Ausbau der Gemeinde und Eingliederung in Stadt Freiburg
Im Zuge des weiteren Ausbaus der selbstständigen Gemeinde Tiengen, vor allem nach der Bebauung »Maierbuck I« und »Im Kapf«, konnte mit der vorhandenen Ausstattung eine wirksame Brandbekämpfung nicht mehr gewährleistet werden. Der wachsende Gebrauchs von Heizöl in den Haushalten und die zunehmende Verwendung brennbarer Kunststoffe im Bauwesen
kamen als weitere erschwerende Momente hinzu. So wurde auf mehrmaliges Drängen des Feuerwehrkommandanten 1965 eine dem damaligen Stand der Technik entsprechende transportable Spritze mit VW-Motor beschafft (Typ TS 800, d.h. Die gleichwohl immer noch unzureichende technische Ausstattung und beschränkte Leistungsfähigkeit der Feuerwehr wurde 1971 bei einem Brand »Im Kapf« bestätigt, als die Löschmannschaften wegen toxischer Gasbildung erst nach Hinzuziehung der Freiburger Berufsfeuerwehr den Brand löschen konnte. So wurde die Beschaffung eines Feuerlöschfahrzeuges mit schwerem Atemschutz und weiterem Schlauchmaterial sowie die Errichtung eines eigenen Feuerwehrgerätehauses unabweisbar und in die Verhandlungen mit dem Gemeinderat und der Landkreisverwaltung eingebracht. Die Maierbrühlstraße war bereits als Standort eines neuen Gerätehauses festgelegt, dass dann 1973 die Stadt Freiburg im Rahmen des Eingliederungsvertrages mit Mannschafts- und Ausbildungsräumen erbaute. Zur gleichen Zeit wurden von der Stadt ein modernes Löschgruppenfahrzeug Daimler-Benz vom Typ LF V 8 (löschgruppenfahrzeug mit Pumpenleistung von 800 Liter/Minute), Kunststoffschläuche, Atemschutzgeräte und weitere dem Stand der Technik gemäße Ausrüstungen beschafft und für den Einsatz zur Verfügung gestellt. Im Rahmen der Eingliederung wurde die Freiwillige Feuerwehr Tiengen als Löschzug 12 in die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Freiburg übernommen und der Kommandant zum Abteilungskommandant ernannt. [...]
Die Kontinuität bei der Freiwilligen Feuerwehr Tiengen zeigt sich in der Zahl und der Wahl ihrer Kommandanten: Seit 1943 waren in dieser verantwortungsvollen Position nur Karl Renkert, Gottlieb Schäffholz, Hans Lörch und Wilhelm Schlatter tätig. Von Januar 2014 bis Januar 2019 begleitet Michael Ruf eine Amtszeit das Amt des Abteilungskommandanten. Aktuell wird die Abteilung vom Abteilungskommandant Fabian Schmiderer geführt. Neben zahlreichen kleineren Einsätzen sind in der Geschichte der Tiengener Feuerwehr Größbrände zu verzeichnen, deren Gefahren die Bewohner des „ganzen Dorfes“ beschäftigten. 1908 ein Waldbrand beim Arlesheimer Wald, 1919 Brände durch Blitzeinschläge, 1944 ein Brand im Dorf, 1956 der Brand der Mühle und 1983 ein solcher im Hügelhaus an der Etzmattenstraße. Im Protokollbuch sind weitere große Einsätze vermerkt, so die Nachbarschaftshilfe beim Brand des Hofgutes Rothaus in Gündlingen im Jahre 1953 und seit der Eingemeindung die mehrfache Unterstützung bei Lösch- und Hilfsmaßnahmen in Freiburg, so bei der Gasexplosion in der Tellstraße 1982, beim Brand der Firma Fortschritt in Hochdorf 1983 und bei Überschwemmungen im gesamten Freiburger Stadtgebiet. Lothar ist der Name eines Orkantiefs, das sich über der Biskaya entwickelt hatte und am 26. Dezember 1999 in nordöstlicher Richtung über West- und Mitteleuropa hinweg zog. Auch in Freiburg war große schäden zu verzeichnen und die Abteilung Tiengen war hier noch zwei Tage danach im Einsatz. Mit der Stationierung eines LF 16/12 im Jahr 2002, für die Brandbekämpfung und speziel für technische Hilfeleistung wurden wir im Patientengerechten Retten ausgebildet uns sind seither auch bei PKW/LKW unfällen auch für Autobahnabschnitte vor unserem Stadtteil zuständig.