23/07/2026
Die Bundesregierung hat den nächsten Frontalangriff auf Umwelt- und Naturschutzstandards gestartet. Unter dem Deckmantel der Beschleunigung und Modernisierung von Infrastruktur hat sie beschlossen, dass neue Autobahnen, Bundesstraßen, fossile Leitungen, Trassen und sogar Rastplätze ohne Rücksicht auf Naturschutzgebiete möglichst schnell quer durch die Landschaft gebaut werden. Was dabei unter die Räder kommt? Wälder, Moore, Wiesen, Felder, Flüsse und Auen.
Wer Natur für Straßen und fossile Bauprojekte zerstört, soll sich dazu künftig auch noch freikaufen können: Wurde bisher ein Stück Wald gerodet, musste in direkter räumlicher Nähe eine neue Waldfläche entstehen. Jetzt aber reicht es, Geld für die Naturzerstörung zu zahlen und sich von der Verantwortung frei zu kaufen. Der Ablasshandel Geld gegen Natur wird damit zur komfortablen Lösung für Politik und Konzerne. Was mit dem Geld dann passiert? Weiß bisher keiner.
Das treibt mitten in der Klima- und Biodiversitätskrise die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen massiv voran und ist ein weiterer Beweis dafür, dass diese Bundesregierung gerade dabei ist, den Naturschutz in Deutschland komplett aufzugeben.
Wilhelmshaven ist ein alarmierendes Beispiel dafür, welche Zerstörungswucht das neue Gesetz entfalten kann: Die Zerstörung des EU-Vogelschutzgebiets Voslapper Groden Nord konnten wir im Schutzbündnis mit NABU und BUND gerade noch per Eilantrag vor Gericht stoppen. Ein entscheidender Grund: das Gericht sah die notwendigen Ausgleichsmaßnahmen nicht als ausreichend gesichert. Hätte sich der Konzern wie nun für solche Projekte beschlossen mit einer Ersatzgeldzahlung von der Naturzerstörung freikaufen können, würden in diesem Moment vermutlich schon die Bagger im Vogelschutzgebiet rollen. Das Schutzgebiet in Wilhelmshaven ist eine wichtige Oase für Rohrdommel, Blaukelchen und den Schilfrohrsänger inmitten von industriell genutzten Flächen.
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Jetzt unterschreiben: Kein Ablasshandel mit der Natur: Rettet Wälder, Moore, Auen und Wiesen!