01/07/2026
Pressemitteilung der Kommunalen Ausländerinnen- und Ausländervertretung der Stadt Frankfurt am Main (KAV)
Tag gegen antimuslimischen Rassismus: Aktuelle CLAIM-Zahlen sind ein Weckruf für Politik und Gesellschaft
Frankfurt am Main, 1. Juli 2026
Anlässlich des Tages gegen antimuslimischen Rassismus am 1. Juli weist die Kommunale Ausländerinnen- und Ausländervertretung der Stadt Frankfurt am Main (KAV) auf die alarmierenden Ergebnisse des aktuellen Lagebildes der CLAIM-Allianz hin. Dem bundesweiten Netzwerk gegen Islam- und Muslimfeindlichkeit zufolge wurden im Jahr 2025 insgesamt 4.096 antimuslimische Vorfälle dokumentiert – ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr und durchschnittlich mehr als elf Vorfälle pro Tag. Die CLAIM-Allianz geht zudem von einer erheblichen Dunkelziffer aus.
Die dokumentierten Vorfälle reichen von Beleidigungen, Bedrohungen und Diskriminierungen bis hin zu körperlichen Angriffen und Sachbeschädigungen. Besonders häufig betroffen sind muslimische Frauen sowie Menschen, die aufgrund ihres Namens, ihrer Kleidung oder ihres Erscheinungsbildes als muslimisch wahrgenommen werden.
Für die Kommunale Ausländerinnen- und Ausländervertretung der Stadt Frankfurt am Main machen diese Zahlen deutlich: Antimuslimischer Rassismus ist kein Randphänomen. Er ist eine Realität, die das Sicherheitsgefühl vieler Menschen beeinträchtigt und den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährdet.
Frankfurt ist eine weltoffene und internationale Stadt. Menschen unterschiedlichster Herkunft, Religionen und Weltanschauungen leben hier zusammen. Rund 150.000 Frankfurterinnen und Frankfurter haben einen muslimischen Glaubenshintergrund. Sie engagieren sich täglich für Frankfurt – in Schulen, Unternehmen, der Stadtverwaltung, Krankenhäusern, Hochschulen, Vereinen, Religionsgemeinschaften, sozialen Einrichtungen sowie im Ehrenamt – und leisten einen wichtigen Beitrag zum Zusammenleben in unserer Stadt.
Die Kommunale Ausländerinnen- und Ausländervertretung der Stadt Frankfurt am Main betont: „Die aktuellen Zahlen der CLAIM-Allianz sind ein deutlicher Weckruf. Antimuslimischer Rassismus darf weder verharmlost noch als gesellschaftliche Normalität hingenommen werden. Jeder Angriff auf Menschen aufgrund ihres Glaubens ist ein Angriff auf die Menschenwürde und auf die Werte unseres Grundgesetzes. Eine demokratische Gesellschaft muss allen Menschen Sicherheit, Respekt und gleiche Teilhabe garantieren.“
Die Kommunale Ausländerinnen- und Ausländervertretung der Stadt Frankfurt am Main fordert deshalb:
- eine konsequente Bekämpfung von antimuslimischem Rassismus auf allen Ebenen,
- den weiteren Ausbau unabhängiger Beratungs- und Meldestellen für Betroffene,
- eine bessere Erfassung antimuslimischer Vorfälle sowie eine kontinuierliche wissenschaftliche Auswertung,
- mehr Bildungs- und Präventionsarbeit gegen Vorurteile und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit,
- die Stärkung des interreligiösen Dialogs und von Begegnungsformaten sowie
- die stärkere Einbindung von migrantischen Organisationen und Religionsgemeinschaften in die kommunale Antidiskriminierungs- und Integrationspolitik.
Um das Thema auch auf kommunaler Ebene weiter sichtbar zu machen und konkrete Handlungsansätze zu diskutieren, veranstaltet die Kommunale Ausländerinnen- und Ausländervertretung der Stadt Frankfurt am Main am 2. Oktober 2026 eine Fachtagung zum Thema „Antimuslimischer Rassismus – Herausforderungen erkennen, Verantwortung übernehmen, Zusammenhalt stärken“. Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft, Religionsgemeinschaften sowie Betroffenenorganisationen werden gemeinsam über Ursachen, Auswirkungen und wirksame Strategien zur Bekämpfung antimuslimischen Rassismus beraten.
Der Tag gegen antimuslimischen Rassismus ist nicht nur ein Tag des Erinnerns, sondern auch ein Auftrag zum Handeln. Die Kommunale Ausländerinnen- und Ausländervertretung der Stadt Frankfurt am Main ruft Politik, Verwaltung, Bildungseinrichtungen, Religionsgemeinschaften, Vereine sowie alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, gemeinsam jeder Form von Rassismus, Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit entschieden entgegenzutreten. Nur durch gegenseitigen Respekt, gleiche Teilhabe und eine klare Haltung gegen Diskriminierung kann Frankfurt eine offene, vielfältige und solidarische Stadt für alle bleiben.