28/03/2026
Das Herrenschneiderhandwerk wurde in das bundesweite
Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Die Deutsche UNESCO-
Kommission würdigt damit ein traditionsreiches Handwerk, das überliefertes Wissen mit
zeitgemäßer Weiterentwicklung verbindet und einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Vielfalt
leistet. (https://www.unesco.de/staette/herrenschneiderhandwerk/).
In Deutschland steht das Herrenschneiderhandwerk für Maßarbeit auf höchstem Niveau: von
der individuellen Vermessung über die Schnittkonstruktion und den handwerklichen Zuschnitt
bis hin zu Einlagenverarbeitung, Dressur und präziser Endausarbeitung. Maßgefertigte
Kleidung ist dabei auch Ausdruck von Identität, Haltung und handwerklicher Qualität.
Darüber hinaus steht das Herrenschneiderhandwerk für einen nachhaltigen Umgang mit
Materialien und eine lange Lebensdauer der gefertigten Stücke.
Die Aufnahme würdigt auch die Weitergabe des Wissens an kommende Generationen.
Ausbildung, fachlicher Austausch, Nachwuchsförderung und die Offenheit für neue
Interessierte sind zentrale Elemente des Engagements der Herrenschneider. Hervorgehoben
wird auch das Engagement für die stärkere Einbindung von Frauen in die Praxis des
Handwerks – derzeit werden etwa 40% der rund 60 deutschen Maßschneiderbetriebe von
Frauen geführt.
„Die Anerkennung als Immaterielles Kulturerbe ist für uns eine besondere Bestätigung
unserer Arbeit. Sie würdigt nicht nur handwerkliche Exzellenz, sondern auch die Verant-
wortung, dieses Wissen in die Zukunft zu tragen. Mit der Anerkennung als immaterielles
Kulturerbe erhält das deutsche Herrenschneiderhandwerk eine bessere öffentliche Sichtbarkeit
und eine starke Grundlage für die weitere Vermittlung seiner Werte, Techniken und
kulturellen Bedeutung, erklärt Sandro Dühnforth, Vorsitzender der Vereinigung Die
Herrenschneider - Echte Maßarbeit. Ehrliches Handwerk e. V.