05/03/2026
In bezahlbaren Wohnraum investieren!
In Fürstenberg fehlt bezahlbarer Wohnraum. Wer eine Wohnung sucht, weiß das. Vor allem für Familien und Geringverdiener ist es oft schwer, eine passende Wohnung zu bekommen, die noch genügend zum Leben übrig lässt. Mit dem KOWOBE haben wir eine kommunale Wohnungsgesellschaft, die aus unserer Sicht dazu beitragen muss, mittel- und langfristig für ausreichend bezahlbaren Wohnraum in der Stadt zu sorgen. Leider scheint diese Schwerpunktsetzung bei KOWOBE und Stadtverwaltung immer mehr ins Hintertreffen zu geraten. Im Gegenteil: Seit Jahren werden Objekte der Stadt lieber verkauft, statt sie zu sanieren. Chancen für den Erwerb zusätzlicher Wohnungen werden wie im Fall der Brandenburger Straße 25-27 leichtfertig vergeben und vorhandene kommunale Wohnungen stehen leer, weil ihr baulicher Zustand eine Vermietung nicht zulässt.
In der vergangenen Woche lag den Stadtverordneten im Hauptausschuss der Wirtschaftsplan des KOWOBE für das Jahr 2026 vor. Hier wurde erneut klar, welche fatalen Folgen es hat, vorhandene Objekte zu verscherbeln. Im Wirtschaftsplan lesen wir: „Die Sollmieten für Wohnungen (1.274,5 T€) reduzieren sich gegenüber dem Jahr 2024 um voraussichtlich 7,0 T€. Sollmietenreduzierungen aufgrund von Sollmietenausfällen nach dem Verkauf bzw. dem Übergang von Objekten stehen geplanten Mieterhöhungen sowie erhöhten Sollmieten aus der Vermietung der Friedrich-Wilhelm-Straße 4 gegenüber.“ Das heißt im Klartext: Obwohl in diesem Jahr ein Objekt mit hohen Mieteinnahmen in der Friedrich-Wilhelm-Straße neu dazu kommt und es moderate Mieterhöhungen gibt, sinken die Mieteinnahmen des KOWOBE, weil Objekte verkauft wurden.
Das könnte man dann tolerieren, wenn gleichzeitig in Wohnungen investiert würde, um den kommunalen Wohnungsbestand dauerhaft zu sichern. Auch dies ist aber kein Schwerpunkt des KOWOBE. Wir lesen im Wirtschaftsplan weiter: „Die Erlösschmälerungen (116,7 T€) sind auf Leerstände und auf Mietminderung wegen baulicher Mängel zurückzuführen.“ Der KOWOBE kann also knapp 117.000 Euro im Jahr 2026 an Mieten nicht realisieren, weil der bauliche Zustand eine Vermietung nicht zulässt oder die Mieter zu Minderungen berechtigt sind. Nun würde man erwarten, dass ein Schwerpunkt sein müsste, diese Wohnungen in einen Zustand zu versetzen, dass sie vermietet werden können und damit auch dem Fürstenberger Wohnungsmarkt zur Verfügung stehen. Aber weit gefehlt: Im Wirtschaftsplan sind für die Sanierung vorhandener Wohnungen gerade einmal 50.000 Euro vorgesehen.
Unser Stadtverordneter Andreas Intress hatte bereits im November bei der Beratung des Jahresabschlusses des KOWOBE 2024 angemerkt, dass Ziel sein muss, den im Jahr 2024 erwirtschafteten Gewinn in Höhe von 110.000 Euro in die Ertüchtigung vorhandener Wohnungen zu stecken. Dies wurde ihm in der Sitzung auch von der kaufmännischen Leitung, Frau Müller, zugesagt. Warum dies nun, nicht einmal drei Monate später, nicht mehr gelten soll, ist auch in der Sitzung des Hauptausschusses nicht klar geworden. Andreas Intress hat deshalb beantragt, dass im Wirtschaftsplan 2026 100.000 Euro zusätzlich für die Ertüchtigung bisher wegen baulicher Mängel nicht vermietbarer Wohnungen bereitgestellt werden. Wir sind sehr froh, dass die Ausschussmitglieder diesem Antrag einstimmig folgten. Wenn die Stadtverordnetenversammlung dem Votum des Ausschusses folgt, können in diesem Jahr einige Wohnungen zusätzlich dem Wohnungsmarkt zugeführt werden. Und dies ist auch dringend nötig, denn die Stadt braucht bezahlbaren Wohnraum. Dafür wird es weitere Anstrengungen brauchen, aber ein erster Schritt ist gemacht!