25/07/2026
Happy 275. Birthday, Nannerl Mozart! Unfortunatly we still haven't found any pieces composed by Wolfgang's elder sister Maria Anna. Hopefully there will be future rediscoveries by musicologists which can be added to our database! Here we suggest a brand new book with essays and papers on her life and work as a professional musician, the volume has been prepared and edited by our Salzburg RISM colleague Dr. Eva Neumayr, who is also president of the Maria-Anna-Mozart-Gesellschaft Salzburg
Heute feiern wir den 275. Geburtstag von Maria Anna Mozart, verheiratete Baronin von Berchtold zu Sonnenburg! Als Kind war sie eine der geschicktesten Klavierspielerinnen in Europa, wie Leopold Mozart stolz von der großen Europa-Reise der Familie nach Salzburg berichtete. "Stellen sie sich einmal ein Mädgen von 11 Jahren vor, das die schweresten Sonaten und Concert der grösten Meister auf dem Cavessin oder Flügel auf das Deutlichste, mit einer kaum glaublichen Leichtigkeit fertiget und nach dem besten Geschmack wegspielt. Das muß schon viele in Verwunderung setzen" vermeldet der Augsburgische Intelligenz -Zettel" am 19. Mai 1763. Auf die Italien Reisen wurde sie als junge Frau nicht mehr mitgenommen – Grund dafür war vermutlich, neben den den hohen Kosten des Reisens, dass Leopold Mozart ihre Heiratschancen nicht mindern wollte. Später arbeitete sie als die erste professionelle Klavierlehrerin in Salzburg, und noch Jahre später konnte man ihre Schülerinnen "aus allen andern heraus [kennen] an Nettigkeit, Präzision und wahrer Aplicatur im Spiell." Der berühmteste ihrer Schüler war Joseph Wölfl, aus dem ein europaweit gefeierter Pianist wurde. Sie hatte ihn als Kind unterrichtet und wurde die Widmungsträgerin seiner Sonaten op. 3. Als sie im August 1784 den Freiherrn Johann Baptist Berchtold zu Sonnenburg heiratete und Pflegersgattin in St. Gilgen wurde, war diese Wahl nicht ganz unklug: Sie war danach die Vorsteherin eines adeligen Haushalts, hatte zwar 5 Stiefkinder und ihre eigenen zu versorgen, aber sie hatte dabei Hilfe und hatte dadurch die Möglichkeit, 3 Stunden am Tag Klavier zu üben. Außerdem blieb sie mit den Musikern in Salzburg auch nach dem Tod ihres Vaters in Verbindung. Als ihr Mann 1801 starb, zog sie mit ihren Kindern Leopold und Jeanette (Maria Babette war als kleines Kind 1791 gestorben), wie in ihre Heimatstadt Salzburg und schloß nahtlos an ihre vorigen Tätigkeiten an: Sie wirkte als Klaviervirtuosin in den Konzerten von Fürst Ernst von Schwarzenberg und unterrichtete eine Reihe von Schülern und Schülerinnen. Nötig hatte sie das nicht, denn ihr Mann hatte ihr genügend hinterlassen, um ihr ein sorgenfreies Leben zu ermöglichen.
Hat nun auch Maria Anna komponiert? Es deutet einiges darauf hin, dass Leopold Mozart auch seine Tochter in Tonsatz ausbildete. Auch Wolfgang Amadé ermunterte seine Schwester gelegentlich in seinen Briefen, doch bald wieder etwas zu komponieren. Zudem konnte sie "wie ein Kapellmeister accompagniere[n]", also Generalbass-spielen, was damals die Grundlage der Komposition war. Als Komponistin hat sie sich wohl nicht gesehen, zumindest deutet nichts darauf hin, was neben dem sich geradezu explosionsartig entwickelnden Kompositionstalent ihres Bruders auch eine kluge Entscheidung war. Sie war eine hervorragende Pianistin – das müsste eigentlich auch genügen!