Frechener Bündnis für Demokratie & Vielfalt

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Hape KerkelingText seiner Rede in Buchenwald.Sehr geehrte Damen und Herren, geschätzte Überlebende, wenn ich heute durch...
13/04/2026

Hape Kerkeling
Text seiner Rede in Buchenwald.

Sehr geehrte Damen und Herren, geschätzte Überlebende,

wenn ich heute durch das Tor von Buchenwald gehe, dann tue ich das nicht als öffentliche Person, sondern als Enkel eines Überlebenden. Ich gehe den Weg, den mein Großvater, Hermann Kerkeling, ab dem 2. Juli 1942 gehen musste. Er war kein Mann der großen Worte, aber ein Mann der Tat. Ein Zimmermann aus Recklinghausen, der zupacken konnte, der Strukturen schuf, der mit seinen Händen arbeitete. Er war ein Mensch, der schlichtweg nicht bereit war, wegzusehen, als die Dunkelheit über Deutschland hereinbrach.
Doch am 2. Juli 1942 wurde er zur Nummer 6177. Ein sogenannter „politischer Häftling“. In den Augen des faschistischen Apparats war er ein „Hochverräter“. Hier wurde er gefoltert, gedemütigt und wurde Zeuge unzähliger Morde. Dass er diesen Wahnsinn überlebt hat, ist ein Wunder.
Für mich steht sein „Hochverrat“ heute als das höchste Zeugnis von Treue zur Menschlichkeit.
Mein Opa Hermann hatte unmittelbar nach der Machtergreifung im Jahre 1933 Flugblätter gegen Hi**er verteilt. Er hat nicht geschossen, er hat nicht sabotiert – er hat lediglich die Wahrheit geschrieben, gedruckt und verteilt. Das kostete ihn zwölf Jahre seines Lebens. Zwölf Jahre! Denken Sie kurz darüber nach: Was haben Sie in den letzten zwölf Jahren getan? Sie haben Kinder großgezogen, Karrieren verfolgt, geliebt, gelebt. Hermann saß in Haft, zunächst in der sogenannten „Hölle von Recklinghausen“, in diversen Zuchthäusern und schließlich hier, auf dem Ettersberg.
Mein Großvater musste hier in der Effektenkammer seine Zwangsarbeit verrichten. Im Maschinenraum der Entmenschlichung. Er musste den Raub an seinen Mitmenschen verwalten. Uhr, Ehering, Brille, Brosche, Gebiss – alles wurde registriert, als handele es sich um bloße Lagerware.
Hier liegt eine der bittersten historischen Lehren: Die Barbarei beginnt nicht mit dem ersten Schuss; sie beginnt dort, wo Menschen nur noch Nummern in einer Statistik sind, wo das Mitgefühl der Buchhaltung weicht und das Gewissen der sinnentleerten Gehorsamspflicht.
Als mein Großvater hier heute vor 81 Jahren, 1945, befreit wurde, war er 44 Jahre alt. Körperlich ein gebrochener Mann, geplagt von Krankheiten, die ihn nie wieder verlassen sollten; von einer tiefen Müdigkeit, die keine Nachtruhe der Welt heilen konnte. Eine echte Wiedergutmachung hat er nie erhalten; man hat ihn nach dem Krieg mit ein paar Mark abgespeist. Und das Bitterste: Die Aufhebung seines Unrechtsurteils wegen „Hochverrats“ hat es zu seinen Lebzeiten nie gegeben. In den Augen der Bürokratie blieb der Verfolgte ein Vorbestrafter.
Aber das Schwerste für uns als Familie war sein bleiernes Schweigen. Dieses dröhnende Schweigen war wie eine Mauer aus Glas, die seine Seele umgab. Wir – seine Familie – konnten ihn sehen, aber wir konnten ihn nur selten erreichen. Vielleicht wollte er uns schützen? Er wollte nicht, dass die grausame Kälte und der blinde Hass dieses Ortes in unsere warme Wohnstube in Recklinghausen kriecht.
iele der Überlebenden der Nazi-Diktatur haben für sich den Weg des Schweigens gewählt. Das mag uns Erben eine Ahnung vom Horror des Durchlebten geben. Es war und ist unbeschreiblich und unsagbar.
Wir, die Bürger der Bundesrepublik Deutschland, tragen keine Schuld an den Taten von damals. Aber wir tragen die Verantwortung für die Konsequenzen dieser Taten im Hier und Jetzt.
So etwas wie eine „Gnade der späten Geburt“ gibt es nicht, es gibt nur die Pflicht der späten Erkenntnis. Wer heute behauptet, die Geschichte des Faschismus in Deutschland sei ein abgeschlossenes Kapitel, der hat nicht verstanden, dass die bösen Geister von damals nicht in den Ruinen von Buchenwald geblieben sind. Sie warten darauf, in verunglimpfender Sprache, bösartiger Hetze, im dumpfen Ressentiment und in der alltäglichen Gleichgültigkeit wieder geweckt zu werden.
Wer die Erinnerung an die Opfer als Belastung empfindet, vergisst, dass diese Erinnerung das einzige ist, was uns vor einer Zukunft als Täter schützt.
Immer lauter und dreister werden die Stimmen, die nach einem Ende der Erinnerungskultur rufen! Ein Schlussstrich unter die Erinnerung wäre der Schlussstrich unter unsere Demokratie.
„Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Artikel 1 des Grundgesetzes ist die direkte, in Stein gemeißelte Antwort auf Buchenwald. Er ist die Antwort auf die Effektenkammer, auf die Selektion, auf die Vernichtung von Menschen.

