20/06/2026
Mut und Zuversicht in schwierigen Zeiten – ein Vortrag, der nachwirkt
Der Vortrag von Tobias Strieder vom Caritasverband Leipzig hat heute besonders bewegt. Nicht nur wegen seiner fachlichen Perspektive, sondern auch, weil er ein Stück der eigenen Geschichte unserer Geschäftsführerin berührt hat.
Als Kind und Jugendliche hat auch sie das Leben als Katholikin in der DDR erlebt – als Teil einer Minderheit. Vieles von dem, was Tobias Strieder über die Erfahrungen von Kirche und Caritas in der DDR berichtete, kam auch ihr deshalb sehr vertraut vor.
Sein Gedanke eines Perspektivwechsels vom West-Ost-Blick hin zu einem Ost-West-Blick hat besonders angesprochen: Die Erfahrungen von Kirche und Caritas in der Minderheit können heute wertvolle Impulse für eine zunehmend säkulare Gesellschaft geben.
Was wir daraus lernen können:
▪️ Kirchliche Wohlfahrtspflege funktioniert auch aus einer Minderheitenposition heraus.
▪️ Mit begrenzten Ressourcen lässt sich viel bewirken – wenn man nicht aufhört.
▪️ Verbündete zu suchen und Gemeinschaft zu pflegen, ist wichtiger denn je.
▪️ Ein Glaube, der nicht selbstverständlich ist, wird oft persönlicher, bewusster und klarer.
Besonders nachdenklich gemacht hat ein Satz, den Tobias Strieder von einem Klienten zitierte:
„Ich glaube zwar nicht an Gott, aber das, was ihr macht, ist gut.“
Vielleicht steckt darin eine wichtige Botschaft für unsere Zeit. Nicht jede und jeder teilt unseren Glauben. Aber viele Menschen erleben ganz konkret, was aus ihm erwächst: Solidarität, Nächstenliebe, Unterstützung und Hoffnung.
Zuversicht entsteht nicht dadurch, dass wir schwierige Zeiten ignorieren. Sie wächst aus der Gewissheit, dass unser Handeln einen Unterschied macht – für einzelne Menschen und für unsere Gesellschaft.
Diese Perspektive aus dem Vortrag bleibt: Gerade in Zeiten des Wandels können die Erfahrungen von Minderheiten Mut machen. Denn Kirche und Caritas waren nie nur dort stark, wo sie viele waren – sondern vor allem dort, wo Menschen überzeugt, verlässlich und gemeinsam gehandelt haben.