Dohlenaze

Dohlenaze Wir sind die Häsgruppe des Ettlinger Carneval Verein e.V. Der Name Dohlenaze entstammt dem traditionellen Rufnamen der Ettlinger Bevölkerung

Warum die Ettlinger Dohlenaze heißen:
Ignatius von Loyola war der Gründer des Jesuitenordens. Auch in Ettlingen gab
es seit dem 17. Jahrhundert ein Jesuitenkloster. Es war daher üblich, dass viele Jungen auf den Namen Ignaz getauft wurden. Die Abkürzung war „Naze“. Zu jener Zeit hatte Ettlingen noch keine unterirdische Abwasserleitung. Die Abwässer flossen alle in muldenförmige Gräben, die die Be

völkerung als „Dohlen“ (heute wird in Ettlingen ein Gully generell Dohle genannt) bezeichneten. Diese Gräben waren mit Eisen- oder Steinplatten abgedeckt. Jung und Alt spazierten mit Freude auf diesen Platten herum. Mit ihren Holzschuhen trampelten vor allem die Ettlinger Buben auf den Platten herum, da dies einen gewaltigen Lärm erzeugte. So kam es im Laufe der Zeit, dass sich die Ettlinger bald als „Dohlenaze“ bezeichneten. Dieser Übername ist bis heute geblieben. Was unsere "Häs" zu bedeuten hat:
Das "Häs" bezeichnet im Umfeld der schwäbisch-alemannischen Fasnet das Narrenkostüm, das meistens aus einer oft "Larve" genannten holzgeschnitzten Gesichtsmaske und einem vollständig handgearbeiteten Narrenkleid besteht. Aus dem Barock stammen die "Weißnarren" (Fastnachtsfiguren, die in der Schwäbisch-Alemannischen Fastnacht auftreten). Sie haben einen weißen, bemalten Leinenanzug, meist eine glatte Gesichtsmaske (Glattlarve) mit freundlich wirkendem Gesichtsausdruck. Die Ettlinger Dohlenaze sind solche "Weißnarren". Die Narrenfigur, bezeichnet einen Träger eines weißen Leinengewandes, dessen Jacke, Hose und Larvenhaube - sein Narrenhäs - mit Ölfarben in Form von verschiedenen Figuren, Tieren oder Blumen bemalt sind (Die Geschichte zur Bemalung der Kostüme der Dohlenaze folgt unten). Zur Ausstattung der Narren gehören häufig noch weitere Attribute, die eine symbolische Bedeutung haben oder auch nur dazu dienen, um mit den Zuschauern Schabernack zu treiben. Die Dohlenaze haben hierfür ihre "Rätschen", welche einen großen Lärm machen können. Außerdem haben sie gelbe Stulpen an, was ihre traditionelle Zugehörigkeit zu den "Gelbfüßlern" aufzeigt. "Gelbfüßler" ist ein Neckname, mit dem früher Schwaben, in diesem Fall auch Badener bezeichnet werden. Ab etwa 1900 wurde der Begriff auf die Einwohner Badens übertragen. Dies ist auf den badischen Wappengreif zurückzuführen, welcher früher mit gelben Klauen versehen wurde. Ursächlich sind ebenfalls die vom Badischen Regiment im 18. Jahrhundert getragenen gelben Gamaschen. Traditionell tragen die Dohlenaze Holzschuhe, die in ihrer eigenen Geschichte über die Ettlinger Lausbuben ihren Ursprung haben. Die Geschichte, die unsere Kostüme erzählen:
Das Oberteil der Dohlenaze ist auf der Vorderseite mit einer Nonne, einem Sauhirten und mehreren Schweinen geziert. Auf der Rückseite ist ein Lauerturm (das Wahrzeichen Ettlingens) zu sehen, der auf dem Kopf steht. Die Ärmel des Oberteils, die Hose und die Mütze sind mit Eicheln und deren Blättern in mühevoller Handarbeit von jedem einzelnen Dohlenaze persönlich bemalt. Die Sage zu dieser Bemalung kommt daher, dass...
Als der Wald bei Bernbach noch zu Ettlingen gehörte, ließen die Ettlinger neben der Frauenalber Abtei einen Schweinestall bauen. Der Gestank der Schweine war aber so unchristlich, dass die Nonnen sich nicht mehr auf ihre Gebete konzentrieren konnten. Also schlugen sie den Ettlingern vor, den Stall mitsamt den Schweinen auf eigene Kosten zu versetzen. Von all dem wollten die Ettlinger nichts hören und so wurden die Nonnen zu Brandstiftern und zündeten den Ettlingern den Schweinestall an. Kaum war dies in Ettlin­gen bekannt geworden, rief der Stadtrat die erbosten Bürger zur Rache auf, stürmte an ihrer Spitze nach Frauenalb und warf Brandfackeln aufs Klosterdach. Die Nonnen konnten sich gerade noch aus dem Flammeninferno retten. Daraufhin beschwerte sich die rußgeschwärzte Äb­tissin persönlich beim Kaiser. Dieser verurteilte sämtliche Ratsherren zum Tode und die Ettlinger mussten den ganzen Waldbezirk von Bernbach bis zur Moosalb dem Kloster abtreten. Und zu ihrer größten Schande musste der Turm in ih­rem Stadtwappen von da an auf dem Kopf stehen (Daher auch der umgekehrte Lauerturm auf dem Kostüm der Dohlenaze). Zur Symbolisierung diser Ettlinger Sage haben die Dohlenaze immer eine Nonne und einen Sauhirten dabei, die mit Saublasen ihren Schabernack treiben.

25/02/2025
21/12/2024

Ettlinger Carneval Verein

Seit dem 17. Jahrhundert gab es in Ettlingen ein Jesuitenkloster. Mitbegründer dieses Ordens war Ignatius von Loyola. Demnach wurden viele Jungen Ignaz getauft – und „Naze“ gerufen. Zu jener Zeit hatte Ettlingen noch keine unterirdische Wasserleitung. Die Abwässer flossen in muldenförmige Gräben. Diese „Dohlen“ wurden mit Eisen- oder Steinplatten abgedeckt. Und auf diesen trampelten die Ettlinger Buben mit ihren Holzschuhen herum, weil dies einen heiden Krach machte. Und so entstand aus dem Dohlen und dem Naze der Name Dohle-Naze.

Fotograf:in: picslix

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Schöllbronnerstraße 5
Ettlingen
76275

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