13/05/2026
Ausnahmsweise an einem Mittwoch findet der Vortrag von Prof. Dr. Markus Scholz über "Die Frankfurter Silberinschrift - das frühchristliche Amulett aus dem römischen Nida" statt.
Das Gräberfeld "Heilmannstraße" ist die späteste Nekropole der römischen civitas - Hauptstadt Nida (Frankfurt - Heddernheim). In den Jahren 2017-2018 untersuchte das Denkmalamt Frankfurt dort insgesamt 127 Bestattungen, darunter 113 Körpergräber aus dem 3. Jh. Ein etwa 40 Jahre alter Mann, der zwischen 230 und 260/70 n.Chr. starb, war mit einer silbernen Amulettkapsel um den Hals bestattet worden. Das darin eingerollte Silberblech war so fragil, dass eine physische Entrollung nicht in Frage kam. Im Jahr 2024 gelang dies mit digitalen Methoden am Leibniz-Zentrum für Archäologie in Mainz. Die dadurch sicht- und entzifferbar gewordene lateinische Schrift offenbart eine handfeste Überraschung: Der 18 Zeilen lange Text enthält eine rein christliche Botschaft ohne synkretistische Elemente, die sich von anderen magischen Amuletten unterscheidet und neue Fragen zum frühen Christentum aufwirft. Das macht sie einzigartig. Es handelt sich um das bisher früheste christliche Zeugnis nördlich der Alpen. Der Vortrag am 20. Mai 2026, um 19.30 Uhr beleuchtet diese besondere Quelle aus interdisziplinärer Perspektive des Projektteams aus Archäologie, Geschichte, Altphilologie, Theologie und Naturwissenschaften.
▶ Mittwoch, 20.05.2026 um 19:30 Uhr
▶ Pavillon im Brentanopark (Rödelheimer Parkweg 11)
▶ Der Eintritt ist frei. Wir freuen uns über eine Spende.