28/03/2026
Die Verknüpfung von sexualisierter Gewalt mit Migration durch den Bundeskanzler ist problematisch, da sie ein komplexes gesellschaftliches Phänomen unzulässig verkürzt. Statistiken belegen seit langem, dass solche Taten überwiegend im sozialen Nahumfeld geschehen – und zwar völlig unabhängig von Herkunft oder Religion. Dass Frauenhäuser in Deutschland bereits seit den 1970er-Jahren existieren, unterstreicht zudem, dass Gewalt gegen Frauen ein tief verwurzeltes, strukturelles Problem ist, das weit vor den aktuellen Debatten bestand.
Kritisch ist zudem die pauschale Überleitung zum „Frauenbild im Islam“. Damit wird eine Weltreligion für Probleme verantwortlich gemacht, die oft eher auf kulturellen Praktiken oder Fehlinterpretationen basieren als auf den religiösen Kernwerten wie Würde und Gerechtigkeit. Solche Verallgemeinerungen fördern eher die gesellschaftliche Spaltung als eine differenzierte Lösungssuche. Gleichzeitig verliert die CDU an Profil, indem sie Positionen übernimmt, die ursprünglich der AfD zugeordnet wurden. Dieser Versuch, Wählerstimmen durch Mimikry zurückzugewinnen, wirkt paradox – denn wer das Original sucht, wird sich am Ende kaum mit einer Kopie zufriedengeben.