegemann entschieden ab, privates Vermögen und insbesondere selbstgenutztes Wohneigentum stärker zur Finanzierung der Pflege heranzuziehen.

Kreishandwerksmeister Marcel Schulze erklärt dazu:

„Wer jahrzehntelang arbeitet, Steuern zahlt, Betriebe aufbaut, Arbeitsplätze schafft und Verantwortung übernimmt, darf im Pflegefall nicht dafür bestraft werden, dass er Eigentum geschaffen oder privat vorgesorgt hat. Das Eigenheim vieler Handwerkerfamilien ist keine Luxusreserve, sondern Lebensleistung und Altersvorsorge zugleich.“

Gerade im Handwerk hätten Generationen unter großen persönlichen Entbehrungen Vermögen aufgebaut – häufig durch den Verzicht auf Konsum, durch 60-Stunden-Wochen und durch familiären Einsatz. Dass nun ausgerechnet diese Menschen im Pflegefall zuerst ihr Haus verwerten sollen, sende ein fatales Signal an alle Leistungsträger im Land.

„Wer Eigentum bestraft, zerstört Vertrauen in Eigenverantwortung und Vorsorge. Jahrzehntelang wurde den Menschen geraten, privat vorzusorgen und Wohneigentum aufzubauen. Jetzt soll genau das zum Nachteil werden. Das ist weder fair noch wirtschaftlich klug“, so Schulze weiter.

Die Kreishandwerkerschaft Görlitz warnt zudem vor den Folgen für den Mittelstand und familiengeführte Handwerksbetriebe. In vielen Fällen seien Betriebsvermögen, Immobilien und private Altersvorsorge eng miteinander verbunden. Ein staatlicher Zugriff im Pflegefall gefährde nicht nur Existenzen, sondern auch Unternehmensnachfolgen im ländlichen Raum.

Statt neue Belastungen für Eigentümer und den Mittelstand zu schaffen, fordert das Handwerk eine ehrliche Debatte über strukturelle Reformen in der Pflegeversicherung sowie mehr Effizienz im System.

„Deutschland hat kein Einnahmenproblem allein, sondern vor allem ein Ausgaben- und Strukturproblem. Immer neue Zugriffe auf das Vermögen der Bürger lösen die Krise nicht. Wer Leistung, Eigentum und Verantwortung entwertet, schwächt am Ende die gesamte Wirtschaftskraft unseres Landes.“

Die Kreishandwerkerschaft Görlitz spricht sich daher klar gegen Überlegungen aus, selbstgenutztes Wohneigentum oder erarbeitetes Familienvermögen zur Regelgröße staatlicher Pflegefinanzierung zu machen.

Adresse

Melanchthonstrasse 19
Görlitz
02826

Öffnungszeiten

Montag 08:00 - 12:00
Dienstag 08:00 - 12:00
13:00 - 17:00
Donnerstag 08:00 - 12:00
13:00 - 17:00
Freitag 08:00 - 12:00

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