18/06/2026
‼️Aktuell erhöhtes Risiko für Wald- & Vegetationsbrände ‼️
Angesichts der kommenden starken Hitzewelle bei in Teilen immer noch unausgeglichenen Defiziten der Bodenfeuchte weist der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) auf die ab 18. Juni regional stark steigenden Vegetationsbrandgefahren hin:
- Der Waldbrandgefahrenindex (WGI) wird in weiten Bereichen im Süden und Osten die Stufe 4 (von 5) erreichen!
- Der Graslandfeuerindex (GFI) wird das Wochenende quer durch Deutschland die Stufe 3 und v.a. von der Mitte in den Südwesten die Stufe 4 erreichen!
Dr. Ulrich Cimolino, Leiter des Arbeitskreises Waldbrandbekämpfung des DFV, informiert: Der Wetterverlauf der nächsten Wochen ist aktuell in den verschiedenen Vorhersagemodellen noch von sehr wechselhaften Einflüssen geprägt. Lokal sind hier bei sommerlichen Temperaturen auch stärkere Gewitterereignissen mit Niederschlägen möglich. Punktuell können sogar die 30-30-30 Warnschwelle (mehr als 30 Grad Lufttemperatur, weniger als 30 Prozent relative Luftfeuchte und mehr als 30 km/h Wind) und damit lokal sehr schnell auch weitere Erhöhungen des WGI bzw. GFI erreicht werden.
Die Erntezeit für die ersten Getreidesorten steht bevor. Die trockenen Halme bzw. organischen Stäube bei der Ernte sind nicht nur relativ leicht entzündlich, Feuer auf diesen Feldern breiten sich mit dem Wind auch noch sehr schnell aus.
Diese sommerlichen bis tropischen Temperaturen belasten Personal und Fahrzeuge weit mehr als üblich.
Bei Einsätzen ist daher besonderen Wert auf die Auswahl der richtigen (leichten) PSA und Geräte (zum Beispiel D- statt C-Schläuche) sowie ausreichend Reserven und Versorgung zu legen. Insbesondere bei direkter Sonneneinstrahlung und möglicherweise hohen Staubbelastung müssen die Motortemperaturen öfter als sonst kontrolliert werden.
Der DFV ruft zu Folgendem auf:
- Vorsicht mit offenem Feuer (zum Beispiel Grillen) vor allem bei dem regional teilweise in Böen starken Wind (6 Beaufort).
- Keine Zi******en oder ähnliches glimmend in die Gegend werfen!
- Beachtung der grundsätzlichen Verbote von Feuer und Rauchen im Wald!
- Richtiger Umgang mit Maschinen und Fahrzeugen, das heißt, zum Beispiel nicht mit heißen Abgasanlagen auf trockenem hohem Bewuchs parken), Beachtung der hohen Lufttemperaturen und möglicherweise auch hohen Staubbelastung auf die Überhitzung von Motoren und Maschinen.
Die Lage kann sich regional durch eine Abkühlung mit einsetzenden Niederschlägen tageweise entspannen. Solange die Temperaturen aber nicht stärker zurückgehen und ergiebige längere Niederschläge fallen, nehmen die Vegetationsbrandrisiken mit jedem weiteren heißen Tag zu.
Das Risiko von Feuern in tieferen Bodenschichten (trockene Moore, Humusschichten mit hohen organischen Bestandteilen) ist aufgrund der geringen Bodenfeuchte in einigen Bereichen höher als üblich. Einsätze im Bergwald der letzten Wochen haben das eindrucksvoll belegt.
Der DFV gibt für seine Mitglieder auch zu diesem Thema Fachempfehlungen heraus, zum Beispiel für den Einsatz bei Vegetationsbränden. Zudem hat die Bund-Länder-offene AG Nationaler Waldbrandschutz mit Beteiligung des DFV durch die Unterarbeitsgruppe Ausbildung eine Empfehlung zu den Ausbildungsinhalten der Vegetationsbrandbekämpfung veröffentlicht. Diese und weitere Dokumente stehen stets aktuell unter https://www.feuerwehrverband.de/fachliches/ak/ak-waldbrand/ zur Verfügung.