Am Tor von Buchenwald steht dieser furchtbare Satz: „Jedem das Seine“. Die N***s meinten damit: Den Häftlingen den Tod, uns die Macht. Aber wir, die Nachfahren, wir deuten das heute um. „Jedem das Seine“ bedeutet für uns: Jedem Menschen seine unveräußerliche Würde. Jedem Menschen seine Freiheit. Jedem Menschen sein Recht, so zu sein, wie er ist – egal, woher er kommt, woran er glaubt oder wen er liebt.
Ich habe lange gebraucht, um über das Schicksal von Opa Hermann zu sprechen. Aber jetzt ist die Zeit gekommen. Wir, die Nachfahren der Überlebenden, müssen die Wächter der Erinnerung sein – nicht aus Bitterkeit, sondern aus tiefer Liebe zur Freiheit.

Demokratie ist kein Geschenk, das man einmal erhält und dann besitzt; sie ist ein Versprechen, das jede Generation aufs Neue gegen die Bequemlichkeit des Wegsehens verteidigen muss.
Opa Hermann hat geschwiegen, um seine Familie zu bewahren. Ich spreche heute, um ihn und alle Opfer, die hier litten und starben, zu ehren. Und ich bitte Sie alle: Sprechen auch Sie. Lassen Sie nicht zu, dass das Schweigen wieder die Oberhand gewinnt. Denn die Demokratie lebt nicht vom Wegsehen, sondern vom mutigen Hinsehen. Sorgen wir gemeinsam dafür, dass das „Nie wieder“ kein Lippenbekenntnis bleibt, sondern unser täglicher Kompass ist

In der KZ-Gedenkstätte Buchenwald ist an die Opfer des NS-Terrors erinnert worden. Dabei warnten Redner wie der Schauspieler Hape Kerkeling vor einer "Kultur des Wegsehens". Im Vorfeld hatte es Kontroversen um die Veranstaltung gegeben.

03/04/2026

Auch am Samstag noch in der Fußgängerzone!

Frechener Vielfalt
17/02/2026

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Hilfeaufruf!!Unsere Seite hat Reichweitehttps://www.facebook.com/photo?fbid=1195195649438904&set=a.400777828880694
20/01/2026

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Sachspendenaufruf für die Norkstraße 🤝

Am 16. Januar 2026 kam es zu einem Brand in der städtischen Notunterkunft in der Norkstraße 86. Glücklicherweise wurde dabei niemand verletzt.

Die Unterkunft wird überwiegend von Familien mit Kindern und Babys bewohnt. Der Brand brach im Keller aus und zerstörte insbesondere sämtliche dort gelagerten Kinderwagen der betroffenen Familien.

Um die Familien schnell zu unterstützen, rufen folgende Vereine und Institutionen gemeinsam zur Sachspendensammlung auf.

