12/06/2026
🔴 𝘿𝙞𝙚 𝙎𝙘𝙝𝙬𝙖𝙧𝙯𝙬𝙖𝙡𝙙𝙠𝙡𝙞𝙣𝙞𝙠 𝙬𝙖𝙧 𝙁𝙞𝙠𝙩𝙞𝙤𝙣.
𝘿𝙞𝙚 𝙁𝙞𝙣𝙖𝙣𝙯𝙞𝙚𝙧𝙪𝙣𝙜𝙨𝙡𝙪̈𝙘𝙠𝙚 𝙞𝙨𝙩 𝙍𝙚𝙖𝙡𝙞𝙩𝙖̈𝙩 🔴
Die 𝗧𝗵𝘂𝗿𝗲 𝘃𝗼𝗻 𝗨𝗲𝘅𝗸𝘂̈𝗹𝗹-𝗞𝗹𝗶𝗻𝗶𝗸 im Glottertal bei Freiburg beteiligt sich am BWKG-Aktionstag gegen das Beitragssatzstabilisierungsgesetz
🔴 Die Thure von Uexküll-Klinik beteiligt sich am landesweiten Aktionstag der baden-württembergischen Krankenhäuser gegen die von der Bundesregierung geplanten Sparmaßnahmen im Rahmen des Beitragssatzstabilisierungsgesetzes. Mitarbeitende, Klinikleitung und Betriebsrat haben gemeinsam vor dem Haupteingang der Klinik auf die Auswirkungen der geplanten Regelungen aufmerksam gemacht.
🔴 Symbolisch wurde der Haupteingang geschlossen. Vor dem Gebäude versammelten sich Beschäftigte mit Schildern wie „Reale Versorgung“, „Keine Schauspieler“ und „Reale Defizite“. Im Mittelpunkt stand ein großes Banner mit der Aufschrift:
„𝘿𝙞𝙚 𝙎𝙘𝙝𝙬𝙖𝙧𝙯𝙬𝙖𝙡𝙙𝙠𝙡𝙞𝙣𝙞𝙠 𝙬𝙖𝙧 𝙁𝙞𝙠𝙩𝙞𝙤𝙣. 𝘿𝙞𝙚 𝙁𝙞𝙣𝙖𝙣𝙯𝙞𝙚𝙧𝙪𝙣𝙜𝙨𝙡𝙪̈𝙘𝙠𝙚 𝙞𝙨𝙩 𝙍𝙚𝙖𝙡𝙞𝙩𝙖̈𝙩.❞
🔴 Mit der Aktion soll verdeutlicht werden, dass Gesundheitseinrichtungen bereits heute unter erheblichem wirtschaftlichem Druck stehen. „Unsere Türen müssen für Patientinnen und Patienten offenbleiben“, betont Kevin Walterschen, Geschäftsführer des gemeinnützigen Trägers Kur + Reha GmbH. „Wenn die Politik jedoch undifferenziert an der Finanzierung spart, während gleichzeitig die Anforderungen ohne die notwendige Flexibilität steigen, wird das zwangsläufig Folgen für die Gesundheitsversorgung haben.“ Besonders kritisch bewertet die Klinik dabei die geplante Begrenzung der Vergütungsentwicklung, während Personal-, Energie- und Sachkosten kontinuierlich steigen.
🔴 Die Klinikleiterin Vicky Pfirsig ergänzt, dass die Thure von Uexküll-Klinik dabei nicht in Abrede stellt, dass angesichts der angespannten Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherung wirtschaftliche Maßnahmen und Strukturreformen erforderlich sind. Aus Sicht der Klinik müssen diese jedoch zielgerichtet erfolgen und tatsächliche Effizienzpotenziale erschließen. Dazu gehören insbesondere der Abbau bürokratischer Vorgaben, eine Reduzierung von Dokumentationspflichten sowie mehr Flexibilität bei regulatorischen Anforderungen. Ebenso sollten alle versorgungsnotwendigen Krankenhäuser unabhängig von ihrem Planungsstatus gleichberechtigt Zugang zu Fördermitteln oder der Investitionsförderung nach dem Krankenhausfinanzierungsgesetz erhalten. Digitale Prozesse, moderne Infrastruktur und innovative Versorgungsmodelle können langfristig dazu beitragen, Ressourcen effizienter einzusetzen und Kosten zu senken. Voraussetzung hierfür sind jedoch entsprechende Investitionsmöglichkeiten.
