25/06/2026
Aus dem Artikel:
"Bereits fertiggestellte Anlagen ohne Strom müssen über lange Zeit konserviert werden. Sensorik oder Lichtsignale, schon jetzt im Gleis verbaut, sind der Witterung und dem Zugverkehr ausgesetzt, ohne jemals im Einsatz gewesen zu sein. Das bedeutet Kostensteigerungen durch bloßen Zeitablauf. Das schon 2013 fertiggestellte Technikgebäude am früheren Nordeingang des Bahnhofs ist veraltet, wenn der neue Bahnhof in Betrieb gehen wird."
"Erste Warnungen, dass der Zeitplan nicht einzuhalten sei, soll es den Informationen der F.A.Z. zufolge schon Anfang 2025 gegeben haben. Die Reißleine hat aber erst die neue Bahnchefin Evelyn Palla nach ihrem Amtsantritt im Oktober vergangenen Jahres gezogen.
Schon lange wird als zentraler Grund das anspruchsvolle Vorhaben rund um die Digitalisierung des Verkehrsknotens Stuttgart genannt. Er ist eines der am stärksten belasteten Drehkreuze Europas, dort verkehren Züge in allen Himmelsrichtungen. Noch nie wurde ein so stark belasteter und so komplexer Eisenbahnknoten mit der europäischen Leit- und Sicherungstechnik ETCS in drei Stufen voll digitalisiert; der Digitale Knoten Stuttgart, kurz DKS, gilt deshalb als das anspruchsvollste Digitalisierungsprojekt überhaupt."
"Ein weiteres Problem: Die Gebäude selbst sind fehlerbehaftet. Inzwischen wird auch der Tiefbahnhof als „Kernproblem“ genannt, sowie das Technikgebäude, das die ganze Haustechnik und die Versorgungsleitungen für Strom und Netzwerke beherbergt und deshalb als „Nervenzentrum“ gilt. Schon die Planung gestaltete sich schwierig, sie soll sich als „nicht baubar“ erwiesen haben. Schwierigkeiten bereitet außerdem die Notstromversorgung, für die es nach den neuen Regeln für die kritische Infrastruktur inzwischen zusätzliche Vorgaben gibt, die der Bahnhof bisher nicht erfüllen musste. Auch sollen verschiedene Überprüfungen noch nicht einmal in Planung sein. Das gilt etwa für den Nachweis, dass Sensoren oder Rauchmelder tatsächlich funktionieren. Dieser Schritt nehme viel Zeit in Anspruch, berichten Insider."
https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/stuttgart-21-eine-dauerbaustelle-die-die-stadt-laehmt-200936966.html