16/06/2026
„Jeder Versuch, sich selbst zu helfen und Hilfe zu suchen, ist es wert.“
Viele Menschen mit problematischem Alkoholkonsum kennen diesen inneren Konflikt sehr gut: Einerseits ist da das Wissen, dass sich etwas verändern muss, andererseits stehen Scham, Unsicherheit und der Gedanke im Raum, man müsse das eigentlich allein schaffen.
Gerade diese Scham führt jedoch häufig dazu, dass Hilfe erst sehr spät angenommen wird, selbst dann, wenn der Alltag längst aus dem Gleichgewicht geraten ist.
Und auch der Weg, wirklich etwas zu verändern, war nicht sofort einfach oder geradlinig: „Ich hatte Schwierigkeiten mich auf eine Entgiftung einzulassen.“
Solche Sätze zeigen weniger ein persönliches „Nicht-Können“, sondern vielmehr, wie stark Sucht Prozesse verlangsamen und Entscheidungen blockieren kann. Und oft begleitet von dem Gefühl, dass man es eigentlich längst hätte schaffen müssen.
Entlastend ist dabei vor allem die Erfahrung, dass Veränderung nicht allein getragen werden muss, sondern durch kontinuierliche Unterstützung entstehen kann.
Der Betroffene beschreibt heute eine spürbare Veränderung im Alltag:
„Was sich verändert hat ist, dass ich nun schneller Hilfe suche, Arzttermine wahrnehme und mir eine regelmäßigere Tagesstruktur aufbaue, also früher aufstehe und dafür früher ins Bett gehe.“
Auch der Umgang mit dem Konsum hat sich verändert, Schritt für Schritt und nicht von heute auf morgen:
„Auch konsumiere ich schon weniger, das Blaue Kreuz motiviert mich den Konsum zu reduzieren und abstinent zu leben.“
Besonders wichtig ist dabei weniger der perfekte Verlauf, sondern die Haltung dahinter: Hilfe wird nicht mehr aufgeschoben, sondern angenommen, sobald sie nötig ist.
Oder, wie der Betroffene es selbst sehr klar auf den Punkt bringt:
„Jeder Versuch sich selbst zu helfen und Hilfe zu suchen ist es wert, bevor man in seinem Teufelskreis der Sucht untergeht.“
Du suchst Hilfe? Hier findest du sie: www.blaues-kreuz.de/de/angebote-und-hilfe