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Fast neun Jahrzehnte im Leben eines Vereines ergeben noch einen überschaubaren Zeitraum. So können wir heute feststellen, dass die Gründerjahre kurz vor dem 2. Weltkrieg alles andere als begünstigt waren. Erst nach dem 2. Weltkrieg – in der Zeit des Wideraufbaus und sozialen Fortschritts – konnten die Grundlagen zum Aufbau des Vereins in seiner heutigen Struktur gelegt werden. Unsere Vereinsarbeit erhielt ab der Nachkriegszeit wesentlichen Auftrieb mit der länger werdenden Freizeit im Arbeitsleben und der früher eintretenden Ruhestandszeit unserer Mitglieder. Die Aufgeschlossenheit der Kommunen, der Saarbergwerke und der Forstbehörde tat ein Übriges dazu, dass sich unsere Vereinsarbeit heute positiv darstellen lässt.
Der ASV Fischbach-Camphausen unterhält zurzeit 8 Weiheranlagen und 2 Bachläufe. Sämtliche Gewässer liegen in einer intakten Umwelt. Als Freizeiteinrichtung dienen sie nicht nur unseren Mitgliedern, sondern auch unseren naturverbundenen Bürgern. Alle Gewässer liegen im waldreichen Fischbachtal und sind über gut ausgebaute Wald- und Wanderwege zu erreichen. So wünschen wir uns, dass der aufgezeigte Idealzustand für die Zukunft Bestand hat, zum Wohle der Petrijünger und auch zur Freude und zum Nutzen der Bürgerschaft.
Die Entstehung des ASV Fischbach – Camphausen 1934 e.V.
In den dreißiger Jahren dieses Jahrhunderts, das Saarland (damals Saargebiet) stand noch unter französischer Verwaltung, hatte der Ort Fischbach etwa die Hälfte der heutigen Einwohner. Die
Ortsteile (altes und neues Viertel) lagen beiderseits des Fischbacher Weihers, der mit seinem sauberen Wasser und einer Größe von 7,5 Hektar mit eines der schönsten Gewässer im Saarland und darüber hinaus, war. Die Fischbacher Ortsmitte einschließlich des Weihers (heute Parkanlage) ging 1903 aus dem Besitz der Eisenhütte Stumm in das Eigentum der Saarbergwerke über, die somit auch über die Fischereirechte verfügten. Bis zum Jahre 1934 waren diese Fischereirechte nicht verpachtet.
ln der Zeit bis zum Ende des 1. Weltkrieges haben die Fischbacher, so wurde dem Chronisten
überliefert, ohne besondere Genehmigung im Weiher und Bachlauf mit mehr oder minder großem
Erfolg geangelt. Dies hat sich schlagartig nach dem 1. Weltkrieg, mit dem Einzug der französischen
Verwaltung, geändert. Die Ausübung des Fischens war ab sofort den französischen Grubenbeamten
vorbehalten, die dieses Recht auch reichlich ausübten. Ab etwa 1930 wurden, nach langen Jahren der Entsagung, wieder Angelerlaubnis für Einheimische erteilt. Der Andrang nach Erlaubnisscheinen und die damit verbundene Verwaltungs- und Kontrollarbeit muss der französischen Gruben-Verwaltung zu groß geworden sein, so dass sie die Empfehlung weitergab, einen Verein zu gründen, der diese Arbeit übernehmen sollte. So kam es 1934 zur Gründung des Angelsportvereines Fischbach-Camphausen. Der Fischbacher Bürger und seiner Zeit Chef der Übertageanlage der Grube Camphausen, Werkmeister Kipper, bekam von der französischen Verwaltung den Auftrag, diese Gründung voranzutreiben. Ihm gelang es 1937, den vom Kreisausschuss 1898 gebildeten gemeinschaftlichen Fischereibezirk bestehend aus Fischbach, Netzbach und Steinbach für den ASV Fischbach zu pachten. Der Bezirk besteht (bis auf den Steinbach) heute noch und wird nach wie vor durch den ASV Fischbach bewirtschaftet. 1.Vorsitzender des neu gegründeten Vereines wurde Oskar Weber. Auch während der Kriegsjahre 1939-1945 war Oscar Weber Vorsitzender des Vereins. ln dieser Zeit fiel ein erster Rückschlag. Der sonst glasklare Fischbach verfärbte sich zunächst grau und dann schwarz. Der Fischbach hieß in dieser Zeit nicht nur bei Jugendlichen „de schwarz Bach“. Ursächlich war seiner Zeit der kriegsbedingt unkontrollierte Abfluss von Kohleschlamm (Maybach, Göttelborn, Mellin), der letztendlich dazu führte, dass der gesamte Weiher verlandete. Kein Unglück so groß, dass nicht doch ein Vorteil damit verbunden ist. Heute ist dies die Fischbacher Parkanlage, die den damaligen Weiher überdeckt, sogar die Fischbachhalle steht in dem Gelände des ehemaligen Weihers.
