31/08/2026
Ein Schrein jenseits von Persönlichkeiten
Gemeinsam heilige Räume schaffen, die weit, lichtvoll und zeitlos sind.
Dies ist lediglich eine persönliche Betrachtung meiner eigenen Praxis und der Art und Weise, wie ich hoffe, die Gemeinschaften zu begleiten, denen ich diene. Es ist keine Kritik an der Hingabe irgendeines Menschen und auch kein Vorschlag für andere Lehrer oder Traditionen.
Viele Menschen finden tiefe Inspiration in Fotografien ihrer Lehrer, und ich respektiere das aufrichtig. Ich kann nur für mich selbst sprechen.
Aus diesem Grund bitte ich darum, dass mein eigenes Foto nicht auf unseren gemeinsamen Schreinen aufgestellt wird und dass mein Bild nicht über unsere Gemeinschaft verkauft wird.
Nicht, weil ich glaube, dass solche Praktiken falsch sind, sondern weil dies einfach die Richtung ist, die mein eigenes Herz eingeschlagen hat.
In der heutigen digitalen Welt kann jeder, der ein Foto von mir zur persönlichen Inspiration aufbewahren möchte, dies problemlos tun. Meine Bitte bezieht sich ausschließlich auf unsere gemeinsamen, von allen genutzten Räume.
Das bedeutet nicht, dass ich heiligen Bildern gegenüber ablehnend bin. Bilder wie die von Buddha Shakyamuni, Tonpa Shenrab oder Kuntu Zangpo weisen über eine bestimmte menschliche Persönlichkeit hinaus. Sie stehen für zeitloses Erwachen, Mitgefühl, Weisheit und unsere eigene tiefste Natur.
Meine Überlegung bezieht sich ausschließlich auf Fotografien einzelner Lehrer auf unseren gemeinsamen Schreinen.
Sobald wir beginnen, Persönlichkeiten auf einem gemeinsam genutzten Schrein aufzustellen, entstehen ganz natürlich Fragen: Wessen Fotos? Die früheren Meister? Die heutigen Lehrer? Wie viele, und in welcher Reihenfolge?
Schon bald kann sich die Aufmerksamkeit von den zeitlosen Qualitäten der Lehren auf einzelne Menschen verlagern.
Selbst bei den besten Absichten können sich unbemerkt Vergleiche und Vorlieben entwickeln, und die Schlichtheit des Schreins kann weniger weit und offen werden, als sie ursprünglich gedacht war.
Mein Wunsch ist es, unseren gemeinsamen Schrein klar, weit, lichtvoll und inklusiv zu halten, als einen Ort, der über jedes einzelne Individuum hinausweist, hin zu jener zeitlosen Essenz, die uns alle authentischen spirituellen Traditionen dazu einladen, zu entdecken.
Wenn meine Persönlichkeit, die durch mein Bild zum Ausdruck kommt, einen Schritt zurücktritt, hoffe ich, dass die zeitlosen Lehren dadurch lebendiger und gegenwärtiger werden.
Das ist mein Wunsch.
Ababa, Paris.
A Shrine Beyond Personalities:
Creating shared sacred spaces that are spacious, luminous, and timeless. This is simply a personal reflection on my own practice and the way I hope to guide the communities I serve. It’s not a criticism of anyone’s devotion, nor a suggestion for other teachers or traditions. Many people find deep inspiration in photographs of their teachers, and I sincerely respect that. I can only speak for myself. For this reason, I ask that my own photograph not be placed on our collective shrines, and that my image not be sold through our community. Not because I believe such practices are wrong, but because this is simply the direction my own heart has taken. In today’s digital world, anyone who wishes to keep a photograph of me for personal inspiration can easily do so. My request concerns only our shared spaces. This doesn’t mean I’m opposed to sacred images. Images such as Buddha Shakyamuni, Tonpa Shenrab, or Kuntu Zangpo point beyond a particular human personality. They represent timeless awakening, compassion, wisdom, and our own deepest nature. My reflection is only about photographs of individual teachers in our collective shrines. Once we begin placing personalities on a shared shrine, natural questions arise. Whose photos? Past masters? Present teachers? How many, and in what order? Before long, attention can shift from timeless qualities of the teachings to individuals. Even with the best intentions, comparisons and preferences can quietly arise, and the simplicity of the shrine may become less spacious than it was meant to be. My aspiration is to keep our collective shrine clear, spacious, luminous, and inclusive. a place that points beyond any individual, toward the timeless essence that all authentic spiritual traditions invite us to discover. When my personality, expressed through my image, steps back, I hope the timeless teachings become more alive and more present. That is my aspiration.
Ababa, Paris.