08/08/2026
Aktuell wird der Tierschutz in verschiedenen Bereichen zurückgefahren. Davon sind sogar etablierte Strukturen und Ämter betroffen, die es seit Jahren gibt. Ein aktuelles Beispiel hierfür sind die Entwicklungen um die unabhängige Position der Landestierschutzbeauftragten in Baden-Württemberg und Hessen. Während die bisherige Landestierschutzbeauftragte ihr Amt im „Ländle” bis Juli unabhängig ausführen konnte, wurde sie in der neuen Regierung in die Stabsstelle des Landwirtschaftsministeriums eingegliedert. Die Webseite der „Landesbeauftragten für Tierschutz“ ist bereits nicht mehr erreichbar.
In Hessen ist die Landestierschutzbeauftragte Dr. Martin nach 34 Dienstjahren in den Ruhestand gegangen. Eine Nachfolge ist bisher nicht vorhanden, obwohl schon seit Längerem personelle Vorschläge vorliegen. Wenn das Amt wirklich fortgesetzt werden soll, ist das ein unverständlicher Vorgang.
Vera Heck, GF BVW: „Tierschutz scheint für viele Politiker eher ein ‚nerviges Anhängsel‘ denn eine Chance für die gesellschaftliche und ökonomische Entwicklung zu sein. Die Expertise der Landestierschutzbeauftragten ist nicht nur für Nutzvieh, sondern auch für Heim- und die oft vergessenen Wildtiere wichtig. Ein konkreter Ansprechpartner ist für die Belange der Wildtiere und somit auch für die Wildtierhilfen unerlässlich. Wir fordern die verantwortlichen Ministerien daher auf, dem "Staatsziel Tierschutz‘ seinen unabhängigen Raum sowie entsprechende personelle Zuständigkeiten zu geben bzw. zu belassen.“