Chronik 1950 - 2000
Für den ASV lag der damalige Vorteil bei dem neuen großen Weiher im Fischbachtal, der sich vom Mündungsgebiet des Netzbach bis zum heutigen Absinkweiher erstreckte. Dieser Weiher war ebenfalls durch Einwirkungen des Bergbaues in etwa zeitgleich mit dem Verlanden des Fischbacher Weihers entstanden. Dies kam dem ASV sehr gelegen, denn zumindest für eine Übergangszeit bestand wieder ausreichende Gelegenheit zur Ausübung des Angelsportes. Ab 1946 führte Arno Senftleben den Verein, den er 1950 an Bemhard Henz übergab. In diese Zeit fiel nun auch die Verlandung des großen Absinkweihers im Fischbachtal. Der ASV stand wieder einmal da ohne ausreichendes Wasser, denn vom Fischbach, dessen Wasser unansehnlich schwarz war, und vom kleinen Netzbach konnte der Verein nicht existieren. Bernhard Henz fiel somit die Aufgabe des Wiederaufbaues zu, der, so kann man heute sagen, von ihm gemeinsam mit einem aktiven Vorstand hervorragend gemeistert wurde. Die Seitentäler des Fischbaches (Netzbach, Dahlbach und Hölzerbach), die im Gegensatz zum Fischbach klares und gesundes Wasser führten, gaben Anlass zur Hoffnung, einen neuen Weiher anlegen zu können. So wurde dann auch im Einvernehmen mit den Saarbergwerken das Mündungsgebiet des Dahlbaches bis zum Weiher Cit (heute Karpfenteich) trockengelegt. Obwohl es sich dabei um reinen Kohleschlamm handelte, ergab sich nach Trockenlegung eine feste begehbare Fläche, die sich hervorragend für die Zwecke des ASV eignete. lm Laufe von zwei Jahren wurden zwei Weiher, ein kleines Fischerheim und ein Festplatz angelegt. Der so entstandene Festplatz wurde, obwohl von Schlamm und Schilf umgeben, von den Fischbacher Vereinen und der Bevölkerung als Festplatz überaus gut angenommen und hat sich bis in die heutige Zeit, in der die Gemeinde Eigentümer des gesamten Komplexes ist, erhalten. (Angeregt durch die Arbeit des ASV haben Gemeinde und Landkreis in der Folge den Rest des ehemaligen Weihers ebenfalls trockengelegt und zur heutigen Parkanlage ausgebaut). So schön diese Weiheranlage war, auch hier hatte der ASV nicht lange Freude. Der in der Nachkriegszeit verstärkt einsetzende Wohnungsbau, insbesondere die Erschließung neuer Wohngebiete, brachten es mit sich, dass der untere Teil des Dahlbaches als Vorfluter benutzt wurde. Nachdem sich die Wasserqualität dermaßen minderte, dass der Fischbestand gefährdet war, musste die Weiheranlage 1956 aufgegeben werden. Fischbestand, Weiheranlage und die Arbeit vieler Jahre waren verloren. Ein Zustand, der dem ASV ja nicht unbekannt war. (Anmerkung: Die erste Dahlbachweiheranlage ist heute von Tennisplätzen überdeckt). Nach langwierigen Verhandlungen mit der Gemeinde Fischbach hatte diese sich dann bereit erklärt, bei der Errichtung