🤝 Beteiligte Vereine & Institutionen:

• Sozialdienst katholischer Frauen e. V.
(Team Frühe Hilfen & Schwangerschaftsberatung esperanza)
• Evangelische Kirche
• Katholische Kirche
• Miteinander-Füreinander
• Flüchtlingshilfe Frechen e. V.
• Stadt Frechen

👉 Dringend benötigt werden:

• 🚼 Kinderwagen
• 👕 Kinderkleidung
• 🧸 Spielzeug für Kinder von 0–6 Jahren
• 🍼 Baby- und Pflegeartikel
• 🤰 Schwangerschaftskleidung
• 🍳 Pfannen, Töpfe & Geschirr

👉 Bitte ausschließlich diese Sachspenden, da keine weiteren Lagerkapazitäten zur Verfügung stehen.

📍 Spendenannahme:
Schützenstraße 7–9, Frechen

🗓 Sa, 24.01. | 12–15 Uhr
🗓 Do, 29.01. | 15–18 Uhr

Bürgermeister Uwe Tietz dankt allen Ehrenamtlichen für ihre spontane Hilfsbereitschaft und ruft zur gemeinsamen Unterstützung auf. 🤍

Sydney, am 14.12.2025  Chanukka
15/12/2025

Sydney, am 14.12.2025 Chanukka

25/11/2025

05/10/2025

INFO / Tip
Studie zum Wahlverhalten von Mnschen mit Mirgrationshintergrund

20/09/2025

Pressefreiheit - Ein Lesehinweis

Bitte auch diesmal wählen gehen.❗️
18/09/2025

Bitte auch diesmal wählen gehen.❗️

🗳️ Update zur Stichwahl – Wahlbüro geöffnet!

Die Wahlzettel für die Stichwahl (Bürgermeister & Landrätin/Landrat) sind da! Unser Wahlbüro an der Antoniterstraße ist heute (Do., 18.09.) bis 18 Uhr geöffnet, morgen (Fr.) von 8 bis 13 Uhr.

📅 Öffnungszeiten nächste Woche:

Mo.–Do.: 8–13 Uhr

Mo. & Di.: zusätzlich 14–16 Uhr

Do.: zusätzlich 14–18 Uhr

Fr. (26.09.): 8–15 Uhr

📦 Heute wurden bereits 4.500 Briefwahlunterlagen verpackt und für den Postversand fertig gemacht! Wer Briefwahl beantragt hat, bitte bis Dienstag auf die Zustellung warten. Falls bis dahin nichts angekommen ist: Wir helfen gerne im Wahlbüro weiter!

Wir sollten alle wieder wählen gehen.
16/09/2025

Wir sollten alle wieder wählen gehen.

Liebe Frechenerinnen und Frechener 💛,

jede Stimme zählt – deshalb freuen wir uns, wenn Sie am 28. September bei der Stichwahl für das Amt des Bürgermeisters und der Landrätin / des Landrats dabei sind. In nur wenigen Schritten bringen Sie Ihre Entscheidung ein.

Termin & Wahllokale
👉 Stichwahl für Bürgermeister und Landrat/Landrätin: 28. September 2025
👉 Wahlräume: dieselben wie bei der Hauptwahl am 14. September 2025
👉 Öffnungszeiten: 8 bis 18 Uhr

Briefwahl
👉 Unterlagen online beantragen (www.frechen.de) oder abholen im Wahlbüro, Antoniterstraße 18 (gegenüber Rathaus)
👉 Frist postalischer Eingang: bis 24. September
👉 Persönliche Rückgabe im Rathausbriefkasten: bis 28. September, 16 Uhr
👉 Vor-Ort-Briefwahl im Wahlbüro an der Antoniterstraße (Direktwahl ohne Postweg) bis Freitag, 26. September, 15 Uhr

❗ Falls Sie bereits die Briefwahl für den 14. September beantragt haben und die Stichwahl im Antrag vermerkt ist, erhalten Sie die neuen Unterlagen automatisch. Die neuen Wahlzettel für die Stichwahl liegen aktuell noch nicht vor, diese erwarten wir für die kommenden Tage. Wir informieren direkt, sobald die Wahlzettel bei uns sind und versendet bzw. genutzt werden können. ❗

Abstimmung im Wahllokal
👉 Mitbringen: Personalausweis und Wahlbenachrichtigung (falls vorhanden – sonst reicht der gültige Ausweis)
👉 Kein neuer Wahlschein nötig – einfach ins gewohnte Wahllokal gehen

😊 Gehen Sie wählen und gestalten Sie die Zukunft der Stadt aktiv mit. 💛

Symbolbild: pixabay

Adresse

Johann-Schmitz-Platz 1-3
Frechen
50226

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