05/10/2026
Seit einigen Wochen bereiten wir das Taubenhaus am Alten Friedhof Bockenheim auf die erneute Öffnung vor und versuchen, möglichst gute Voraussetzungen zu schaffen.
Gleichzeitig wurden auf dem Dach enorme Futtermengen ausgebracht – etwa 150 kg alle zwei Tage. Auf den Tag gerechnet entspricht das, je nach Tagesration, rechnerisch dem Bedarf von etwa 1.900–2.500 Tauben. Längst nicht alles davon wurde gefressen; Futter blieb liegen, wurde verunreinigt oder fiel auf den Boden und zog Nager an.
Wer dieses Futter ausgebracht hat, ist für unser Problem zweitrangig. Entscheidend sind die Auswirkungen auf das Taubenhaus.
Durch die langjährige Fütterung hat sich ein Fressschwarm von mehreren hundert Tauben entwickelt. Eine ergiebige Futterquelle zieht Tiere aus einem größeren Einzugsgebiet an. Viele Tauben am Futterplatz bedeuten deshalb nicht, dass ebenso viele dort leben oder brüten. Es ist eine durch das Futter künstlich geschaffene Konzentration.
Genau hier liegt unser Problem: Futter ist ein wichtiges Werkzeug, um Tauben an ein Taubenhaus zu binden. Nach der Öffnung soll die Fütterung deshalb in den Schlag verlagert werden.
Doch die externe Fütterung geht weiter: Aktuell werden täglich etwa 25 kg auf der Wiese direkt vor dem Taubenhaus ausgebracht.
Dabei geht es uns nicht um eine Grundsatzdiskussion zum Füttern. Es geht um diesen Standort. Wir füttern dort selbst. Entscheidend ist, wo, wie und in welchen Mengen gefüttert wird – und mit welchem Ziel.
Möglichst viele Tauben an eine Futterstelle und Tauben nachhaltig an ein Taubenhaus zu binden, sind zwei unterschiedliche Dinge. Unser Ziel ist ein dauerhaft gebundener Bestand, der dort versorgt wird, brütet und dessen Gelege kontrolliert werden können.
Deshalb unsere Bitte: Bitte verzichtet auf zusätzliche Fütterungen auf der Wiese und im unmittelbaren Umfeld. Gebt uns die Möglichkeit, das Futter gezielt einzusetzen – und den Tauben die Chance, das Taubenhaus anzunehmen.