einer neuen Weiheranlage im ungefährdeten Bereich des oberen Dahlbaches, mitzuwirken. Aus welchen Gründen auch immer, die Wiedergutmachung der Gemeinde gegenüber dem ASV gelang nicht auf Anhieb, denn gemeindeseitig wurde lediglich die Stützmauer zwischen den beiden Weiheranlagen errichtet. Die Ausschachtung der Weiher und die Uferbefestigung, sowie der Bau einer zweiten Stützmauer musste unter enormen Anstrengungen vom ASV selbst und ohne fremde Hilfe vorgenommen werden. Auch der Wiederaufbau des Fischerheimes auf einem angrenzenden Grundstück der Saarbergwerke (heute im Eigentum des Vereines) wurde von der Gemeinde lediglich mit einem zinslosen Darlehen von 2000,- DM unterstützt. Mit Schaffung der neuen Weiheranlage Dahlbach hatte der ASV zum ersten Mal in der Nachkriegszeit eine Heimstatt gefunden, die einen längeren Verbleib garantierte. Hieraus ergaben sich weitere Möglichkeiten für den Aufbau des Vereines, die dann auch genutzt wurden.
So wurden weitere Wasserflächen angepachtet. Dies waren im Bereich der Bergehalde Brefeld, im Bereich der Grubenanlage Hirschbach der sogenannte Hirschbachweiher, der später gegen den Weiher im Fischbachtal ausgetauscht wurde. Bernhard I-Lenz übergab im Jahre 1970 aus Altersgründen den Vorsitz an Wolfram Schneider In diese Amtszeit fallt der weitere Ausbau der Weiheranlage Dahlbach und der Ausbau und die Anpachtung der drei Weiher in dem neu geschaffenen Naherholungsgebiet Netzbachtal. 1988 wurde durch den Jugendleiter Christoph Morsch neben der Angelfischerei zusätzlich eine echte Angelsportart in den Verein eingebracht: der Casting-Sport, ein Zielwerfen mit der Angel, in dem der ASV 1993 Saarlandmeister wurde. Mit dem Bau und der Verpachtung der Weiher des Netzbachtales hatte die ehemalige Gemeinde Fischbach nicht nur einen großen Beitrag zur Wiedergutmachung gegenüber dem ASV geleistet. Wer die etwa 7 Hektar großen Schlammflächen in der Ortsmitte (heute Park) und im Fischbach Netzbachtal (heute Naherholungsgebiet) noch in Erinnerung hat, weiß, dass eine bis dahin defekte Umwelt nicht nur in Ordnung gebracht, sondern auch verbessert wurde. Parkanlagen, Naherholungsgebiete und Wasserflächen tragen dazu bei, dass der Bürger seine Umwelt intensiver erleben kann. Gerade Mitglieder von Angelvereinen wissen dies besonders zu würdigen. Deshalb gilt auch heute noch unser Dank dem Gemeinderat der ehemals selbständigen Gemeinde Fischbach, die in Umweltfragen - rückschauend kann man das sicherlich sagen - ihrer Zeit weit voraus waren. Dank sagt der ASV Fischbach auch den Saarbergwerken, der Forstbehörde, der Gemeinde Quierschied und der Stadt Saarbrücken, dies wegen der praktizierten guten Zusammenarbeit und dem stets gezeigten Verständnis für die Belange der Angelfreunde.
