17/03/2026
Abschied von Ali Can
Liebe Partner:innen und Freund:innen des VielRespektZentrums
Als ich im Oktober 2017 nach Essen gezogen bin, um bis zur Eröffnung im Januar 2019 das VielRespektZentrum vorzubereiten, war vieles noch eine Idee im Kopf — heute ist es ein etablierter, bundesweit wahrgenommener Ort für gelebte Vielfalt, diverse Communities, Engagement und für innovative Projekte in der Demokratie-Arbeit.
Mit diesem Text möchte ich Dir und Euch von ganzem Herzen danken und persönlich Abschied nehmen. Nach über 7 Jahren VielRespektZentrum (und fast 9 Jahren VielRespektStiftung) ist es Zeit für einen neuen Lebensabschnitt. Ich danke Dir und Euch sehr, dass ihr mitgewirkt habt, in welcher Form auch immer.
Mein Lieblingszitat, das im Foyer noch immer alle Besucher:innen begrüßt, war mein Motto für das Haus: „Jenseits von richtig und falsch gibt es einen Ort. Dort treffen wir uns.“ (Rumi) Dieser Leitstern bedeutete: Wie können wir Toleranz und Offenheit üben und vermitteln? Wie können wir Vielfalt und Respekt erfahrbar machen, als eine wertschätzende Grundhaltung? Wie erreichen wir Menschen, die sich von klassischen Institutionen und Angeboten nicht angesprochen fühlen? Wie schaffen wir Möglichkeiten, in denen Menschen zum Engagement gebracht werden?
Es war mir ein Fest, mit euch gemeinsam einen Beitrag zu Vielfalt, Demokratie und Zusammenhalt zu leisten. Kooperationen waren das Erfolgsrezept, um viel Leben reinzubringen.
Besonders gerne denke ich an Highlights zurück, wie:
- Die „Walman“-Kampagne in 2021, in der wir Menschen mit Migrationsgeschichte und diejenigen, die nicht Deutsch als Erstsprache haben, zur Bundestagswahl motiviert, befähigt und mit Materialien versorgt haben, damit sie sich informieren und mitbestimmen – ich schaffte es damit auf Tagesschau.de und in die Tagesthemen
- Die Antirassismus-Brille, die mithilfe von Virtual-Reality-Technologie Alltagsrassismus visuell erfahrbar macht.
- Die Talkshow „Alimania“, wo ich mit Gäst:innen wie Cem Özdemir, Aladin El-Mafaalani, Karim Fereidooni, Ferda Ataman, Katharina Nocun, Bettina Jarasch, Philipp Hübl, Tobias Singelnstein, Albert Kehrer und noch mehr über gesellschaftspolitische Themen sprach
- Der Kurzfilm „Deutschland 2035“ über ein autoritäres Deutschland, bei dem ich Co-Regie geführt habe (mit über 600.000 Aufrufen)
Ich durfte in dieser Zeit lernen, wie man eine Stiftung und eine physische Begegnungsstätte durch Phasen von Wachstum, Krisen und Veränderung führt.
Mein Dank gilt den zahlreichen Engagierten, Kooperationspartner*innen, dem Vorstand (insbesondere Reinhard Wiesemann), den vielen Vereinen und Ehrenamtlichen, die alle das VielRespektZentrum mit Leben gefüllt haben. Und natürlich Euch, dass ihr diesen Ort unterstützt. Es wären zu viele, um alle aufzuzählen – doch allen möchte ich aus tiefstem Herzen danken.
Das Logo des VielRespektZentrums zeigt viele verschiedene Pflanzen - für mich war das Projekt eher ein Garten: Das Beet habe ich nun angelegt und viele Pflanzen einpflanzen können. Jetzt ist der Moment gekommen, an dem neue Gärtner:innen den Garten weiter entwickeln, neue Pflanzen setzen und neue Farben reinbringen.
Sobald der Wasserschaden behoben ist, wird das VielRespektZentrum erneut aufblühen: mit alten und neuen Menschen. Ich freue mich sehr, dass mein Nachfolger der geschätzte Moutasm Alyounes ist, den ihr unter [email protected] erreichen könnt.
Morgen ist mein letzter Arbeitstag. Ich mache dann einige Wochen Pause, um das Erlebte zu verarbeiten, zu sortieren, Kraft zu sammeln, um dann mit frischer Energie wieder durchzustarten. Wer mit mir persönlich in Kontakt bleiben möchte, erreicht mich unter: [email protected]
Ganz dankbar und herzlich,
Ali Can