17/08/2026
Deutschland sucht Fachkräfte. Gleichzeitig bleiben vorhandene Qualifikationen unsichtbar.
Rund 75 % der ukrainischen Geflüchteten verfügen über einen Berufs- oder Hochschulabschluss, fast 90 % bringen umfangreiche Berufserfahrung mit.
Doch 57 % der berufstätigen ukrainischen Frauen arbeiten in Deutschland unterhalb des Niveaus ihrer letzten Tätigkeit in der Ukraine.
Hinter diesen Zahlen stehen Ärztinnen, Pädagoginnen, Wissenschaftlerinnen, Künstlerinnen, Managerinnen und andere qualifizierte Frauen. Ihre Kenntnisse sind nicht verschwunden. Doch Sprachbarrieren, fehlende Kinderbetreuung, komplizierte Anerkennungsverfahren und mangelnde berufliche Netzwerke führen dazu, dass ihr Potenzial oft ungenutzt bleibt.
Das ist nicht nur ein persönlicher Verlust. Es ist auch ein Verlust für eine Gesellschaft, die dringend Fachkräfte sucht.
Mit dem partizipativen Kunstprojekt „Поміж рядків / Between the Lines“ machen wir sichtbar, was in Lebensläufen, Übersetzungen, Anerkennungsbescheiden und Bewerbungsformularen keinen Platz findet: Wissen, Verantwortung, Erfahrung, berufliche Identität – und den Mut, noch einmal neu anzufangen.
Gemeinsam mit der Künstlerin und Kunsttherapeutin Dora Ostrovsky und Projektinitiatorin Olena Gepper verwandeln ukrainische Frauen ihre beruflichen Dokumente und Erfahrungen in Kunst. Aus ihren Arbeiten entstehen mehrere gemeinsame Werke, die am 22. November 2026 in Frankfurt öffentlich präsentiert werden.
Denn ein Diplom ist mehr als ein Dokument.
Und eine berufliche Biografie lässt sich nicht auf wenige Zeilen reduzieren.
Was bleibt zwischen den Zeilen eines Lebenslaufs unsichtbar?
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Quelle: IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten aus der Ukraine, veröffentlicht am 3. März 2025.