🔴 Die Thure von Uexküll-Klinik ist ein zugelassenes psychosomatisches Vertragskrankenhaus, das gesetzlich versicherte Patientinnen und Patienten behandelt und seit vielen Jahren einen wichtigen Beitrag zur psychosomatischen Versorgung in Baden-Württemberg leistet. Gleichzeitig erhält die Einrichtung – anders als Plankrankenhäuser – keine regulären Investitionsmittel nach dem Krankenhausfinanzierungsgesetz und finanziert notwendige Investitionen weitgehend aus eigener Kraft.
🔴 Den größten Kostenblock nehmen in der psychosomatischen Fachklinik die Personalaufwendungen ein. Gleichzeitig gelten im therapeutischen Bereich verbindliche Personalvorgaben, die nicht beliebig reduziert werden können. Bei einer Unterschreitung drohen Sanktionen. „Für eine qualitativ hochwertige psychosomatische Behandlung sind ausreichend Zeit, qualifiziertes Personal und stabile therapeutische Beziehungen unerlässlich“, betont die Vorsitzende des Betriebsrats, Dorothee Gertsen. „Gerade in der Psychosomatik lassen sich Einsparungen nicht einfach durch Personalabbau erreichen, ohne die Versorgungsqualität zu gefährden.“
🔴 Die Sorge der Klinik wird auch durch aktuelle Entwicklungen im Versorgungsgeschehen gestützt. Der Bedarf an psychiatrischen und psychosomatischen Leistungen steigt seit Jahren. Gleichzeitig drohen durch das Beitragssatzstabilisierungsgesetz Kürzungen im ambulanten psychotherapeutischen Bereich, welche ebenfalls auf die Versorgungsstruktur wirken. Längere Wartezeiten auf Therapieplätze können dazu führen, dass Erkrankungen chronifizieren und schwerere Verläufe entwickeln. Dies erhöht nicht nur den Bedarf an stationären Behandlungen, sondern führt auch zu längeren Arbeitsunfähigkeitszeiten, mehr Krankengeldzahlungen und einer höheren Wahrscheinlichkeit von Frühverrentungen. Kurzfristige Einsparungen können so langfristig zu deutlich höheren Kosten für das Gesundheits- und Sozialsystem führen.
🔴 Die baden-württembergischen Krankenhäuser fordern eine verlässliche und auskömmliche Finanzierung, die vollständige Refinanzierung tariflicher Kostensteigerungen sowie einen konsequenten Abbau bürokratischer Belastungen. Nur so können die notwendigen Strukturreformen gelingen, Kosten nachhaltig gesenkt und gleichzeitig eine hochwertige Versorgung der Bevölkerung sichergestellt werden.
🔴 Mit ihrer Beteiligung am Aktionstag möchte die Thure von Uexküll-Klinik gemeinsam mit den Krankenhäusern im Land ein deutliches Signal senden: Kurzfristige Einsparungen dürfen nicht zulasten der Versorgungsstrukturen gehen, die Patientinnen und Patienten heute und in Zukunft benötigen. Wer das Gesundheitswesen nachhaltig stärken und finanzierbar halten will, muss Reformen aktiv gestalten, statt die vorhandenen Mittel in einem bereits angespannten System weiter zu reduzieren.
👉 Weitere Informationen finden Sie hier: https://www.bwkg.de/?id=629 👈