17/06/2026
Wir gedenken Klaus-Peter Kühn, der in der Nacht zum 17.6.2012 in Suhl (Thüringen) verstarb, nachdem er von drei Tätern aus sozialdarwinistischen Motiven zu Tode gequält wird.
[[TW: Gewalt, Tod]]
Zwischen dem 16. und 17.07.2012 dringen die Täter mehrfach in Klaus-Peter Kühns Wohnung ein. Sie fordern Geld, schlagen Klaus-Peter Kühn und beginnen schließlich, ihn über Stunden zu foltern. Er wird erst mehrere Tage später gefunden.
Die Richterin macht während der Urteilsverkündung deutlich, dass die Täter Klaus-Peter Kühn nicht mehr als Mensch betrachtet haben. In einem späteren Interview benennt sie Sozialdarwinismus als Motiv. Dennoch ist Kühn bis heute nicht als Todesopfer rechter Gewalt von staatlichen Stellen anerkannt.
Zivilgesellschaftliche Akteur*innen und antifaschistische Gruppen haben über die Jahre immer wieder Gedenkveranstaltungen zur Ermordung Klaus-Peter Kühns durchgeführt und klar gemacht, warum sie von einer sozialdarwinistischen Tat ausgehen. Sie haben damit, auch gemeinsam mit ezra, das Gedenken an Klaus-Peter Kühn aufrecht erhalten.
Der im Juni 2026 veröffentlichte Abschlussbericht der Forschungsgruppe um Christoph Kopke und Susanne Willems „Todesfälle mutmaßlich rechter Gewalt in Thüringen seit 1990“ stärkt die zivilgesellschaftliche Perspektive: Die Forscher*innen empfehlen die Anerkennung von 9 weiteren Todesopfern rechter Gewalt im Freistaat (zusätzlich zu dem einzigen staatlich anerkannten Todesopfer Karl-Sidon). Auch Klaus-Peter Kühn soll nach dem Gutachten als Todesopfer rechter Gewalt anerkannt werden. Verantwortlich dafür wären das Innenministerium bzw. das LKA.
Das Gutachten wurde vor der Veröffentlichung durch die Auftraggeber*innen des Freistaats massiv geschwärzt - auch die Namen der Opfer und öffentliche Quellen sind nicht mehr nachvollziehbar. Ein würdiges Gedenken und eine Aufarbeitung werden so erschwert. In den „Thüringer Zuständen 2025“ setzt sich ein Text intensiver mit der wichtigen Rolle der Zivilgesellschaft im Kampf um die Anerkennung Todesopfer rechter Gewalt auseinander.
Sagt seinen Namen: Klaus Peter Kühn.