Unterschriftenaktion:
Die erste öffentlichkeitswirksame Aktion der Bürgerinitiative KHS war die Durchführung einer Unterschriftensammlung gegen die weitere Versiegelung von Böden durch Gewerbegebiete. In nur anderthalb Wochen ist es mehreren Fußgruppen der BI, die in der Krankenhaussiedlung und benachbarten Gegenden von Haustür zu Haustür gegangen sind, gelungen, mehr als 800 Unterschriften zu sam
meln. Überdies war die BI am Samstag vor der diesjährigen Bundestagswahl mit einem mobilen Stand in der Frechener Innenstadt vertreten, um an zentraler Stelle auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen (s. dazu auch den Instagram-Auftritt der Frechener Grünen). Die Aufstellung eines festen Infostandes war ihr zuvor von der Stadtverwaltung untersagt worden. Begleitet wurde die Unterschriftenaktion durch eine Online-Petition mit derselben Zielsetzung. Hierbei kamen bis Ende September mehr als 500 Stimmen gegen weitere Flächenversiegelungen zusammen. Die Unterschriften wurden der Frechener Stadtverwaltung schließlich bei der Bürgerinformationsveranstaltung am 29. September 2021 förmlich übergeben. Die Online-Petition wird weiter fortgesetzt. Der Link befindet sich hier auf unserer Facebook-Seite. Über weitere Unterstützung für unsere Aktion würden wir uns sehr freuen. Zur Entstehung der Bürgerinitiative:
Die Bürgerinitiative Krankenhaussiedlung (BI KHS) ist im Sommer 2021 auf Initiative von Anwohnerin Bianca Klemkow entstanden. Nach drei Starkregenereignissen im August 2020, Juni 2021 und am 14. Juli 2021, dem Unwetter, das schwere Hochwasser-Schäden in NRW angerichtet hat, hat Bianca als eine der mehrfach Betroffenen den Entschluss gefasst, selbst das Heft in die Hand zu nehmen, um Unterstützung für Maßnahmen des Schutzes vor Überflutungen zu gewinnen. So ist sie zunächst unmittelbar nach den Überschwemmungen durch die Siedlung gegangen und hat den offiziellen Erfassungsbogen der Stadt Frechen für Schäden durch Starkregen verteilt. Als ihr durch Gespräche mit weiteren Betroffenen das Ausmaß der Schäden vor Ort bewusst wurde, sah sie die Notwendigkeit einer stärkeren Organisierung, so dass sie in einem zweiten Schritt ein Flugblatt mit einer Einladung zum Beitritt zum sozialen Netzwerk BI KHS verteilt hat. Dies war praktisch die Geburtsstunde der Bürgerinitiative. Die BI KHS, die zum einen als Netzwerk zur gegenseitigen Unterstützung und Beratung bei Schutzmaßnahmen sowie als Alarmsystem zur Warnung vor eventuellen künftigen Starkregenereignissen gedacht ist, ist gleichzeitig eine Plattform des Widerstands gegen das geplante Gewerbegebiet an der Krankenhausstraße. Grund dafür ist u.a. die Tatsache, dass die Probleme mit Starkregenereignissen in einem zeitlichen Zusammenhang mit dem Bau der neuen Feuerwache stehen, durch den eine an das Wohngebiet angrenzende große und bisher unversiegelte Fläche versiegelt wurde. Auch die Errichtung des Gewerbegebiets würde die Versiegelung eines großflächigen Areals, eines 18-Hektar-großen wertvollen Ackerbodens, mit sich bringen. Es wird befürchtet, dass sich die Starkregenproblematik für die Krankenhaussiedlung dadurch noch verschärft. Die Bürgerinitiative KHS verfolgt darüber hinaus einen gesellschafts- und umweltpolitischen Ansatz. Wir möchten einen Diskurs über die richtige Balance zwischen ökonomischen und ökologischen Interessen anstoßen. Wir wollen eine andere Politik für Frechen, nämlich eine Politik, die dem Klimaschutz oberste Priorität einräumt, damit Frechen auch künftigen Generationen noch lebens- und liebenswerten Wohnraum bietet.