Chronik 2000-2010
Im Jahre 2000 ist etwas wirklich seltenes geschehen: 2 Angelsportvereine einigten sich auf gemeinschaftliche Nutzung ihrer Vereinsgewässer! Das bedeutet eine größere Gewässervielfalt und beide behalten ihren Status als selbstständiger Verein. Auch in der Gemeinschaftspflege ist dieses gute Verhältnis zu spüren, z.B. gemeinsame Teilnahme an einem Umzug der Gemeinde Quierschied. Im Jahr 2002 erfreuen sich rund 180 Mitglieder an insgesamt acht Weihern, dem Netzbach und dem Fischbach. Die Aktivitäten des Vereins geben Veranlassung zu der Prognose, dass dieser erfreuliche Zustand noch lange anhalten wird.
Wie schon in der Chronik erwähnt, hatte der ASV schon öfters vor dem Problem gestanden, dass Gewässer verlanden. Als jüngstes Beispiel kann der Fischbachlauf, beginnend am Parkplatz des Absinkweihers, gezeigt werden. Die Ursachen, ob durch Industrie (Bergbau) oder aber auch natürlichen Ursprungs, werden wir wahrscheinlich nicht mehr kennen lernen. Durch dieses breite Bachbett am genannten Ort sammelt sich, bedingt durch Hochwasser, natürlich auch einiges an Unrat. Diesen Unrat zu entfernen ist ein Problem, dass nicht, oder mit sehr hohem Aufwand, zu lösen ist. Aber Sie können sich vor Ort selbst überzeugen, oder hier ein paar Bilder anschauen. Nach rund 1 1/2 - jährigen Verhandlungen mit der Gemeindeverwaltung Quierschied ist es uns nun gelungen, auch den KARPFENTEICH in der Waldparkanlage in Fischbach ab dem 01. Juli 2004 für einen langfristigen Zeitraum anzupachten. Somit werden nun quasi alle Gewässer im Fischbach- und Netzbachtal am Rande des Naturschutzgebietes „Urwald vor den Toren der Stadt“ vom ASV Fischbach-Camphausen betreut. Der Karpfenteich wird ausschließlich durch das Wasser des Hölzerbaches, bzw. aus dem dadurch entstandenen Hölzerbachweiher versorgt und ist besonders bei den früheren Jahrgängen unserer Einwohner auch noch als „Cit-Weiher“ bekannt. Diese Bezeichnung führt zurück auf den Familiennamen des „ältesten Italieners an der Saar“ als früherer quasi Ur-Pächters der Anlage und Erbauer der ehemaligen Gaststätte Cit, aus der dann später die Gaststätte Karpfenteich wurde, die dann vor mehr als 3 Jahren von dem letzten Inhaber als PIZZERIA LA MAMA endgültig verlassen wurde.
Der Karpfenteich zählt seit dem Jahr 2015 nun endgültig ganz zu den Vereinsgewässern des ASV Fischbach. Durch umfangreiche Sanierungsarbeiten durch die RAG, eine Neuanlegung der Ufervegetation durch die Jugendgruppe und Besatzmaßnahmen durch den ASV Fischbach hat der Angelsportverein Fischbach einen weiteren schönen Weiher hinzugewonnen.
Im August 2005 war ein weiterer Wandel in der Führung des ASV-Fischbach, Heinrich Stragand wurde von Christoph Rau abgelöst. Im Februar 2007 wurde mit der sehr aufwendigen Renovierung des oberen Dahlbachweihers begonnen. Aus dem Weiher wurden 1200 Tonnen Schlamm entfernt, außerdem wurde der obere Damm mit einer Gabionen Wand befestigt, die Uferbefestigung erneuert sowie ein neuer Forellenkäfig errichtet. In mehr als einem ganzen Jahr haben dabei unsere Vereinsmitglieder viele Arbeitsstunden mit mühevoller Arbeit geleistet. Im Mai 2008 konnte der Weiher wieder angestaut und wenige Monate später auch wieder befischt werden.