12/10/2026
Rund 200 Beschäftigte haben heute vor dem Verhandlungslokal in Erfurt Flagge gezeigt und deutlich gemacht, dass sie hinter der Forderung der IG Metall stehen: 5 % mehr Geld für 12 Monate.
Denn während sich die wirtschaftliche Lage in Teilen der Metall- und Elektroindustrie aufhellt und viele Thüringer Betriebe über gute Auftragsbestände verfügen, wollen Arbeitgeber die Krise nutzen, um Personalkosten zu senken. Das geht an den Ursachen vorbei.
Jörg Köhlinger, Bezirksleiter und Verhandlungsführer der IG Metall Mitte, stellt klar:
„Ungerecht ist vor allem, dass die Arbeitgeber keine Verantwortung übernehmen und die Situation zur Senkung von Personalkosten nutzen wollen. Die wirtschaftliche Lage geht nicht auf das Handeln von Beschäftigten zurück, sondern darauf, dass Entwicklungen und Innovationen versäumt wurden. Die Beschäftigten sind nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung.“
Neben mehr Geld geht es in dieser Tarifrunde auch um sichere Arbeitsplätze und Standorte, eine tarifliche Gewinnbeteiligung in wirtschaftlich starken Betrieben und eine soziale Komponente für untere Entgeltgruppen.
Die Botschaft aus Erfurt ist klar: Wer die Zukunft der Industrie sichern will, muss die Beschäftigten stärken – nicht ihre Bedingungen verschlechtern.
📍 Die nächste Verhandlung für Thüringen findet am 28. Oktober in Eisenach statt.
Ab dem 1. November sind Warnstreiks möglich.
Fotos: Frank Rumpenhorst