Eigentlich hört es sich ja gut an, wenn eine Fußballprivatmannschaft ihr 50-jähriges Jubiläum feiert. Leider denken sehr wenige Leute daran, wie viel Arbeit, Enttäuschungen und Schweiß dahinter stecken. Er heißt Ossi Ammerbacher und ist das einzige übrig gebliebene Gründungsmitglied. Jahrelang hat er der Mannschaft als Torhüter den Rücken gestärkt und hängt auch heute noch mit Herzblut an 'seiner
' Blau-Weiss. Deshalb wurde er auch eines, unserer zwei Ehrenmitglieder und - feiert heuer selbstverständlich sein ebenfalls 50-jähriges Jubiläum. Das zweite Ehrenmitglied heißt Willi Kümmerling und ist wie sein ehemaliger Mannschaftskamerad Ed Knoll nur ein Jahr später zum Verein gestoßen. Willi wurde wegen seiner großen Verdienste um den Verein nach seiner aktiven Laufbahn, am 40-jährigen Jubiläum zum Ehrenmitglied ernannt. Diese beiden machen nicht zuletzt das Überleben eines Vereins wie der Blau-Weiss aus. Ihre Art Kameradschaft vorzuleben, ist ein Hauptgrund dafür, dass Blau-Weiss nicht 'nur' eine Fußballmannschaft ist, sondern auch, dass sie die Akteure hervorgebracht hat, die das Fortbestehen unserer Privatmannschaft auch in Zukunft sichern werden. Haben die 'Alten', wie sie heute gar nicht respektlos genannt werden, ihren verdienstvollen Teil dazu bereits beigetragen, müssen es deren Nachfolger heute noch immer wieder unter Beweis stellen, um auch die ganz Jungen für verantwortungsvolle Aufgaben heranzuziehen. Ist es doch so weit, dass die die unserer Gründungsära nachfolgenden Verantwortlichen, mittlerweile selbst die 'Alten' (wenn auch nicht ganz so alt ;-)) sind und wohl mehr oder weniger daran denken, sich aus dem ersten Glied ihrer wichtigen Posten zurückzuziehen. Das die Blau-Weiss mehr als nur eine Fußballprivatmannschaft ist, liegt wohl daran, dass es eben einfach familiär zu geht. Sicher, auch andere Vereine haben gesellige Veranstaltungen oder Vereinsfahrten, aber die Art und Weise wie so etwas bei unserer Blau-Weiss abläuft, ist wohl einzigartig. Hier muss niemand mit irgendwelchen Geschenken oder Gutscheinen dazu überredet werden, den Feiern beizuwohnen, hier kommt jeder gern und aus freien Stücken. Das liegt natürlich auch an einer Person. Was er für seinen Verein tut, ist eigentlich unbeschreiblich. Er hat seine Spieler so im Griff, dass durch einen Selbstreinigungsprozess in der Mannschaft jeder durch das Raster fällt, der nicht zu uns passt. Der Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit würde sagen: Und das ist gut so! Sicher ist es nicht immer ganz einfach mit ihm auszukommen. Wenn man aber mit ihm auskommt, dann für immer. Man könnte jetzt sagen, dass sollte doch für einen Trainer normal sein. Mag sein. Klaus Bieberich ist aber nicht nur bereits seit über 30 Jahren Trainer bei Blau-Weiss, sondern auch nahezu genau so lange in der Vorstandschaft und dort auch bereits seit vielen, vielen Jahren als erster Vorstand aktiv. Dadurch lenkt er nicht nur die Fußballer, sondern auch die Geschicke aller anderen Mitglieder. Man sieht das als erstes an den zahlreichen Zuschauern bei allen Spielen und Turnieren, an denen wir teil nehmen. Es gibt vermutlich keine andere Mannschaft, die über so zahlreiche Zuschauer verfügen, als unser Verein. 20, 30 Fans sind da keine Seltenheit. Unter anderem sind auch viele, langjährige Weggefährten aus der aktiven Zeit des Klaus. Leute wie der 'Kuttl' Hofmann, der Rudi und Harry Feth, der Willi Wallerer, ein Freund aus Kindheitstagen und nicht zuletzt auch der Peter Gambel, Busfahrer, Fan und ein nicht unbedeutender Sponsor unseres Vereins. Die vielen Jungen, die in den letzten Jahren zu uns gestoßen sind, sind größtenteils aus den ehemaligen Jugendmannschaften von Klaus Bieberich. Das hat den Vorteil, dass sie ihn und seine Art bereits kennen. Und das bindet sie an uns. Es wir einem also nicht bange, wenn man an die Zukunft von Blau-Weiss denkt. Blau-Weiss wird auch die Zukunft erleben. Obwohl es für die junge Genaration heute vielleicht andere, interessantere Freizeitbeschäftigungen geben mag, werden wir als Fußballverein überleben. Das Schicksal, dass soviele bekannte Privatmannschaften ereilt hat, bleibt uns erspart. Davon sind wir überzeugt. Das nächste Jubiläum kommt bestimmt!