06/05/2026
Immer, wenn ich mit Freund:innen spiele, befällt mich dieses besonders nostalgische Gefühl – als würde etwas in mir aufwachen, was lange beiseitegeschoben wurde. Vielleicht kennst Du dieses Gefühl auch aus Situationen, in denen Du dich geborgen fühlst oder Dinge unternimmst, die dich an deine Kindheit erinnern.
In der Therapie bin ich dem Konzept des inneren Kindes begegnet: Dem „Ich” im Grundschulalter, oft vernachlässigt und nicht selten Auslöser für Ängste im Erwachsenenalter. Es kommt mir vor, als würde dieses innere Kind bei mir aufspringen, sobald ich solche Games spiele, und mich in eine Zeit zurückversetzen, in der man sich keine Sorgen über Geld oder Zeitmanagement gemacht hat.
Ich glaube, es täte uns allen gut, etwas mehr mit diesem inneren Kind in Kontakt zu stehen. Schon Jesus wies uns darauf hin:
„Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn solchen wie ihnen gehört das Reich Gottes.”
(Markus 10:14, Einheitsübersetzung 2016)
Und was macht Kinder aus? Sie nehmen Geschenke an, ohne zu denken, man müsse dafür etwas zurückschenken. Sie machen sich keine Sorgen, was sie morgen essen sollen oder ob alles erledigt ist. Sie sind kaum von Gesellschaftsnormen geprägt, sondern tun einfach, was sie schön finden.
Wenn es dir geht wie mir, dann regt sich bei dieser Beschreibung erstmal innerer Protest – wir müssen uns doch an Regeln halten! Und wie soll Alltag denn überhaupt ohne Sorgen funktionieren?
Doch wenn wir nach Jesu Worten leben, sehen wir das Gegenteil: Wir dürfen Gottes Reich annehmen, ohne es zu erarbeiten, wir dürfen in Frieden sorglos sein und zu Gott kommen, wie wir sind.
Lasst uns unseren inneren Kindern lauschen, spüren, wie geliebt und angenommen sie in Gottes Arme springen … und guten Gewissens eine Auszeit für ein Freundesturnier in Mario Kart machen.
Text von