16/06/2026
Gemeinsam setzen wir Zeichen gegen das Vergessen und für eine lebendige Erinnerungskultur in unserer Stadt.
Am 9. Juni 2026 organisierte der Historische Verein für Stadt und Stift Essen e.V. zusammen mit der Stiftung – Spuren – Gunter Demnig und dank der Unterstützung des Amts für Straßen und Verkehr der Stadt Essen die Verlegung von Stolpersteinen an zwölf Standorten. Mit diesen Gedenksteinen soll an 30 Menschen erinnert werden, die in Essen Opfer des nationalsozialistischen Terrors wurden. Der Historische Verein hat damit inzwischen über 530 Stolpersteine in Essen verlegt. Die einzelnen Verlegungen wurden von verschiedenen Personen und Institutionen initiiert.
Bei einer bewegenden Zeremonie, in der unter anderem der Essener Konzertmeister Florian Geldsetzer Kosmans „Meditation für Violine und Klavier“ gemeinsam mit Wolfram-Maria Märtig am Klavier aufführte, wurde an der Philharmonie Essen an den früheren Konzertmeister der Essener Philharmoniker, Alexander Elkan Kosman (1872–1956), und seiner Tochter Lilian (1907–1986) erinnert. Beide konnten 1938 durch die Flucht in die Niederlande der Verfolgung durch das nationalsozialistische Terrorregime entkommen.
Philharmonie-Intendantin Marie Babette Nierenz, Andreas Bomheuer, Vorsitzender des Historischen Vereins, Oberbürgermeister Thomas Kufen, NRW-Kulturministerin Ina Brandes, Michaela Muylkens von der Krupp-Stiftung, TuP-Geschäftsführer Fritz Frömming und Philharmoniker-Intendantin Merle Fahrholz wohnten der Verlegung der Stolpersteine bei, die von Frank-Matthias Mann in Vertretung des erkrankten Gunter Demnig vor dem Eingang zur Philharmonie vorgenommen wurde.
Die Albert-Einstein-Realschule übernahm am „Kunsthaus Essen“ in der Rübezahlstraße 33 die Patenschaft und gedachte dort der ehemaligen Schüler Werner Gelles und Reinhard Nassau, die vom NS-Regime verfolgt wurden.
Auch an den weiteren Verlege-Stellen im gesamten Stadtgebiet – darunter Vogelheim, Altenessen, Steele, Nordviertel, Ostviertel, Stadtkern, Werden, Rellinghausen und Südviertel – fanden sich Paten, Angehörige und Interessierte zusammen, um gemeinsam der Verfolgten zu gedenken.
Die bewegenden Zeremonien waren geprägt von stillem Gedenken, aber auch von bewegenden Worten über die Lebenswege und Schicksale der Opfer.
Foto: Thomas Schoch
Link zu dem ausführlichen Artikel in der WAZ vom 10.Juni 2026.
https://www.waz.de/lokales/essen/article412228861/stolperstein-verlegung-philharmonie-wird-zum-ort-der-musik-und-des-gedenkens.html