23/08/2026
Die Einfahrt zur Floßrinne der Staustufe Höchst kurz nach 1910/11 erinnert an eine Epoche, in der die Flößerei noch einen bedeutenden Anteil am Verkehr auf dem Main hatte.
Anfang des 20. Jahrhunderts wurden jährlich zwischen 1.400 und 1.800 Flöße auf dem Untermain transportiert. Die Stämme wurden im Aschaffenburger Floßhafen zu beachtlichen Dimensionen zusammengestellt: Sie waren meist 9 Meter breit und erreichten Längen von bis zu 130 Metern.
Um diese Holztransporte sicher vorbeizuführen, passierten sie die Staustufe Höchst durch eine 12 Meter breite und 200 Meter lange, gemauerte Floßrinne am rechten Ufer, die ein konstantes Gefälle von 1:200 aufwies. Begrenzt wurde die Anlage an der Oberseite durch einen gemauerten Strompfeiler sowie einen landseitigen Pfeiler von jeweils 4,40 Metern Höhe. Diese Pfeiler dienten als Fundament und Lager für ein Trommelwehr, das für die Passage der Flöße geöffnet werden musste. Eine eiserne Brücke über die Rinne ermöglichte es dem Wehrmeister und seinen Gehilfen, das Wehr gefahrlos zu überqueren.
Nachdem die Staustufe im Jahr 1932 außer Betrieb genommen wurde, ist von dieser historischen Anlage heute noch ein sichtbares Zeugnis geblieben: Der einstige landseitige Pfeiler dient Besuchern an der Wörthspitze bis heute als kleine Aussichtsplattform.