09/08/2026
🪿 NEOZOEN – TEIL 1
Vor etwa vier Wochen kam diese verletzte Kanadagans zu uns. ❤️🩹
Sie musste operiert werden – und hat den Eingriff zum Glück gut überstanden. Inzwischen ist sie auf dem Weg der Besserung. 😊
Aber wusstet ihr, dass die Kanadagans bei uns gar nicht heimisch ist?
Sie gehört zu den sogenannten Neozoen. Damit bezeichnet man Tierarten, die unter direktem oder indirektem Einfluss des Menschen in ein Gebiet gelangt sind, in dem sie ursprünglich nicht vorkamen – und sich dort etabliert haben.
Etwa 10 % der Neozoen gelten als invasiv. Sie können sich stark ausbreiten und dadurch negative Auswirkungen auf Natur und Umwelt haben – beispielsweise indem sie heimische Arten verdrängen oder Krankheiten übertragen.
Zu den bekanntesten invasiven Arten bei uns gehören unter anderem 🦝 Waschbär, 🦫 Nutria, 🐕 Marderhund, 🪿 Nilgans, 🐝 Asiatische Hornisse und 🐸 Amerikanischer Ochsenfrosch.
Aber: Nicht jede gebietsfremde Art ist automatisch invasiv.
Viele Arten haben sich unauffällig in unsere Ökosysteme eingefügt. Dazu gehören beispielsweise die Kanadagans oder der Halsbandsittich.
Und wusstet ihr, dass auch Wildkaninchen und Fasane ursprünglich als Jagdwild eingeführt wurden? 😉
Normalerweise verbietet das Bundesnaturschutzgesetz das Ausbringen gebietsfremder Arten ohne entsprechende Genehmigung. Eine wichtige Ausnahme gibt es allerdings: die Pflege und Notaufnahme verletzter Tiere.
Genau deshalb durften wir diese verletzte Kanadagans vorübergehend aufnehmen, behandeln und könnten nach ihrer Genesung wieder in die Freiheit entlassen. Allerdings konnten wir bereits einen geeigneten Endplatz für sie ausmachen. 🙏
Warum uns invasive Neozoen in der Wildtierpflege immer wieder vor rechtliche Herausforderungen stellen, erfahrt ihr im nächsten Beitrag.
Jetzt heißt es aber erstmal: Gute Besserung, kleine Kanadagans! 🪿❤️