27/07/2026
🚑 Notfallversorgung im Umbruch: Neue Rollen braucht das Rettungswesen
Immer mehr Rettungsdiensteinsätze betreffen gar keine echten Notfälle: In Ludwigshafen hatten 52 % der Einsätze keine rettungsdienstliche Indikation, in Bayern wurden fast 29 % der Patient:innen ohne Transport versorgt. Der Rettungsdienst wird so faktisch zum Lückenbüßer für eine überlastete hausärztliche Versorgung.
Die Ergebnisse der Früher Gespräche 2025 sind nun in einem Fachartikel in Notfall + Rettungsmedizin erschienen. Dieser fasst in 13 Handlungsempfehlungen zusammen, wie diese Lücke strukturell geschlossen werden kann:
📌 Ein eigenständiger, bundeseinheitlicher Versorgungsbereich für "niedrigprioritäre" Akutfälle – verankert im SGB V und ordentlich finanziert
📌 Ein digital vernetztes Gesundheitsleitsystem mit standardisierter Ersteinschätzung, das zwischen 112 und 116117 sauber steuert
📌 Ein gestuftes Qualifikationssystem: von einer Weiterbildung auf DQR-5-Niveau (aufbauend auf der NotSan-Ausbildung) bis zu einem neuen akademischen Berufsbild "außerklinischer Fachexperte" (DQR-6) – offen auch für Pflegefachpersonen und Physician Assistants
Fazit der Autor:innen: Nur mit politischer Legitimation, klaren Standards und einer echten Professionalisierung kann diese neue Versorgungsform Rettungsdienst, ambulante Medizin und soziale Dienste sinnvoll verbinden – und das Gesamtsystem spürbar entlasten.
🔗 Volltext (Open Access): https://buff.ly/oYejvYm