15/10/2026
Seit genau fünf Jahren erinnert am Rhein in Düsseldorf „Ein seltsam klassisches Denkmal“ des Künstlers Claus Richter an die Verfolgung von Schwulen und Lesben – und an den Kampf der LGBTIQ+-Community für Emanzipation und Rechte.
Vier Bronzefiguren strecken die Hände kämpferisch in die Luft. Ihre unterschiedliche Kleidung und ihr nicht eindeutig bestimmbares Alter oder Geschlecht stehen für Jahrhunderte der Verfolgung wie für den erfolgreichen Kampf um Sichtbarkeit und Gleichberechtigung.
Düsseldorf war im Nationalsozialismus ein Zentrum der Schwulenverfolgung und als Verwaltungszentrum des „Dritten Reiches“ kam der Stadt eine besondere Täterrolle zu. Dennoch dauerte es mehr als 20 Jahre, bis ein queeres Erinnerungszeichen seinen Platz im Regierungsviertel fand. Zivilgesellschaftliches Engagement, die Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf und Vertreterinnen und Vertreter der Community setzten sich damit gegen politische Widerstände durch.
2018 formulierten Interessierte bei einem Werkstatttag ihre Wünsche und Forderungen. Dieses Papier wurde Grundlage der Ausschreibung. Richters Skulptur erinnert an Opfer von Gewalt, Verfolgung und Diskriminierung und an alle, die sich für geschlechtliche und se****le Vielfalt einsetzen.
In Zusammenarbeit mit Martin Bühren.
Foto: © Martin Bühren